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Hermann Heinemann ist am Dienstag im Alter von 77 Jahren gestorben, bestätigte am Mittwoch die SPD in Dortmund.

Die NRWSPD trauert um einen ihrer Großen. Hermann Heinemann ist am 15. November 2005 im Alter von 77 Jahren gestorben.

Hermann Heinemann, seit 1951 Mitglied der SPD, war von 1975 bis 1992 Vorsitzender des SPD-Bezirks Westliches Westfalen.
Von 1985 bis 1992 gehörte er als Sozialminister der NRW-Landesregierung an.

Bis kurz vor seinem Tod hat er an Parteiveranstaltungen teilgenommen, wo er stets ein gesuchter Gesprächspartner war.

SPD-Landesvorsitzender Jochen Dieckmann: „Hermann Heinemann hat sich verdient gemacht um unser Land und um die Sache der Sozialdemokratie. Wir alle in der NRWSPD verlieren einen engagierten Weggefährten und klugen Ratgeber, viele einen Freund.“

Heinemann war in Dortmund und Nordrhein-Westfalen engagiert.
Stationen seines Lebens: Nach der Kriegsgefangenschaft absolvierte der Dortmunder eine Banklehre, engagierte sich in der Gewerkschaft ÖTV und trat 1951 der SPD bei. Heinemann war von 1975 bis 1992 Chef des SPD-Bezirks Westliches Westfalen. Von 1985 bis 1992 gehörte er als NRW-Sozialminister der Düsseldorfer Landesregierung an. 14 Jahre lang war er auch Geschäftsführer der Westfalenhallen. Bekannt war Heinemann auch im Umfeld des Bundesligisten Borussia Dortmund. Im vergangenen Jahr trat er bei der Jahreshauptversammlung der Mitglieder als Kritiker von Niebaum und Meier ans Mikrofon und griff die ehemalige Geschäftsleitung scharf an.


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8 Kommentare

  1. Sozialdemokrat für Oskar 16. November 2005 · 17:39 Uhr

    Er wird uns wirklich fehlen — Gott hab ihn selig.

    Aus einem Leserbrief an die taz:

    Was Heinemann kann

    betr.: „Frau Merkel kann es nicht“, Interview mit Hermann Heinemann, taz nrw vom 11.10.05

    Der taz-nrw ist zu danken, dass sie einem ganz besonders Kompetenten das Wort erteilt hat: Hermann Heinemann […] Heinemann, der eine ganze Reihe von Ruhegehältern bezieht, war immer schon auf der Seite der Schwachen und für einen entsprechenden „Umgang mit den Besitzenden in dieser Gesellschaft“. Auf seiner Seite: Die SPD wollte ihn schon 1980 zum Minister machen. Ohne Landtagsmandat. Als Heinemann sich die Gehaltstabelle angesehen hat, wurde er ganz blass – und so krank, dass er leider verzichten musste. Zur Genesung verhalf der weitere Bezug des erheblich höheren Salärs als Hauptgeschäftsführer der Westfalenhalle. […] Heinemann (stand) vertragsmäßig auch beim Wechsel nach Düsseldorf ein Geschäftsführer-Ruhegehalt zu. Und zwar sofort. Heinemann hätte es genommen, aber in der SPD gab es ein paar Leute, die meinten, Landtagsdiäten und Ministergehalt seien doch auch ganz ansehnlich. Weil es nicht so gut aussähe, wenn ein „Sozialminister“ so sehr an sich selbst denke, solle er doch bitte bis zum Renteneintritt damit warten. Schweren Herzens hat Heinemann „verzichtet“. Als er später ministeriell Überstunden anprangerte, hatte er leider schon vergessen, welchen Haufen an Überstunden er von den MitarbeiterInnen der Westfalenhalle verlangt hatte. Einen guten Teil haben Techniker und Handwerker mit der Renovierung seines Hauses in Iserlohn-Hennen verbracht. Um über diesen Vorgang einvernehmlich im Kreise von SPD, CDU und ÖTV den Mantel des Schweigens decken zu können, wurde 1985 die Neubesetzung des Aufsichtsrats der Westfalenhalle um einige Monate verzögert. […] Das alles „konnte“ Heinemann. […]

    RICHARD KELBER, Dortmund

  2. Tobi 16. November 2005 · 20:09 Uhr

    Find ich echt klasse, wie man hier mit Verstorbenen umgeht!

    Zeigt einiges von der Persönlichkeit des Posters!

  3. Karl 19. November 2005 · 16:27 Uhr

    Richard Kelber, dieser Umgang mit Verstorbenen ist absolut inakzeptabel. Sie haben bei ihrem Posting vielleicht nicht an die Überbliebenden gedacht. Über Tote spricht man nicht in diesem Ton, oder ich will sehen wie es Ihnen gefällt, wenn man so über einen ihren nahe stehenden spricht.

  4. Dirk 19. November 2005 · 18:25 Uhr

    Matthias Platzeck würdigt Hermann Heinemann

    Der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, der brandenburgische Ministerpräsident, Matthias Platzeck, würdigt den verstorbenen Hermann Heinemann:

    Sehr geehrte Familie Heinemann, liebe Ruth Heinemann,

    zum Tode Ihres Mannes und Vaters Hermann Heinemann spreche ich Ihnen – auch im Namen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands – meine tief empfundene Anteilnahme aus.

