Auf den Seiten von wahlblog05.de habe ich gerade einen interessanten Kommentar von Klaus Staeck gefunden, der sich mit dem anscheinend seltsamen Widersprüchlichkeiten des Wählers 2005 beschäftigt:

Und was macht das liebe Wahlvolk? Am 24. August meldete dpa: „Von einer Regierungsübernahme durch die Union erwartet die Bevölkerung vor allem Belastungen durch Steuererhöhungen und die Einschränkung von Arbeitnehmerrechten und Krankenkassenleistungen.“ Die uns in immer schnellerer Folge belästigenden Umfragen behaupten derzeit jedenfalls, dass diese höchst negative Erwartung auch noch gewählt wird.

Auf der Fahrt zu einer Veranstaltung ins Ruhrgebiet stellte mir ein Zugbegleiter die scheinbar einfache Frage, wie es käme, dass sich all jene, die von Schröder den eigenen kleinen Finger verletzt sehen, nun ausgerechnet die wählen wollen, die gleich die ganze Hand abhacken. Etwas hilflos habe ich mich nur mit einem Hinweis auf die PISA-Studie gerettet.


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8 Kommentare

  1. Sozialdemokrat für Oskar 29. August 2005 · 13:15 Uhr

    @ Thorsten

    Es ist kein Wunder, daß rot-grün abgewählt wird:
    Der Zynismus der jetzigen SPD kommt in Deinem Beitrag voll zur Geltung. Symptomatisch ist die Überschrift „Das liebe Wahlvolk“, die mich an ein Zitat Bertolt Brechts erinnert:

    „Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?“

    Genau darum geht es hier: Schröder, Müntefering und Fischer haben DAS VERTRAUEN der Bürger und Bürgerinnen unseres Landes aufs Schändlichste mißbraucht, indem diese „Führung“ das Gegenteil dessen getan hat, was sie vor den bisherigen Wahlen versprochen hatte und dabei glaubt, das Volk würde nicht merken, wie es belogen und betrogen wird.

    In diesem Kontext könnte man treffenderweise auch den Ausspruch Stoibers hinzufügen:
    „Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber.“

    Lieber Thorsten: Glaubst Du denn, das Volk läßt sich ein drittes Mal „die Hand abhacken“?

    Was haben ihr sieben Jahre rot-grün gebracht:
    Rekord-Arbeitslosenzahlen, Massenarmut, Kürzungen von Löhnen, Renten und Krankenkassenleistungen, Abschaffung der Arbeitslosenhilfe, Demütigung, Ausgrenzung und Schikane der Schwächsten unserer Gesellschaft, Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit, Kriegseinsätze und milliardenschwere Aufrüstung der Bundeswehr, Umverteilung des Volksvermögens und Verscherbelung des Staatseigentums an Großkonzerne, Milliardäre und Superreiche.

    Kurzum: SPD und Grüne haben das Volk verraten und verkauft an die Interessen der Reichsten und der Wirtschaftsverbände.

    Eine solche Regierung kann, darf und werden sich die Bürger und Bürgerinnen Deutschlands nicht länger leisten. SPD/Grüne haben unser VERTRAUEN RESTLOS ZERSTÖRT.

  2. neuwahlen.twoday.net 29. August 2005 · 13:17 Uhr

    Opposition als Selbstzweck?

    Ein eher konservativer Publizist hat schon in den 50er Jahren festgestellt: Meinungsfreiheit ist die Freiheit von ein paar reichen Leuten, frei ihre Meinung zu sagen. An dieses harte Urteil muss ich jetzt h

  3. AktionMehrDemokratie.twoday.net 29. August 2005 · 13:17 Uhr

    Opposition als Selbstzweck?

    Ein eher konservativer Publizist hat schon in den 50er Jahren festgestellt: Meinungsfreiheit ist die Freiheit von ein paar reichen Leuten, frei ihre Meinung zu sagen. An dieses harte Urteil muss ich jetzt h

  4. Anna-Lena 29. August 2005 · 13:52 Uhr

    Sag mal, Oskar:
    Welcher Partei stehst Du den jetzt eigentlich Nahe?
    Glaubst Du allen Ernstes, die CDU, der Du ja gerade die Hand reichst, wird es mit dem von Dir vielzitierten „Kleinen Mann“ besser meinen??

