Jetzt wird der normale Leser dieses Blogs fragen. Wer ist Pofalla? Und das zu Recht. Also sei dies kurz erklärt. In jeder Partei gibt es Leute, die dafür zuständig sind, dass sie in Artikeln der Presse zitiert werden können. Bei der CDU ist das seit einigen Wochen Pofalla. Also wenn ihr lest „sagte Ronald Pofalla“, dann fehlte dem Redakteur des Textes dringend noch einer, der etwas gesagt hat und dann ruft der Redakteur bei der CDU in Berlin an und sagt: „Ich brauche hierfür noch ein Zitat.“
Aber da der gute Mann (also Pofalla) es heute erstmals zum obersten Eintrag bei Spiegel Online gebracht hat, soll auch hier vermeldet sein, dass Ronald Pofalla der Generalsekretär der CDU ist. Somit ist er dafür zuständig Schaden von seiner Partei zu wenden. Und das passierte heute, wie folgt:

SPD-Fraktionschef Peter Struck hatte in einem Brief an seine Genossen den Vorwurf geäußert, Teile der Union arbeiteten unprofessionell. „Ich habe das Gefühl, dass unseren Koalitionspartnern CDU/CSU einfach viele Jahre Regierungserfahrung fehlen.“ Zudem hatte er geschrieben, Teile der Union opponierten gegen den Koalitionsvertrag.

Heute kam die Retourkutsche: Pofalla erklärte in einem Brief an seine Partei: „Die von (Bundeskanzlerin) Angela Merkel geführte Bundesregierung hat die handwerklichen Fehler nicht wiederholt, die den Start der beiden rot-grünen Regierungen gekennzeichnet hatten.“


Es ist schon manchmal spannend, was der Spiegel so für die Topnews des Tages hält. Den Namen Pofalla sollte man jedenfalls sofort wieder vergessen.


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11 Kommentare

  1. Markus 22. Dezember 2005 · 22:56 Uhr

    Der Mann heißt „Pofalla“, nicht „Profalla“. (http://de.wikipedia.org/wiki/Ronald_Pofalla). Vielleicht solltet ihr erst einmal eine journalistische Grundausbildung abschließen, bevor ihr hier groß ein Blog macht.

  2. Thorsten - blog.nrwspd.de 22. Dezember 2005 · 23:49 Uhr

    @ Markus
    Wie witzig. Wie gesagt, der Typ ist mir auch völlig unbekannt. Aber danke für den Hinweis. Werde es ändern. Und wenn ich die journalistische Grundausbildung gemacht habe, blogge ich hier auch mein Journalistendiplom. Viel SPaß noch mit diesem Blog.

    Hab mich auch schon gewundert, dass der erste Eintrag bei Google, wenn man „Profalla“ eingibt, dieser hier ist:
    http://www.ariva.de/board/205524/thread.m?a=&jump=1679465&

    Spannend ist auch, dass sowohl die Wams
    http://www.wams.de/data/2005/01/30/435717.html
    als auch die Zeit:
    http://www.zeit.de/politik/dlf/interview_041019

    den Namen Profalla auch benutzt haben und ich glaube die Jungs und Mädels haben die journalistische Grundausbildung wohl gemacht.

  3. Markus 23. Dezember 2005 · 0:52 Uhr

    @ Thorsten: Ich glaube, es sagt viel über deine politische Kompetenz aus, wenn du hier schreibst, Pofalla sei dir „völlig unbekannt“. Immerhin gehört der stellvertrende Unions-Fraktionvorsitzende und „Merkelianer“ Pofalla zu den einflußreichsten Politikern Deutschlands. Und seine Bedeutung wird durch sein Amt als Generalsekretär nur noch gesteigert werden.

    Ich wünsche Dir jedenfalls eine frohes Weihnachtsfest und PROsit Neujahr ;-)

  4. bazinho 23. Dezember 2005 · 11:23 Uhr

    Ich hab mich so vor etwa einem/anderthalb Jahren auch immer wieder gewundert, warum die in den Talkshows immer häufiger das Wort „Pofalla“ einblendeten, wenn sie den Hinze zeigten.

    Aber dann viel mir auf, dass die Union das Original in den Ruhestand gesteckt haben und nun einen Klon in die mediale Öffentlichkeit schicken. Allerdings ist die Bemerkung, den kann man vergessen, zutreffend. Wobei sich das weniger auf den Namen als auf dessen Gefasel bezieht.

  5. oliver zeisberger 23. Dezember 2005 · 12:39 Uhr

    Also Jungs, wer regemässig Harald Schmidt guckt, der weiss auch wer Hhhhhoooolannnnnddddd booofahhhllllaaaa ist. Hat der eigentlich immer Schnupfen?

  6. oliver 23. Dezember 2005 · 12:44 Uhr

    Ganz vergessen hatte ich: Thorsten – brillianter Beitrag.

