leereversprechen.jpg

Gerade ist mir was aufgefallen: Obwohl CDU, CSU und SPD ab Montag ja zu Koalitionsgesprächen zusammenkommen, scheinen die Konservativen dies im Netz noch nicht mitbekommen zu haben.

Wo die SPD Ihre Negative-Campaigning-Sites www.die-falsche-wahl.de und www.merkel-tv.de inzwischen abgeschaltet hat, wird bei der CDU auf den Sites www.leere-versprechen.de und www.wahlfakten.de weiterhin munter auf den neuen Koalitionspartner eingedroschen.

Was denkt Ihr? Gehört sich das? Ist es schlechter Stil oder ist es nur konsequent auch im Netz weiterhin offen zu zeigen, daß man eigentlich nie zusammenarbeiten wollte? Sind die Sites dafür nicht zu polemisch?

Aber vieleicht liegts auch daran, daß Angie auf Ihrer Site immer noch nicht gemerkt hat, daß die Wahl inzwischen vorbei ist ;-)


Du kannst die Kommentare zu diesen Artikel durch den Kommentar-Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

17 Kommentare

  1. michael 13. Oktober 2005 · 12:09 Uhr

    Ich wurde sagen, dass das guter Stil ist, die Seiten nicht zu löschen. Das ist ein Teil Wahlkampfgeschichte, warum sollte das nicht stehenbleiben. Es so schnell aus dem Netz zu nehmen grenzt ja an den Versuch von Geschichtsfälschung.

  2. Carsten 13. Oktober 2005 · 12:15 Uhr

    Hab ich auch drüber nachgedacht – aber müssten dann Wahlkampfspots im Fernsehen dann nicht weiterlaufen? Müssten Plakate dann nicht weiterhängen?

    Ich denke, daß der Wahlkampf nun vorbei ist und (obwohl es natürlich keine Liebesheirat ist) es sich nicht gehört den politischen Partner in einer derartigen polemischen Weise anzugehen.

    @Michael: Aber Deine Position kann ich auch sehr gut nachvollziehen.

  3. Küchenkabinett 13. Oktober 2005 · 12:20 Uhr

    Wahlkampf-Relikte

    Wie der NRWSPD-Blog soeben verlauten lässt, hat die SPD ihre “negative-campaigning”-Seiten Falsche Wahl und Merkel-TV vom Netz genommen. Nicht so die CDU, die “Leere-Versprechen” und “Wahlfakten” weiter zur Verf…

  4. bazinho 13. Oktober 2005 · 12:27 Uhr

    Alles andere wäre doch sehr überraschend gewesen. Die Union hat im Internet Wahlkampf doch von anfang an gezeigt wie fortschrittlich sie ist. Erst brauchte sie ewigkeiten um ihr Online Konzept von 2002 neu aufzulegen und um ein paar von der SPD geklaute Ideen anzureichern. Pünktlich zur Vorstellung der „ehrlichen“ Online-Kampagne fälschte sie ein Merkel Interview.
    Kauder und der Rest CDU taten Blogs als überschätzen Hype ab. Um dann nur tage später durch den CSu-blog düppiert zu werden. Anschließend berief sie sich immer wieder auf einen zweitklassigen Anhänger Blog um ihre Anwesenheit in diesem neuen Medium zu demonstrieren.
    Der CSu Blog wiederum kündigte an ganz fortschrittlich Spam zu verbreiten. Und wurde ganz fortschrittlich offline genommen und gereinigt, als die vom Spam-bedrohten kommentierten.
    Hinzu kommen noch Peinlichkeiten wie der iKauder usw.

    Mal ehrlich das Die in dem Moment, als der Wahlkampf gelaufen war und keiner mehr nach den Online-Aktivitäten fragt, abschalten, die Tastaturen aus dem Fenster warfen und vom Internet die nächsten vier nichts mehr wissen wollen, dass ist doch nicht wirklich überraschend.

  5. Carsten 13. Oktober 2005 · 12:31 Uhr

    @Bazinho: Aber mit den r/toten Blogs und dem SPD-Podcast bekleckern wir uns gerade auch nicht Ruhm, oder?

  6. bazinho 13. Oktober 2005 · 12:39 Uhr

    Die von Michael angesprochenen Schwierigkeiten mit der Archivierung von Zeitdokumenten aus dem Internet sind in der Tat vorhanden. Nichts desto trotz hat Oliver recht, der Wahlkampf ist vorbei und die „Kriegs“Kommunikation mithin zu beenden.

    Allerdings müßte tatsächlich vorallem aus Belangen für Historiker, Politikwissenschaftler etc. eine Möglichkeit gefunden werden digitale Wahlkampfkommuniktion sowie vieles anderes zu archivieren. Und zwar umfassend, also nicht nur Inhalte, sondern auch Desgin, Seitenaufbau, die Vernetzungsstruktur über links usw.
    Auch öffentlich zugänglich müßte ein solches Archiv sein.

