Seltsamerweise geistert in den letzten Tagen immer wieder die Nachricht rum, die SPD würde nur darauf warten, ein Rot-Rot-Grünes Bündnis nach der Wahl abzuschließen. Auch in allen Umfragen wird immer schon das Ergebnis von SPD, Grünen und PDS adiert. Mir selbst ist völlig unklar, warum das so ist. Seit Monaten wird von führenden SPD-Politikern gesagt, dass es nch der Wahl nicht zu einer Koalition mit der Linkspartei kommen wird. Franz Müntefering machte dies jetzt mal weder in einer Presseerklärung deutlich:

muentefering_franz_presse_179.jpg„Jubiläen sollte man würdigen. Merkel und ihre Helfershelfer behaupten heute zum 100.Mal mit großen Worten und großen Buchstaben, die SPD werde nach der Bundestagswahl mit der PDS/ML auf der Bundesebene koalieren oder zusammenwirken.

Ich erkläre zum 100. Mal: Das ist falsch.
Die SPD wird nicht mit der PDS auf der Bundesebene koalieren oder in irgendeiner Weise zusammenwirken.
Merkel verleumdet uns, wenn sie es trotzdem immer wieder behauptet.

Dass sie und ihre Helfershelfer diese Unterstellung jetzt wieder mit so schriller Stimme verkünden, zeigt vor allem eines: Sie haben Panik.
Sie merken: Die Menschen wenden sich von Merkel ab.

Die Wahrheit ist: Das Programm von Frau Merkel und Herrn Kirchhof ist radikal unsozial. Davon will sie ablenken.

Der Klassiker gewinnt neu an Realität: Sie tanzte nur einen Sommer.“

Und jetzt ist das Thema hoffentlich ein für alle Mal vom Tisch.


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6 Kommentare

  1. Sozialdemokrat für Oskar 11. September 2005 · 17:42 Uhr

    Ihr Schlafmützen seid mal wieder nicht up-to-date:
    Erstens gibts die PDS schon lange nicht mehr und zweitens plädieren führende SPD Politiker wie z.B. Wowereit und Schreiner für eine Koalition mit der Linkspartei.

    Voraussetzung hierfür ist die Absetzung von Schröder und Münte, weshalb ich Euch Genossen und Genossinnen dazu aufrufe, umgehend die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Nur so können wird die schwarz-rote oder schwarz-gelbe Pest verhindern.

  2. Bildungsfeind 12. September 2005 · 8:36 Uhr

    Bildung ist scheisse!
    Reiche sollen mehr geld haben!
    CDU gewinnt! CDU!

  3. Axel 12. September 2005 · 11:35 Uhr

    Das die von der Union es nicht kapieren wollen:
    Es gibt KEINE Pläne für eine solche Koalition!
    Ich denke, es würde noch nicht einmal dann dazu kommen, wenn die SED alias PDS alias Linkspartei/WASG den „Ich-schlage-mich-in-die-Büsche-wenn-es-Ernst-wird-Oskar“ rausschmeißen würde. Das wäre schon mal ein, allerdings sehr kleiner, Schritt in die richtige Richtung.

    Also, meine lieben Freunde von der Linkspartei/WASG, damit es weiter Aufwärts geht und nicht mit der Union steil bergab,
    am 18.September BEIDE Stimmen für die SPD!

  4. Georg 12. September 2005 · 13:36 Uhr

    “Wir” haben Tagesaktuell 49,02% bei einem Meinungsanbieter.

    Aber was bringt “UNS” das am 19. September 2005=
    Gerd ist weg
    Wolfgang ist weg
    Hans ist weg
    Renate ist weg
    Otto ist weg und macht weiterhin keinen Zoff mit dem Beckstein aus und in Bayern!

    Und nun?
    Sind “wir” gelähmt, weil “wir” kein Programm für “the Day after” haben?
    Wo ist die Alternative für Gerd? “wir” werden ca. 33% der Wähler für “uns” überzeugen können; eine kümmerliche, aber trotzdem stolze Zahl, da die CDU nicht so viel bekommen hat (die Regionalpartei CSU hat “leider” wohl wieder 8-9% (bundesweit bereinigt) aus den sog. schlauen Bayern herausgeluchst). Da aber keiner irgendwelche Intrigen angestoßen hat, die in Richtung Kreuth gehen, werden “wir” die Bundestagspräsidentin nicht stellen können?

