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Heute waren Bundeskanzler Gerhard Schröder, SPD-Parteichef Franz Müntefering und der Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit zu Gast ist in Oberhausen. Vor 8.000 Zuschauern ging es darum, 2 Tage vor der Wahl noch einmal um jede Stimme zu kämpfen. Mit dabei war die Musikgruppe „Brings“.

„Brings“ waren auch die ersten, die mich in Oberhausen-Sterkrade vor dem technischen Rathaus begrüßten. Zwar habe ich mich gefragt, warum die ihren Song „Willkommen in Kölle, willkommen tu hues“ (Ich hoffe, ich schreibe das ansatzweise richtig) unbedingt auch in Oberhausen spielen mussten, aber als sie hinterher „Superjeile Zick“ gespielt haben, hat der Platz getobt.

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Brings

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Auf schlechtes Wetter vorbereitet, aber es gab Sonne satt.

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Stefan Brings

Anschließend kam Stefan Brings auch noch kurz zum Interview. Auf die Frage, warum sie sich für die SPD engagieren und nicht für eine andere Partei antwortete Brings:
„Wir sind ´ne Band, wir haben ´ne Basisdemokratie. Wir haben abgestimmt und für ´ne andere Partei würde wir nicht spielen.“
Hört man gerne-

Von den anwesenden Politikern war zunächst der lokale Bundestagsabgeordnete Wolfgang Grotthaus an der Reihe. Angesprochen darauf, ob es sich bei der Wahl am Sonntag um eine Schicksalswahl handele sagte er, es ginge eher um eine „Richtungswahl“.

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Wolfgang Grotthaus

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NRWSPD-Generalsekretär Mike Groschek

Anschließend betrat NRWSPD-Generalsekretär Mike Groschek die Bühne. Dieser mahnte an, dass man in der augenblicklichen Aufregung um die Bundestagswahl nicht die NRW-Landespolitik aus dem Auge verlieren dürfe. Die bisherige Bilanz des neuen CDU-Ministerpräsidenten von NRW, Jürgen Rüttgers, sei sehr schlecht. Rüttger sei der der „Sieger in der Disziplin Versprechen brechen“. Als Beispiele nannte er unter anderem Studiengebühren für Bafög-Empfänger und bereits 2 Milliarden Euro neue Schulden seit Amtsantritt. Dem Kanzler versprach er, dass Oberhausen den Grundstein legen werde, dass Schröder Kanzler bleibe. „Gerhard Schröder ist der würdige Nachfolger von Helmut Schmidt und Willy Brandt.“

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Porsche-Betriebsratchef Uwe Hück

Danach erlebten die 8.000 Zuschauer in Oberhausen eine flammende Rede des Porsche-Betriebsratvorsitzenden Uwe Hück.
Er führte Porsche für einen Betrieb an, der durch kluge Reformen und Beibehaltung der betrieblichen Mitbestimmung saniert worden sei.
„Menschen sind Erfolgsfaktoren und nicht Kostenfaktoren. Deshalb darf man Arbeitnehmerrechte nicht beschneiden.(…)Das Problem bei Porsche war nicht der Kündigungsschutz, sondern fehlende Innovation.“
In Richtung der Union-Kanzlerkandidatin Merkel, die glaubt, man müsse nur die Arbeitnehmerrechte beschneiden und die Arbeitgeber würden sofort beginnen Arbeitsplätze zu schaffen sagte er:
„Frau Merkel, wenn sie auf einen Zug warten, vergewissern sie sich, ob da auch Schienen liegen.“
Nach seiner Rede umarmter er und der Kanzler sich.

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Franz Müntefering bei seiner Rede in Oberhausen

Dann kam Franz Müntefering. Auch er wandte sich zunächst an Angela Merkel und die Annahme, Deutschland hätte sich bei einer Unionsgeführten Bundesregierung am Irakkrieg beteiligt:
„Ich kann mich noch gut erinnern, wir Frau Merkel vor 1,5 Jahren in die USA gefahren ist und beim Präsidenten auf dem Schoß gesessen hat.“
Dann kam er auf Ede Stoiber und Bayern zu sprechen. Bayern habe noch bis in die 90er Jahre hinein stark von dem Länderfinanzausgleich profitiert:
„Unsere Kumpel sind in die Erde gegangen und haben Kohle rausgeholt und nach Bayern geschickt.
(..)
Herr Stoiber, wer 36 Jahre aus der Hand der anderen gelebt hat, der sollte jetzt nicht die Backen aufblasen, wenn es anderen mal nicht so gut geht.“

