Die Wahl zum Wort des Jahres ist für mich immer unter den Top 5 der unsinnigsten Ehrungen des Jahres. Spaß macht das in diesem Jahr ausnahmsweise aber trotzdem. Warum? Weil „Bundeskanzlerin“ das Wort des Jahres ist. (Muss man Angela Merkel dafür jetzt eigentlich gratulieren?) „Bundeskanzlerin“ hat sich dabei gegen sehr starke Konkurrenz durchgesetzt. Merkel ließ sowohl „Gammelfleisch“ als auch „Hoyzern“ hinter sich. Respekt!
„Bundeskanzlerin“ tritt damit die Nachfolge von wundervollen Worten wie „Teuro“ (2002), „Der 11. September“ (2001) und „Schwarzgeldaffäre“ (2000) an.
Mein persönliches Wort des Jahres wäre übrigens „Compuglobalhypermeganet“ gewesen. Aber die wirklich guten Worte schaffen es ja eh nie.


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9 Kommentare

  1. Benno 16. Dezember 2005 · 15:15 Uhr

    „Bundeskanzlerin“ — was für ein Wort des Jahres… „Wir sind Papst“ fand ich da doch wesentlich sympathischer und eingängiger.

    Für mich unübertroffen ist aber nicht nur ein Wort, sondern ein ganzer Satz des Jahres, nämlich der von Jürgen Rüttgers: „Der Vorsitzende der Arbeiterpartei in Nordrhein-Westfalen bin ich.“ Selten so gelacht (siehe Wahlergebnis vom 18.9.).

  2. Nils 16. Dezember 2005 · 15:28 Uhr

    Seltsam… – Mein Vorschlag „Kanzleuse“ ist nicht durchgekommen. Na, ich werde weiterhin so von ihr schreiben.

  3. stefan 17. Dezember 2005 · 2:19 Uhr

    schade – nicht das unwort des jahres :P

  4. bazinho 17. Dezember 2005 · 15:09 Uhr

    Ich finde, dass ist jetzt der Zeitpunkt, an dem Gendermainstreaming anfangen könnte Spaß zu machen. Nachdem in Publikationen fast überall beide Geschlechter berücksichtigt werden (müssen, z.B. bei Behörden), z.B. fragen Sie den Fachmann oder die Fachfrau, es nicht mehr allgemein Schüler sind, sondern Schülerinnen und Schüler, oder noch schlimmer Lehrer/-innen, sollte man es gar nicht erst soweit kommen lassen, dass sich das Wort Kanzlerin auch da breit macht, wo kein direkter Bezug zu Merkel da ist, bzw. überall da wo ein Bezug ist auf Umsetzung drängen.

    Beispiele:
    Das Wort Kanzlerbesuch soll weiter benutzt werden, aber in der Form Kanzlerinbesuch. Das Kanzleramt wird umbenannt in Kanzler/-innenamt. Wer über den Schutz eines Bundeskanzlers, einer Bundeskanzlerin schreibt, der sollte nicht schreiben: die Bundeskanzlerin wird… sondern: Bundeskanzler/innen werden von X Personenschützern begleitet. usw.

    Wenn man das konsequent umsetzt, dann werden sich einige, vor allem unter den Schreibenden, die im Sommer für Merkel getrommelt haben noch kräftig in den Allerwertesten beißen.

  5. Webnobbis Blog 18. Dezember 2005 · 12:43 Uhr

    Protest gegen die voreilige Bekanntgabe des Wortes des Jahres

    Bekanntlich hat die Gesellschaft für deutsche Sprache heute das Wort des Jahres bekanntgegeben. Mal davon abgesehen, dass ich dieses “Bundeskanzlerin” schon aus persönlichen Gründen abzulehnen habe gehe nicht nur ich davon a…

  6. lexi 18. Dezember 2005 · 17:15 Uhr

    Bin mal gespannt, wie es in Deutschland in 5 Jahren aussieht.
    Ich denke wir haben dann mehr Arbeitslose und mehr Firmeninsolvenzen als heute.

  7. info 18. Dezember 2005 · 22:39 Uhr

    Wünsche an die „Bundeskanzlerin“ sollen via Flashmob in Berlin am Kanzleramt übergeben werden: http://www.flashmob24.de

  8. demokratie24 18. Dezember 2005 · 22:41 Uhr

    Interaktiver Adventskalender mit Wünschen an Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr neues Kabinett

    Der Wahlkampf ist vorbei, der Bundestag hat sich neu konstituiert, Angela Merkel ist die erste Bundeskanzlerin Deutschlands und hat mit Hilfe der Großen Koalition ein neues Kabinett gebildet. Mit dem „Interaktiven politischen Adventskalend…

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