In den Medien läuft die Auswertung des TV-Duells auf Hochtouren. Auf Spiegel Online habe ich ein Interview mit dem Kommunikationspsychologen Ulrich Sollmann gefunden. Er kommt zu dem Schluß, Schröder habe „sich als unanfechtbar gezeigt“. Zu dem Auftreten Merkels sagte er: „Wenn sie nichts gesagt hat, dann war Merkel deutlich sichtbar schwach und hoch unter Stress.“
Ein Auszug aus dem Interview:

SPIEGEL ONLINE: Herr Sollmann, wer hat gewonnen?

Sollmann: Gewonnen hat ganz klar Gerhard Schröder.

SPIEGEL ONLINE: Ganz klar?

Sollmann: Ohne Frage. Sogar noch mit einem Pluspunkt oder einem Sternchen. Es haben ja schließlich alle erwartet, dass Schröder gewinnt.
(…)
SPIEGEL ONLINE: Und Frau Merkel?

Sollmann: Sie hatte diese Interaktion weniger gut in der Hand. Wenn sie etwas zur Sache gesagt hat, hat sie sehr kompetent und sachbezogen reagiert. Aber der Unterschied zum Verhalten als Zuhörerin von Schröder war gravierend: Wenn sie nichts gesagt hat, dann war Merkel deutlich sichtbar schwach und hoch unter Stress. Das konnte man an ihrem non-verbalen Verhalten merken. Dann fielen ihr die Gesichtszüge runter oder sie machte Übersprungshandlungen in Form von Mimiken. Sie verzog stellenweise ihr Gesicht fast zu Grimassen. So wie spätpubertierende Kinder das manchmal machen, wenn sie ihren Eltern zuhören. Und das ist ein Zeichen, das sie nicht in sich geruht hat, sondern sehr gestresst war.


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4 Kommentare

  1. Sozialdemokrat für Oskar 5. September 2005 · 16:22 Uhr

    Sollmann: „Gewonnen hat ganz klar Gerhard Schröder.“

    Schröder kann mit seiner Kriegspolitik niemals gewinnen:

    Afghanistan — Bundeswehr soll den ganzen Norden besetzen

    27. Juli 2005
    Nach dem Willen von Kriegsminister Struck (SPD) soll die Zahl der deutschen Besatzungssoldaten in Afghanistan von 2000 auf bis zu 3000 erhöht werden. Gleichzeitig soll das Einsatzgebiet der deutschen Besatzer auf den ganzen Norden Afghanistans ausgeweitet werden.

    Der Ausweitung des Einsatzgebiets und der Aufstockung der Zahl der deutschen Soldaten in Afghanistan muß der Bundestag zustimmen. Da das Mandat am 13. Oktober ausläuft, soll nach dem Willen Strucks der alte Bundestag extra zu einer Sondersitzung einberufen werden, um die Mandatsänderung zu beschließen.
    Die Ausweitung des Mandats der Bundeswehr auf den ganzen Norden Afghanistans zeigt den wachsenden Appetit des deutschen Imperialismus im Kampf um Rohstoffe, Märkte und Einflußzonen. Wenn es nach dem Kriegsminister geht, soll die ganze Welt Einsatzgebiet von deutschen Soldaten werden. Er erklärte ganz offen: »Grundsätzlich müssten deutsche Soldaten „bereit sein, an Orten Verantwortung zu übernehmen, an die wir heute noch gar nicht denken.“ (FR, 26.6.2005)
    Und das soll möglichst ohne die lästigen Mandatsbeschlüsse, ohne die Zustimmung des Bundestages geschehen. Deshalb fordert der Kriegsminister frech: „Ich möchte nicht jedes Mal um eine Zustimmung im Parlament bitten müssen, wenn einzelne Soldaten für kurze Zeit eine Provinzgrenze überschreiten.“

    Wer statt Krieg den Frieden will, wählt Linkspartei!

  2. Wir haben die Wahl 2005 5. September 2005 · 22:32 Uhr

    Und was sagen die Sekundanten?

    Am interessanten ist das changierende Statement der CSU. Zunächst meint sie nach Ende der Übertragung: „Merkel bewies Kanzlerformat“ und ändert das später in der Nacht noch um in „Angela Merkel souverän“. Die Partei des bayrischen Ministerpräsidenten -…

  3. Anton 6. September 2005 · 14:48 Uhr

    Wie inzwischen jeder weiss wurde Herr Sollman von der SPD für das Interview im Spiegel gekauft.

    Davon hat er vermutlich selbst nichts mitbekommen, haben die Redakteure beim Spiegel doch gute Arbeit geleistet, als Sie das Interview – im Kontext der Kommunikationspsychologie geführt – im Bereich Politk veröffentlichten; statt wie von Herrn Sollman erwartet im Bereich Panorama.

    An der Glaubwürdigkeit und der Kompetenz von Herrn Sollman muss demnach aber nicht gezweifelt werden, ist er doch Kommunikationspsychologe und nicht Politikwissenschaftler oder dergleichen.

    Ebendrum müsste sich Herrn Sollman Ausrutscher wie „Frau Merkel ist eine Politikerin der zweiten Reihe“ sparen, will er doch vermutlich darauf hinweisen, dass Frau Merkel eine TV-Talk-Teilnehmerin zweiter Klasse ist.

    Herr Sollman ist – ganz auf seine Art – sicher schon auf die Idee gekommen, Politk sei zu einem Showgeschäft verkommen, in dem Qualifikationen wie ausgezeichnete TV-Auftritte und passende Gestik mehr aussagen als politische Inhalte und Problemlösungen.

    Für mich ist Bundeskkanzlerin Merkel eine Politikerin erster Klasse, die sich zum Glück an anderen Maßstäben messen lässt als ein Kandidat Schröder, dem es wichtiger ist im TV-Duell zu glänzen als den Menschen tatsächlich in ihrer Not zu helfen.

    Es gibt hier nur einen Politker zweiter Klasse und das ist der Schröder. Die Gestik – das muss man ihm lassen – hatte er gut im Griff. Aber ich müsste als Deutscher doch bescheuert sein, einen virtuosen Kasperle zu wählen.

  4. Tina 21. September 2005 · 8:18 Uhr

    Ich finde Herrn Schröders Verhalten unmöglich. Er hackt auf Frau Merkel rum und stellt sich dann als Opfer ihrer „Angriffe“ dar. Schröder ist völlig unfähig diesen Staat weiter zu regieren. Er glänzt nur in TV-Duellen und selbst da ist er unerträglich. Frau Merkel äußert konkrete Pläne, auch wenn sie nicht gerade zum Vorteil mancher Menschen sind. Herr Schröder verschleiert alles und redet alles schön. Und dann packt er konkrete Pläne aus, wenn alles zu spät ist und wieder sind alle unzufrieden!

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.