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Dann ließ er das Rednerpult hinter sich und Schröder gab ihm die Hand und bedankte sich für die Rede. Schröder forderte die Anwesenden auf, „Unbedingt zur Wahl zu gehen“ und „von ihren bürgerlichen Rechten Gebrauch zu machen“. Zwar werde es niemanden überraschen, dass er sie um ihre Stimme für die SPD bitte, aber wichtig sei, „dass sie über haupt zur Wahl“ gingen.
Ein weiteres zentrales Thema seiner Rede war die Ganztagesbetreuung.
„Wir müssen bis zum Ende des Jahrzehnts in Europa vorbildlich in der Ganztagesbetreuung sein.“
Über den Sinn der Eu sagte er:
„Wir wollen erreichen, dass die Völker Europas nie wieder Krieg führen, dass ist es, worum es bei der EU geht.“
Abschließend sprach er noch über die Regierungsentscheidung, sich nicht am Irakkrieg zu beteiligen.
„Die Frage, ob wir uns an militärischen Interventionen beteiligen wird auch in Zukunft in keiner anderen Hauptstadt getroffen als Berlin, solange Sozialdemokraten in Deutschland regieren.“
Damit beschloss er seine Rede und die 8.000 Zuschauer klatschen minutenlang Beifall.

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Doris war übrigens auch da.

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Ich natürlich auch ;-) (Ich war lange nicht so skeptisch, wie ich hier aussehe)


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15 Kommentare

  1. Jens - politikinside.blogg.de 17. September 2005 · 0:31 Uhr

    Nen kleines Lächeln von dir, wäre net schlecht gewesen *fg* Aber bei Selbstfotos schaut man immer so komisch ;-D

    Hatte sich Gerd eigentlich über die Steuerlüge der Union geäußert? Hätte mich echt interessiert. Denn dass was da von der Union derzeit veranstaltet ist doch echt durchschaubar.

  2. Malik 17. September 2005 · 0:47 Uhr

    Berechne Deine jahressteuerlast nach dem Kirchhof-Modell beim stern-Kirchhofrechner:

    http://www.stern.de/wirtschaft/steuern/514921.html

  3. Malik 17. September 2005 · 0:48 Uhr

    Eine Familie mit einem Kind bezahlt bis knapp 30.000 € Jahresbrutto KEINE Steuern.

  4. Jens - politikinside.blogg.de 17. September 2005 · 1:06 Uhr

    Dann frag mal Rudolf Hinkel (Direktor der IAW) – Kirchhof-Steuerkonzept ist ungerecht und demoliert die Staatsfinanzen endgültig. 42 Milliarden Miese im ersten Jahr.

    Eine ledige Krankenschwester mit einem Bruttojahresgehalt von 30.000 €, darin sind 4500 steuerfreie Zuschläge enthalten und diese macht eine Summe von 3600 € für Arbeitsfahren geltend, müsste aktuell 2544 € zahlen, nach Kirchhof kämen 1.940 € hinzu, so Hinkel.

  5. Thorsten - blog.nrwspd.de 17. September 2005 · 8:39 Uhr

    @ Malik
    Schön, dass du wieder da bist. Ich dachte schon, die sei was passiert.

    @ Jens
    Expilizit hat er zur Steuerlüge nichts gesagt. Das macht Eichel wohl alles schön selber.

  6. Thorsten - blog.nrwspd.de 17. September 2005 · 8:41 Uhr

    @ alle
    Heute fahre ich übrigens nach Recklinghausen zur letzten NRW_Veranstaltung vor der Wiederwahl des Kanzlers. Soll ich der Doris ihren Mann was ausrichten?

  7. Malik 17. September 2005 · 10:57 Uhr

    @ Jens
    Ist ja ´ne schöne SPD-Floskel, dass das Kirchhof-Konzept unsozial sein soll. Aber warum es unsozial sein soll, muss mir mal hier einer erklären.

  8. Malik 17. September 2005 · 10:59 Uhr

    @ Thorsten
    Ich wollte nur mal vorbeischauen und sehen ob ich etwas für Euch tun kann. Denn egal wie die Wahl ausgeht. Ein Kanzler Gerhard SChröder ist das Unwahrscheinlichste. Esa sei denn, er bricht sofort sein erstes Versprechen und koaliert mit Grün UND dunkelrot.

  9. Jens - politikinside@blogg.de 17. September 2005 · 12:30 Uhr

    @Malik Es kann nicht sein, dass die unteren Lohngruppen mehr zahlen müssen beim Kirchhof-Konzept und die oberen Lohngruppen mal wieder das Geld in den Arsch geschoben bekommen (Sorry für die Ausdrucksweise!) Der Bund der Steuerzahler hat nachgerechnet und auch da sieht man eine Belastung der unteren Lohngruppen und eine Entlastung der oberen.