    ABER=
    Wir können doch die nächste Bundesregierung zusammenbasteln?
    Die Merkel “will” ja auch nicht Bundeskanzlerin werden, wenn sie nicht den Gerhard (der von der Pünktchenpartei) zum Außenminister bekommt.
    Will aber etwa irgend ein Beschränkter (um kein deutlicheres Wort zu benutzen) in unserer Partei mit der CDU/CSU irgend etwas anfangen?
    Etwa Beckstein als Innenminister? Videospiele in allen Ehren, und der Gag mit dem geklauten Fahrrad vor dem Bundestag war ja auch prima; aber hat irgend einer von “uns” mal an die Konsequenzen daraus gedacht?
    Der Rest von deren Kompetenzteam? Kinderbetreuung, Schulbildung, Studiengebühren, Donau-Ausbau, Atomreaktoren? Bei dem Steuerkonzept vom Kirchhof sollten wir aber mal ganz schnell die “rosa” Brille absetzten, das Konzept mit einer Steuerprogression unterfüttern und selber machen! (Wir bekommen zwar 500.000 arbeitslose Steuerberater, aber die können die Gehaltsabrechnungen in den Firmen machen, die sie vorher steuer sparend “beraten” haben!).

    Das Ministerpotential der GRÜNEN bleibt ja wohl gleich, für Gregor sollte doch Platz im Justizministerium, für Oskar Platz im Verkehrsministerium und für Frau Pau Platz im Familienministerium sein?

    “WIR” müssen ja leider die Minister – Plätze abgeben, da es ja eigentlich unsere Stimmen sind, die wir “bloß” aus Unachtsamkeit gegenüber unseren Mitbürgern an die anderen abgegeben haben!

  5. Michael Vinzens 12. September 2005 · 18:35 Uhr

    Münte ist der letzte Dinosaurier der SPD und Wahrhaft für die Menschen da. Das nehme ich ihm ab. Leider ist er in der Falschen Partei.

    Einer Partei wie der SPD die einen Neo-Liberalen-Sparkurs fährt und dabei jede Einsparung zu wenig, dann noch als Geschenk für die Bedürftigen ansieht.

    Auch Münte wird klar werden, dass die SPD keine Partei der kleinen Leute mehr ist.
    Und sie ist auch keine Arbeitnehmerrechtepartei.

    schönen Tag

  6. Sozialdemokrat für Oskar 13. September 2005 · 5:26 Uhr

    @ Michael

    Du schreibst: „Einer Partei wie der SPD die einen Neo-Liberalen-Sparkurs fährt und dabei jede Einsparung zu wenig, dann noch als Geschenk für die Bedürftigen ansieht.

    Auch Münte wird klar werden, dass die SPD keine Partei der kleinen Leute mehr ist.
    Und sie ist auch keine Arbeitnehmerrechtepartei.“

    Deine Feststellung ist traurig, aber wahr.
    Diesbezüglich sei zur Klarifikation ein Exzerpt aus dem neuesten Buch von Oskar Lafontaine „POLITIK FÜR ALLE“ angefügt:

    „Die SPD-Granden haben sich ohnehin in einen Widerspruch verwickelt. Sie behaupten ja, die Regierung Kohl habe viel zu wenig ins soziale Netz geschnitten, und gleichzeitig wollen sie „weniger schlimm“ sein als CDU/CSU und FDP. Jeder Kenner der deutschen Politik weiß, dass sich die Regierung Kohl weder den mit Hartz IV verbundenen Sozialabbau noch die mit der Steuerreform 2000 verbundenen Milliardengeschenke an die Großindustrie geleistet hätte. Die Regierung Schröder war im Umverteilen von unten nach oben sogar härter als die Regierung Kohl. So sehen das auch die deutschen Unternehmer. Auf dem deutschen Arbeitgebertag im November 2004 zollte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt dem Kanzler Respekt und Anerkennung und sagte ihm Unterstützung für seinen Reformkurs zu. Und hinter vorgehaltener Hand geben die Industriebosse zu verstehen, so stand es jedenfalls in der „Welt“, nur eine rot/grüne Regierung sei strategisch in der Lage, schmerzhafte Reformen gegen den Widerstand der Gewerkschaften durchzusetzen.“

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