    Die SPD und darüber hinaus unser Gemeinwesen hat Hermann Heinemann viel zu verdanken. Über 50 Jahre war er Mitglied in unserer Partei und seit Mitte der 1960er Jahre in vielen wichtigen Funktionen und Ämtern im Sinne der gemeinsamen Sache tätig.

    Zunächst als Vorsitzender der SPD in seiner Vaterstadt Dortmund und von 1975 bis 1992 als Vorsitzender des mitgliederstärksten Bezirkes „Westliches Westfalen“. Unter der Ägide von Hermann wurde „Westliches Westfalen“ zum Synonym für innerparteiliche Geschlossenheit und Durchsetzungsstärke.

    Als Minister für Arbeit und Soziales von Johannes Rau 1985 in sein Kabinett berufen, hat sich Hermann Heinemann schnell als bürgernaher, zupackender und deswegen bundesweit bekannter Politiker profiliert. Das Ruhrgebiet war zu dieser Zeit einem einschneidenden Strukturwandel unterworfen, der den Menschen auch schmerzliche Opfer abverlangte. Ein Prozess, der gerade auch in Dortmund durch den tatkräftigen Einsatz von Hermann Heinemann erfolgreich bewältigt wurde.

    Lange Jahre gehörte er auch dem Parteivorstand der SPD an und war dort ein geschätzter, aufrechter Mitstreiter.

    Hermann Heinemann hat sich selbst nie in den Vordergrund gedrängt. Er hat, wie er es selbst nannte, “menschliche Politik für breite Schichten“ gemacht. Dabei lag ihm das Ruhrgebiet und Nordrhein-Westfalen besonders am Herzen. Die starke Position der Sozialdemokratie im Ruhrgebiet ist wesentlich seiner Arbeit geschuldet.

    Die deutsche Sozialdemokratie trauert um Hermann Heinemann. Wir werden ihn nicht vergessen und ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

    Mit stillem Gruß

    Matthias Platzeck

  5. Sozialdemokrat für Oskar 20. November 2005 · 16:13 Uhr

    Ich finde es unerträglich und pietätlos wie Platzeck gleich einer Schnecke herumschleimt, um aus purer Karriere-Geilheit einen auf Sozialdemokrat zu machen.

    Während dieser kein einziges Wort über den just in Afghanistan getöteten Bundeswehrsoldaten verliert, stilisiert sich Schröder in Hannover beim Festakt inmitten von Fackelschein, Trommeln und Trompeten zum obersten Feldherren eines neo-nationalistischen Deutschlands.

    Bereits 18 (achtzehn) Soldaten der Bundeswehr fanden ihren sinnlosen Tod am Hindukusch, wo angeblich die „deutsche Heimat verteidigt“ wird.
    http://www.bbv-net.de/layout/fotos/180×143/1v101510437c0f510009.jpg
    http://img.web.de/c/00/59/CA/90.420

    Derweil werden die beim selben Anschlag schwerverletzten Kameraden im Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz behandelt.
    http://www.marktplatz-oberbayern.de/regionen/garmisch/art1614,331756.html?fCMS=cb76c3b9f50db0020c05a1f5d787cc9f

    Wieviele unserer Jungs müssen denn noch in Särgen oder grausam vestümmelt nach Deutschland zurückkehren?

    Muß denn unbedingt der Wahnsinn von vor über 60 Jahren wiederholt werden?

    Haben wir Deutsche nichts aus der Geschichte gelernt?

  6. Karl 20. November 2005 · 22:23 Uhr

    Was hat dies mit dem Tod Heinemanns zu tun?

  7. Richard Kelber 20. Dezember 2005 · 19:37 Uhr

    Wer lesen kann, die lese: Heinemann ist am 15.11.05 gestorben.
    Mein Leserbrief ist am 17.10.05 in der taz-nrw erschienen und bezog sich auf ein Interview mit Heinemann ebendort am 11.10.05.
    Dort hat er ziemlich mies über Frau Merkel gesprochen, die später auch seine Bundeskanzlerin werden sollte.
    Darauf habe ich geantwortet und dargelegt, was ich von Heinemanns Lebensleistungen halte.
    Was also hat das mit dem Tod von Heinemann zu tun und damit, dass ich nach seinem Tod schlecht über ihn geschrieben haben soll?
    Nichts. Außer dass der eine oder andere Fan von Heinemann nicht lesen kann. Nicht ohne Grund: Der Fan hat eine eingegrenzte Sicht der Dinge.

  8. Richard Kelber 20. Dezember 2005 · 20:14 Uhr

    Der Vollständigkeit halber möchte ich darauf hinweisen, dass die E-Mail-Adressen, die die mutigen Debattierer „Sozialdemokrat für Oskar“ und „Karl“ hinterlassen haben, falsch sind.
    Das erlaubt selbstverständlich moralische Empörung in erhöhtem Maße.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.