    Über den Markus (coole Mail-Addy übrigens: markus@markus.de!) einfach nicht aufregen: Vielleicht hat er grade eine Journalistenausbildung hinter sich und ärgert sich, dass es in Deutschland noch keine Vorschrift dafür gibt, das Bloggen nur mit zuvor nachgewiesenen Journalisten-Diplom gestattet ist…

    Manchmal hat man ja die besseren Ideen, wenn man NIX mit der Materie zu tun hat. Siehe Amazon und Buchhandel. Nie zuvor einen Buchladen betrieben – und da hat man nur kurz mit den Augen gezwinkert, schon der weltweit größte Buchhändler. Solls geben.

  7. derteaser 23. Dezember 2005 · 14:19 Uhr

    Wie heißt überhaupt der Generalsekretär der SPD?

  8. oliver zeisberger 23. Dezember 2005 · 15:04 Uhr

    Wird das nen Quiz hier? Hubertus Heil.

    Aber „der Teaser“ hat ja Recht: Kannte bis kurz vor dem SPD-Bundesparteitag in Karlsruhe auch kein Mensch… Doof nur, dass die CDU keinen Weblog hat, wo ein Thorsten als ehemaliger Praktikant nen süffisanten Artikel schreiben kann. Muss hier halt passieren.

  9. Thorsten - blog.nrwspd.de 23. Dezember 2005 · 15:18 Uhr

    @ teaser
    Hab mich schon gefragt, wann die Frage aufkommt. Ich habe oben doch geschrieben, dass jede Partei so jemanden hat. Ist aber auch egal.

    @ Markus
    Ich glaube übrigens auch, dass es viel über meine politische Kompetenz aussagt, wenn ich nicht jeden Angela Merkel-Getreuen persönlich mit Namen kenne. Deshalb bin ich ja auch Mitglied der schönsten Partei der Welt und nicht von der Union. Retourkutschen sind immer albern, auch von unfassbar, unfassbar, unfassbar einflußreichen Unionspolitikern.
    Frohe Weihnachten auch dir. (Das mit dem rutschen verschiebe ich mal auf nach Weihnachten)

  10. Nobbi 25. Dezember 2005 · 17:58 Uhr

    Oliver, Ronny Poffi kann nicht anders. Der labert wirklich immer so. Ein ätzender Typ ist das, den die eigenen Leute der Kreis Klever CDU nur wählen, um den los zu sein. Ist so wie bei Palmen. Unsympath hoch drei und daher lieber in den Düsseldorfer Landtag weggelobt.

    Ronny ist immer wieder ein gern gesehener „Knabe“ in meinem Blog ;-)…
    http://blog.mueschen.info/?p=125
    http://blog.mueschen.info/?p=93
    http://blog.mueschen.info/?p=32

    Mit etwas Augenzwinkern:
    http://blog.mueschen.info/?p=194
    http://blog.mueschen.info/?p=115

  11. Student 30. Dezember 2005 · 14:14 Uhr

    Möchte diesmal nur mit einem Zitat aus den 100 Wünschen der Zeitredaktion diese Debatte über guten Journalismus bereichern…

    „Nicht alle Wünsche sind unschuldig. Es gibt böse Wünsche, autoritäre Wünsche, Wünsche mit der Peitsche. Zu ihnen gehören die beliebten Appelle der Wirtschaftsverbände und Politiker an die Jugend, sich doch endlich auf den Hosenboden zu setzen und Leistung zu zeigen, während gleichzeitig dieselben Politiker und Wirtschaftsverbände alle Arbeitsplätze und sozialen Orte vernichten, an denen sich die Jugend auf diesen Hosenboden setzen oder überhaupt niederlassen könnte. Ich wünsche mir das Ende solcher Wünsche. Es sind Wünsche nach Anpassung an eine Gesellschaft, die ihrerseits jede Anpassung an die Jugend verweigert. Es sind Wünsche, die der Jugend das eigene Wünschen verbieten. Es sind übrigens auch die Wünsche, mit denen man die Eltern nachhaltig entmutigt, die doch nach dem Willen abermals derselben Politiker und Wirtschaftsverbände Kinder in die Welt setzen sollen. Aber eine Gesellschaft, die ihrer Jugend schon heute nichts bietet, kann nicht verlangen, dass Kinder in die Welt von morgen gesetzt werden. Wer Zukunft will, muss das freie Wünschen erlauben; auch den Wunsch nach einer Gesellschaft, in der die Politiker und Wirtschaftsverbände der Jugend Platz machen.
    Jens Jessen, Ressortleiter Feuilleton“

    Dem kann ich mich nur anschliessen und möchte zu bedenken geben das „guter“ Journalismus immer parteiloser Journalismus sein sollte.

    Ansonsten, allen ein wirklich neues „neues Jahr“ mit möglichst schneller Ablösung der großen Fortsetzungskoalition, des Hartz IV-Eurograbes und schneller Einführung einer Grundsicherung für alle. Froh darf das Jahr dann ausnahmsweise auch mal sein.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.