    WIe man das umsetzen kann, ohne die Kanäle für die aktuelle Kommunikation zu verstopfen, ist schwierig. Fürs erst könnten in diesem Fall die Parteien auf ihren Websites ein Untermenü „vergangene Onlineaktivitäten“ aufführen, in denen die Kampagnen archiviert sind.
    Nur eigenständig online lassen halte ich für bescheiden, denn dann gehören sie zu den aktuellen Kommunikationaktivitäten der jeweiligen Partei. Und das ist nun wirklich kein Umgangston unter Koalitionspartnern.

  7. Carsten 13. Oktober 2005 · 12:40 Uhr

    Oliver? Ich bin Carsten :-(

    Zum Rest: 100% agree!

  8. bazinho 13. Oktober 2005 · 13:28 Uhr

    @CARSTEN
    Sorry carsten, ich hatte da irgenwie einen Knick in der Optik. Also echt keine Ahnung wie ich drauf gekommen bin. Nochmal sorry, sorry, sorry…

    Was SPD Podcast und Rote Blogs angeht. Das sollte in der Tat noch besser gehen. Wobei ich die Idee der Roten Blogs sehr charmant finde. Ich bin auch der Meinung, dass man sowas schlecht von Berlin aus dirigieren kann. Man hat halt den Anhängern und einfachen Mitgliedern ein Tool gegeben. Ob die das dann annehmen und umsetzen, vorallem wie sie das tun, ist ne andere Sache.

    Auch hätte ich es sehr verwunderlich gefunden, wenn angesichts einer in Deutschland noch recht kleinen blogosphäre, der Altersstruktur aller Parteien, dem Streben nach Freidenkertum in weiten teilen von blogosphäre und umgebung, der kurzfristigen Vorbereitung der RotenBlog Geschichte und der Kürze des Wahlkampf der große Wurf gelungen wäre. Aber wenn man das Tool beibehält (sprich sowohl das Angebot sich einen Blog einzurichten, als auch der Vernetzungsgedanke) und sich hier längerfristig was aufbaut, dann kann daraus was werden.

  9. Jens - politikinside@blogg.de 13. Oktober 2005 · 14:02 Uhr

    @CARSTEN Naja bei den Roten Blogs und beim Podcast gibt es sicherlich noch Verbesserungsbedarf und man sollte aus den Erfahrungen für den nächsten Wahlkampf lernen und mit unserer Berliner Agentur face2face haben wir doch auch Experten ;-)

    @michael Wieso Geschichtsfälschung? Es sind doch nur reine Wahlkampfplattformen gewesen und jetzt schreit doch kein Hahn mehr nach! Wenn man sowas archivieren möchte, könnte man doch im Haus der detuschen Geschichte doch eine „Wahlkampf-Abteilung“ machen, mit Terminals wo man die Plattformen nochmal anschauen kann.

  10. Jens - politikinside@blogg.de 13. Oktober 2005 · 14:04 Uhr

    Ubs ich meinte natürlich face2net ;-)

  11. Thomas 13. Oktober 2005 · 15:49 Uhr

    Der Wahlkampf ist vorbei, da könnten jetzt knapp 4 Wochen nach der Wahl die Negative-Campaigning-Seiten genauso aus dem Internet verschwinden, wie die Plakate aus dem Strassenbild verschwunden sind.

    Zur Roten-Blog-Geschichte: Es gab und gibt da ja auch noch das Angebot der WebSozis an die Mitglieder der SPD ein kostenloses Blog einzurichten. Unter http://www.notizblogg.de kann man dies immer noch tun.

  12. Jens - politikinside@blogg.de 13. Oktober 2005 · 17:58 Uhr

    Biste dir sicher, dass alle Plakate verschwunden sind? *g* Also ich finde zwischendurch immer wieder welche von der Konkurenz ;-)

  13. michael 13. Oktober 2005 · 18:30 Uhr

    Also bitte, Jens. Ein wenig mehr als vier Wochen könnte man Forschern aller Art schon lassen, um so etwas wie Online-Wahlkampf auzuarbeiten. Und es soll sehr wohl Leute geben, die das interessiert.

    Zumal weil das ja alles bald wieder von vorne losgeht und du schon richtig angemerkt hast, dass man noch das eine oder andere verbessern könnte. Was mithin voraussetzt, dass man in Erfahrung bringen kann, was gewesen ist.

  14. Jens - politikinside@blogg.de 13. Oktober 2005 · 19:04 Uhr

    Also aus dieser Sichtweise hab ich das nicht betrachtet. Aber dennoch würde ich das nicht als Geschichtsfälschung bezeichnen ;-)

  15. Diego 16. Oktober 2005 · 10:27 Uhr

    Die Seiten waren aber auch nach der Wahl 2002 offen und da hats auch keinen interressiert!
    Also bitte nachdenken bevor schreiben

  16. Carsten 16. Oktober 2005 · 17:42 Uhr

    @Diego: Ich verstehe nicht recht… Nur weil es 2002 niemanden interessiert hat soll man nicht drüber schreiben und drüber diskutieren? Spannender Ansatz, oder hab ich was mißverstanden? ;-)

  17. Anode 17. Oktober 2005 · 9:21 Uhr

    @Diego:
    2002 war man nachher auch noch Gegner und nicht Partner. Bitte nachdenken bevor schreiben…

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.