Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber für mich sind die letzten Tage und Wochen, zumindest was meine Nerven angeht, irgendwie angenehmer erschienen, als die davor. Seit SPD und CDU laut Wählerauftrag gemeinsame Sache machen müssen hat es aufgehört, dieses ewige kategorische Kritisieren am Anderen und das Schlechtreden aller Dinge, die die anderen machen. Diesen Part hat jetzt der so genannte „Oppositionsführer“ Guido Westerwelle übernommen. Der wirkt allerdings immer noch einfach nur beleidigt, dass er auf Bundesebene nicht mitspielen darf und ist zum Glück im Moment so uninteressant, dass er nich besonders ins Gewicht fällt, was zumindest meine Laune angeht.
Aber was ist die große Koalition nicht schon vor der Wahl und auch danach kaputt geschrieben worden. Praktisch alle Zeitungsblätter und Internetnachrichten waren sich einig, dass eine große Koalition nur Stillstand bedeuten kann. Kaum ist die große Koalition aber da, gehen die Arbeitslosenzahlen runter und die Stimmung geht rauf. Klar kann das auch wieder alles Zufall sein. Aber die Erholsamkeit, die das Ganze mit sich bringt, bleibt. Lassen wir die große Koalition doch erst Mal ein wenig arbeiten. Oder was meint ihr?


Du kannst die Kommentare zu diesen Artikel durch den Kommentar-Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

6 Kommentare

  1. stefan 5. Dezember 2005 · 23:43 Uhr

    ganz ehrlich: ich warte auch hiobsbotschaften.
    aber ich lasse mich gerne belehren.
    Grosse Koalition – mal sehn was sie in den nächsten Monaten bringt – dann sage ich „top“ oder… ich hoffe es nicht „flop“

  2. Sozialdemokrat für Oskar 6. Dezember 2005 · 0:20 Uhr

    @ Thorsten

    Du schreibst: „Lassen wir die große Koalition doch erst Mal ein wenig arbeiten. Oder was meint ihr?“

    Meine Meinung ist: Schafft diese Koalition ab!
    Denn sie arbeitet gegen die Interessen des Volkes und für die Interessen der „oberen Zehntausend“ und Großkonzerne.

    Die große Koalition fügt sich bezüglich der Praxis neoliberaler Politik nahtlos in Rot-Grün ein.
    Mit anderen Worten: Die von SPD/Grünen initiierte Umverteilung von unten nach oben wird von SPD/Union mit rücksichtsloser Härte weitergeführt.
    Auf 99% der deutschen Bevölkerung kommt nach sieben Jahren schröderscher Sozialabbaupolitik eine weitere Verschlechterung des Lebensstandards zu. . .

    Und was Deine Nerven angeht, lieber Thorsten, probier mal Baldriantee oder -pillen.
    Es müssen doch nicht immer Alk und Gras sein, oder?

  3. Benno 6. Dezember 2005 · 10:32 Uhr

    @Thorsten: Völlig richtig.

    Wir sollten dieser Koalition allein schon eine Chance geben, weil wir (hoffentlich) für die nächsten vier Jahre keine andere Regierung bekommen werden. Wir müssen also so oder so erst mal mit dieser hier auskommen.

    Es mag ja sein, dass manche in der Union sauer sind und lieber ihre neoliberalen Reformen mit der ihr gefügigen Speichellecker-FDP umgesetzt hätten. Ich für meinen Teil habe ja auch nicht meinen Willen bekommen, denn ich hätte den Gerd wesentlich lieber als Kanzler behalten. Trotzdem sehe ich aber auch, dass diese Koalition ein großes Reformpotenzial mit sich bringt.

    Allein schon, was die Gesundheitsreform angeht, ist es doch richtig gut, dass beide Seiten jetzt nach einem dritten Weg suchen müssen, nachdem sich die Kopfpauschale als selbst in der Union ziemlich unbeliebtes Bürokratiemonster und unser Modell der Bürgerversicherung auch noch nicht so als das Gelbe vom Ei entpuppt hat.

    Die Föderalismusreform ist auch ein ganz wichtiger Schritt, um sich in Zukunft eine Menge Kummer mit dem Bundesrat zu ersparen — wäre es jetzt nicht zu der Großen Koalition gekommen, hätten wir auf diese Reform womöglich noch lange warten müssen.

    Eine Große Koalition zwingt in meinen Augen nicht etwa zu einer „Politik des kleinsten gemeinsamen Nenners“, sondern dazu, an Probleme mit einem möglichst ideologiefreien Blick heranzugehen und damit dann eine wirklich ehrliche Bestandsaufnahme vorzunehmen. DAS ist die große Chance, die in dieser Koalition liegt.

    Und überhaupt gibt es noch einen zusätzlichen wichtigen Grund, warum ich diese Koalition unterstütze: Sie hat den besten Finanzminister, den man sich vorstellen kann. Ich freue mich immer noch wie Bolle, dass Peer Steinbrück jetzt wieder „an Deck“ ist.

  4. Thorsten - blog.nrwspd.de 6. Dezember 2005 · 10:53 Uhr

    @ Benno
    Sehe ich genauso. Schön, dass man den guten Peer überrreden konnte. Obwohl es wirklich ein undankbares Amt ist. Das ist echt eine der Sachen, die ich am genauesten beobachte, wie sich Peer dabei schlägt. Ich glaube, der wird das richtig gut machen.

  5. Anode 6. Dezember 2005 · 22:05 Uhr

    Die Arbeitslosenzahlen gingen schon in den Monaten vor der G-K runter.
    Ansonsten stimme ich vollkommen darin überein, dass sich alles erstaunlich (oder nicht?) positiv entwickelt. Inklusive unserer Kanzlerin. ;)

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.