    Irgendwie habe ich den Eindruck, Du hast den ganzen Tag nichts besseres zu tun, als gegen soziale Politik zu stänkern und die CDU in ihrem verbrecherischen Kurs gegen Arbeitnehmerrechte zu helfen. Und sowas nennt sich „Sozialdemokrat“?

  5. Sozialdemokrat für Oskar 29. August 2005 · 13:53 Uhr

    Passend in diesem Zusammenhang auch diese Verse Bertolt Brechts, was SPD/Grüne in ihrer Gesamtheit — ergo „Führung“ und Gefolgschaft — betrifft:

    „Sie sägten die Äste ab, auf denen sie saßen // Und schrieen sich zu ihre Erfahrungen // Wie man schneller sägen konnte, und fuhren // Mit Krachen in die Tiefe, und die ihnen zusahen // Schüttelten die Köpfe beim Sägen und // Sägten weiter.“

    1935, im Band „Gedichte im Exil“.

  6. Sozialdemokrat für Oskar 29. August 2005 · 14:26 Uhr

    @ Anna-Lena

    Du fragst mich: „Welcher Partei stehst Du den jetzt eigentlich Nahe?“

    Ich bin leidenschaftlicher Aktivist der WASG/Die Linke, deren Bündnis ich selbstverständlich auch am 18. September mit Erst- und Zweitstimme wählen werde.

    Denn einzig das neue Linksbündnis mit ihrem Spitzenkandidaten Oskar Lafontaine setzt sich ausnahmslos, bedingungslos und konsequent für die Bürger und Bürgerinnen unserer Republik ein.

    Deutschland befindet aufgrund der destruktiven Politik der rot-grünen Regierung in der schwersten Krise seit Bestehen der BRD. Die Empörung und Wut des Volkes ist unüberhörbar — deshalb brauchen wir eine wirkliche Alternative zum neoliberalen Einheitsbrei aus rot-grün-schwarz-gelb.

    Im Gegensatz zu den Parteien SPD/Grüne/CDU/CSU/FDP, die GEGEN das Volk herrschen, möchte ich Dir unser Programm der Linkspartei FÜR das Volk vorstellen:

    http://sozialisten.de/wahlen2005/positionen/wahlprogramm/index.htm

    Auch lade ich Dich herzlich dazu ein, die protokollierten Reden einiger unserer Mitstreiter für eine soziale und gerechte Gesellschaft zu lesen:

    http://sozialisten.de/partei/parteitag/pt0902/view_html?zid=29631&bs=1&n=6

    http://sozialisten.de/partei/parteitag/pt0902/index.htm

    Liebe Anna-Lena, der 18. September ist ein Schicksalstag, an dem die Weichen für die Zukunft unseres Landes gestellt werden:

    Entweder wie bisher hemmungsloser Sozialkahlschlag und Betrug des Volkes oder aber Wiederherstellung und Ausbau der Sozialen Marktwirtschaft, die unserem Volk seit Gründung der BRD bis 1998 einen noch nie dagewesenen Wohlstand und Lebensstandard ermöglicht hat.

  7. Birgit 29. August 2005 · 15:07 Uhr

    Lieber SFO,

    denkst Du wirklich, dass Du Stimmen für Deine Partei gewinnen kannst, indem Du die aktuelle Lage schwarz-weiss malst, alles verabsolutierst und Deinen ehemaligen Kollegen Betrug, also eine Straftat unterstellst? Mich schreckt das ab und lässt mich fast vermuten, dass alle in der Linken so denken. Gibt es denn andere gemäßigte SFOs hier? ich hör immer nur den einen.

  8. Benno 29. August 2005 · 19:19 Uhr

    Leute, bitte – auch wenn’s in den Fingern juckt: Don’t feed the troll! SfO hat doch keine anderen Absichten, als die Leute hier zu provozieren. Das geht schon seit Monaten so. Und es wird es auch in den nächsten Monaten so bleiben, wenn wir ihn andauernd füttern.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.