    @Thorsten Naja Gerd kann das besser, als der Hans *g*

  10. Malik 17. September 2005 · 15:10 Uhr

    Wie können untere Lohnfruppen benachteiligt sein, wenn sie, nehmen wir nur mal ein Ehepaar an, 16000 Euro Grundfreibetrag haben?

    Großverdiener haben zwar augenscheinlich heute einen höheren Steuersatz aber rechnen ihr zu versteuerndes Einkommen erstmal ordentlich runter (bin Steuerfachangestellter, weiß wovon ich rede), was Normalarbeitnehmer in dem maße nicht können.

    Dazu kommt, dass das Kirchhof-Konzept auch Baggerfahrer Klaus versteht und nicht Jahre eine AUsbildung machen muss, um zu wissen, wo man nachschlagen muss.

    Die Verlierer wären natürlich Steuerberater und Finanzbeamte. Aber sind diese ABM-Berufe es wirklich wert, das ganze Land zu lähmen, damit es den paar leuten (sehr) gut geht?

    Ich wundere mich da wirklich. Gerade die SPD sollte doch auf der Seite der Arbeitnehmer stehen, oder sehe ich das falsch? Mir kommt es so vor, als wenn die hetze eher neid ist, nicht selber einen so fähigen Finanzexperten zu haben. STatt dessen beschäftigt die SPD in diesem posten einen gescheiterten Lehrer.

  11. No-Merkel 17. September 2005 · 15:42 Uhr

    Guten Tag zusammen,

    ich bin gestern von meinem Wohnort Krefeld mal rüber nach Oberhausen gefahren, um den neuen und alten Bundeskanzler zu sehen. Beeindruckt hat mich aber ein anderer: Uwe Hück! Wer als unentschlossener Wähler diese Rede gehört hat und immer noch der Meinung ist, daß eh alle gleich sind, ob CDU oder SPD, dem ist nicht zu helfen!

  12. Malik 17. September 2005 · 16:57 Uhr

    @ No-merkel

    Egal wie die Wahlen ausgehen. Ein Kanzler Schröder ist dabei das Unwahrscheinlichste.

  13. Sozialdemokrat für Oskar 17. September 2005 · 19:23 Uhr

    @ Malik

    Du stellst fest: „Egal wie die Wahlen ausgehen. Ein Kanzler Schröder ist dabei das Unwahrscheinlichste.“

    Und ich möchte hinzufügen: Das ist auch gut so!

    Denn 1998 posaunte Schröder: „Wenn ich es nicht schaffe, die Zahl der Arbeitslosen signifikant zu reduzieren, dann bin ich es nicht wert, wiedergewählt zu werden“.

    http://www.bundesregierung.de/-,413.884088/interview/Das-TV-Duell.htm

    Heutzutage herrscht jedoch eine Rekord-Arbeitslosigkeit von 9,4 Millionen (Ulrich Meyer, akte 05).

    http://www.sat1.de/lifestyle_magazine/akte/topthemen/aktuell/content/04048/

    „Der Bundeskanzler wollte eine Volksabstimmung über seine Reformpolitik und die Agenda 2010, nun soll er sie bekommen: Ein klares Nein“, sagte Gysi in Berlin vor rund 2000 Anhängern.

    Oskar Lafontaine bezeichnete Schröder wegen seines Versprechens, die Arbeitslosenquote deutlich zu senken, als „Weltmeister der Lügen“.

    http://www.rundschau-online.de/kr/KrCachedContentServer?ksArtikel.id=1125644284544&openMenu=1039082845263&calledPageId=1039082845263

    Heute hat Deutschland die höchste Arbeitslosenquote in Europa. „Wer in diesem Ausmaß lügt, der verdient es nicht, wiedergewählt zu werden“, sagte Lafontaine.
    Die „rund 200 000 Sozialdemokraten“, die aus Enttäuschung über diese Politik die SPD verlassen hätten, forderte ihr früherer Vorsitzender auf, jetzt bei der Linkspartei mitzumachen.

    http://www.n-tv.de/580659.html

    DESHALB MORGEN L I N K S P A R T E I WÄHLEN !

    http://sozialisten.de/wahlen2005/magazin/kampagne/download/lafontaine_a1plak.jpg

  14. Sozialdemokrat für Oskar 17. September 2005 · 21:16 Uhr

    @ Malik

    SPD/Grüne —> Afghanistan, Usbekistan
    CDU/FDP —> Irak & Iran

    Nicht von ungefähr kommt die Wahlempfehlung einer ernstzunehmenden zeitgenössischen Persönlichkeit, welche auch die letzten Zweifler wie Dich überzeugen dürfte:

    http://amigoboom.typepad.com/photos/uncategorized/osamalinke.JPG

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.