gs_aktuell_31_07_klein.jpgHeute veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung sowohl in Print- als auch in Onlineausgabe ein Interview mit Gerhard Schröder. In der Zeitung erstreckt sich das Interview über eine ganze Zeitungsseite. Soll heißen, ein bißchen Zeit müsst ihr schon mitbringen, wenn ihr das lest. In dem Interview geht es um die extrem gestiegenen Wiederwahlchancen, das Ende der Wechselstimmung und idiotische Ideen eins „Professors aus Heidelberg“. Ein Auszug:

SZ: Die SPD hat lange gebraucht, um ein polarisierendes Thema im Wahlkampf zu finden. Seit der Berufung von Paul Kirchhof als Schatten-Finanzminister ins Kompetenzteam der Union hat sie es gefunden. Da könnten Sie doch Frau Merkel dankbar sein.

Schröder: Ich bin ja auch nicht undankbar. Niemand glaubt daran, dass das sinnvoll ist, was dieser Professor aus Heidelberg auf den Markt wirft. Eine der für mich merkwürdigsten Pläne, die in der CDU von Herrn Kirchhof entwickelt worden sind, ist folgende Feststellung: Im ersten Jahr mache ich ein Steuergesetz für hundert Jahre, im zweiten Jahr mache ich ein Rentengesetz für hundert Jahre – oder umgekehrt.

Das zeigt, dass dieser Mann von Realitäten wenig Ahnung hat. Und sich wenig darum kümmert. Auch das Allgemeine Preußische Landrecht gilt nicht mehr, weil die gesellschaftlichen Grundlagen dafür nicht mehr vorhanden sind.

Nehmt euch die Zeit. Es lohnt sich.

Das ganze Interview findet ihr hier.


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21 Kommentare

  1. Roter Baron 9. September 2005 · 13:53 Uhr

    Klasse Interview!
    Der Gerd zeigt wieder richtig, was in ihm steckt!
    Aber eigentlich haben wir ja die ganze Zeit damit gerechnet, dass zehn Tage vorher der Tiger in ihm erwacht und er kämpft – und wenn wir uns die Umfragen ansehen, dann sieht es richtig gut aus!
    In der politischen Stimmung haben wir die anversierten 38% schon erreicht. Jetzt heisst es kämpfen, kämpfen, kämpfen – und die leute überzeugen!

  2. Timos Homepage 9. September 2005 · 14:53 Uhr

    Interview mit Gerhard Schröder

    Heute in der Süddeuschen Zeitung kommt Bundeskanzler Gerhard Schröder in einem Interview zu Wort. Über den Wahlkampf, Kirchhof und die Pläne von Gerhard Schröder und der SPD hier nachlesen. Lesenswert!
    Via. SPDNRW.Blog.

  3. Sozialdemokrat für Oskar 9. September 2005 · 15:30 Uhr

    Sagt mal, werter Baron und Übrige:

    Nehmt Ihr eigentlich Drogen oder sowas?

  4. Edelstrauß 10. September 2005 · 6:54 Uhr

    Sag mal lieber Oskar, magst Du nicht lieber wieder in Deinen Spielkeller gehen?
    Oder noch ne bessere Idee: Du bist doch kein politisch ganz dummer Mensch. Geh doch auf die Straße und mach auch Wahlkampf für Deinen ehemaligen Finanzminister. Da machste was sinnvolles. Geh am besten in die CDU-Bezirke – zu den Bauernhöfen und so weiter. Sag denen, sie sollen Lafontaine wählen. Damit würdest Du uns allen einen sehr großen Dienst erweisen – Dir auch.
    Das wäre dann doch mal ein echt soziales Handeln!

  5. Michael Vinzens 12. September 2005 · 18:29 Uhr

    Was ist das für ein Kanzler, der sich von seiner SPD-Fraktion das Mißtrauen aussprechen lässt, um danach sofort „Gewehr bei Fuß“ in den Wahlkampf zu gehen.

    Wenn schon Schröder eine vorzeitige Wahl provoziert hat, und damit das Grundgesetz für seine Zwecke missbraucht hat, damit die CDU eine Kanditatin Merkel aufstellen muss, dann hätte dieser Kanzler Schröder erst mal sein Tupet richten, seine Haare erneut färben müssen, um danach auf der Oppositionsbank zu sitzen.

    Auf keinen Fall hätte er sich erneut zur Wahl stellen müssen.
    Was für eine Beleidigung von demokratischen Rechtsbewusststeins. Und die SPD-Wähler halten das Maul und machen mit.

    Wo bleibt die Kritik der Basis für den Neo-Liberalen-Kurs der SPD?
    Wie lange lasst ihr euch das gefallen von einem Bonzen, wie Schröder an der Nase geführt zu werden? Wann werdet Ihr einsehen, dass das opportunistische Handeln im Zeichen der Macht nur gut für Schröder und nicht gut für Deutschland gut sein kann?

    Glück auf Ihr Arbeiter-Klassen!

  6. Sozialdemokrat für Oskar 13. September 2005 · 2:23 Uhr

    @ Michael

    Die von Dir erwähnte Basis der SPD besteht aus einem bunten Haufen von PISA-geschädigten Minderbemittelten, gewissenlosen Mitläufern, neoliberalen Wendehälsen sowie Schröder-Fanatikern, die einen Personenkult à la Stalin betreiben.
    Bei diesen Außenseitern der Gesellschaft ist leider Hopfen und Malz verloren, wie man in Bayern zu sagen pflegt. . .

  7. bürger und wähler 20. September 2005 · 14:32 Uhr

    Voraberklärung meines Wahlverhaltens: Ich zähle mich zu den –vor Wahlen von allen Parteien umworbenen- Wechselwählern, bin also weder Mitglied bzw. Anhänger einer politischen Partei oder Ideologie.
    Das Wahlergebnis lässt m.E. keine sinnvolle Regierungskoalition zu. Für mich sind die möglichen Koalitionen vergleichbar mit einem Ruderboot in schwierigem Gewässer mit 2 – 3 Ruderern, die in verschiedene Richtungen rudern. Dass wir diese Situation heute haben dafür ist – dies sollte einfach jeder bedenken – ganz alleine Herr Schröder verantwortlich mit seinem fingierten Misstrauensvotum im Bundestag!
    Und dieser Herr Schröder hat die Unverfrorenheit in der ARD/ZDF-Sendung „Berliner Runde“ am Wahlabend seinen Machtanspruch zu reklamieren mit einer zur Schau gestellten Arroganz gegenüber den Parteivorsitzenden der anderen Parteien -insbesondere gegenüber Frau Merkel- als auch gegenüber den beiden TV-Moderatoren. Meinen besonderen Beifall fand die Reaktion des Moderators Nikolaus Brender gegenüber dem Bundeskanzler: „Herr Schröder ich nenne sie jetzt nur Herr Schröder“. Für einen Bundeskanzler war dieses Auftreten eigentlich nur peinlich!
    Wie kann dieser „Herr aus Hannover“ erwarten Bundeskanzler zu bleiben, bei den für seine Regierungskoalition wesentlich schlechteren Voraussetzungen im Bundestag als sie bestanden
    als dieser Herr uns Bürgern weiss machte, dass er keine Mehrheit mehr habe. Was führt dieser
    Herr eigenlich im Schilde? Für mich drängen sich hier Ahnungen nach Verhaltensähnlichkeiten mit seinem ehemaligen „Männerfreund“ aus dem Saarland auf!

    Wer hier evt. Rechtschreib- oder Grammatikfehler findet darf sie behalten.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.