Archiv: Januar 2006

Logo_Wikipedia.jpgIn Hunderten von Fällen sind von Rechnern der US-Kongresses aus Einträge bei Wikipedia verändert worden. Politische Gegner wurden beleidigt, oder es wurden kindische Bemerkungen in die Einträge eingefügt. Oder aber die eigenen Biographien wurden geschönt.

Das Ganze kam mir merkwürdig bekannt vor. Und tatsächlich: Das hat es doch schon mal gegeben.
Kurz vor der Landtagswahl im Mai 2005 hatte auch der heutige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers, eine wesentlich bessere Biographie bei Wikipedia verpasst bekommen, wobei auch an der Biographie des damalig amtierenden Ministerpräsidenten Peer Steinbrück herumgefummelt wurde.
Bei Rüttgers wurde damals die ihm sehr unliebsame „Kinder statt Inder“-Passage gelöscht. Diese ist heute ebenso drin, wie die weitere strittige Aussage von Rüttgers, dass das christliche Menschenbild anderen Menschenbildern überlegen sei. Heute wie damals ist die Manipulation allerdings des wachen Wikipedia-Community aufgefallen.

Die Frage bleibt also, ob sich die Amis vom lieben Jürgen haben inspirieren lassen. Vielleicht hat Jürgen ja bei seinem Trip nach Kalifornien ein paar Tips verteilt.


Hossa. Da ist aber einer auf der Suche. Der noch amtierende Ministerpräsident von NRW, Jürgen R., hat einen Flirt am Laufen. Und zwar mit einer ganzen Partei. Er besucht heute die Grünen. Nachzulesen ist das Ganze hier und hier.

Ganz ohne Hintersinn scheint der Flirt mit den Grünen in NRW nicht zu sein. Die Süddeutsche Zeitung schreibt in ihrer Printausgabe:

In der CDU wächst der Eindruck, Rüttgers gehe der FDP zu stark „auf den Leim“. Festgemacht wird diese Auffassung an den Koalitionsbeschlüssen zur Schul-, Polizei- und Gemeindereform. Für die beiden Letzteren ist das von Ingo Wolf (FDP) geführte Innenministerium zuständig. „Herr Wolf scheint da relativ freie Hand zu haben“, wundert sich der CDU-Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, Frithjof Kühn.

Da kann wohl einer seinen Koalitionspartner nicht mehr so 100%ig leiden und sucht nach Alternativen.


Rau.jpg
Der ehemalige Bundespräsident Johannes Rau
ist tot.
Wie sein Büro mitteilte, ist der 75-Jährige am Freitagmorgen um 8.30 Uhr gestorben. Rau war seit längerem schwer krank. Nach dem Ausscheiden aus dem Amt am 1. Juli 2004 musste er sich zwei Operationen unterziehen, von denen er sich nicht mehr richtig erholen konnte.

Jochen Dieckmann zum Tode von Johannes Rau

Hannelore Kraft zum Tode von Johannes Rau

Das WDR Fernsehen berichtet um 16.55 Uhr in einer Sondersendung über den Tod von Johannes Rau.

UPDATE: Gerade haben wir ein Kondolenzbuch für Johannes Rau auf nrwspd.de eingerichtet. Dort nehmen wir Eure Einträge auf und werden auch eine Auswahl auf der Website veröffentlichen.

UPDATE (01.02. 14:18): Ich habe die Kommentare für diesen Artikel gerade gesperrt. Alles weitere werde ich später in einem gesonderten Artikel erklären – dann können wir darüber auch gerne diskutieren.

Carsten – NRWSPD Onlineteam


Der ehemalige Verteidigungsminister (trauriges einjähriges Gstspiel 88/89, dann mit Kohl abgewählt) Rupert Scholz von der CDU hat heute Atombomben für Deutschland gefordert. Die Forderung ist so albern, dass ich dazu hier jetzt nichts schreiben werden. Ich lasse das Hubertus Heil machen:

Die Äußerungen von Rupert Scholz sind in hohem Masse gefährlich und verantwortungslos.
Wir müssen alle Bemühungen darauf konzentrieren, dass die Weiterverbreitung von Atomwaffen verhindert wird. Dies gilt für den Iran ebenso wie für Nordkorea. Wer in dieser Situation eine deutsche atomare Bewaffnung auch nur ins Spiel bringt, macht alle Bemühungen um eine weitere atomare Abrüstung zunichte.

Da wollte sich wohl einer noch ein allerletztes Mal in den Vordergrund spielen. Und damit meine ich nicht den guten Hubertus.


m8igqw.jpgVor ein paar Tagen habe ich hier darüber berichtet, dass ich im Internet angehenden Bayern-SPD-Praktikanten gefunden habe, der wohl etwas außergewöhnlich ist. Leider haben die Kollegen aus Bayern inzwischen Wind davon bekommen und den jungen Mann vor die Tür gesetzt. Schade eigentlich, schließlich ist Arne Müseler wohl recht ironiebegabt. Jetzt sind wir hier wohl um einen Feind reicher.
Schuldgefühle? Ein bißchen!


Erst streichen sie 75 Millionen Euro bei der Kindergartenfinanzierung und jetzt dieses. Die CDU-geführte Landesregierung in NRW hat diese Woche beschlossen, praktisch alle Schulbereiche zu reformieren. Nach eigener Aussage hat NRW-Ministerpräsidentenplatzhalter Jürgen Rüttgers damit vor, das „modernste Bildungswesen Deutschlands“ zu schaffen. Die Eckpunkte:

– Auflösung der Grundschulbezirke
– Elternwille soll bei der Wahl der Mittelstufenschule (Real-, Gesamt-, Hauptschule oder Gymnasium) nicht mehr maßgeblich sein; Lehrer haben das letzte Wort
– Schulleiter werden durch eine Schulkonferenz gewählt
– Abschaffung der Leistungskurse in den Oberstufen auf Gymnasien
– Abiturprüfung nach der 12. Klasse in fünf Fächern; dabei Pflichfächer Deutsch, Mathematik und eine Fremdsprache

Praktisch alle Punkte haben diese Woche große Kritik hervorgerufen. Besonders der zweite Punkt stellt für viele Eltern eine Bevormundung dar. Die Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW) in Person ihres Vorsitzenden Udo Beckmann schoß dann heute auch Richtung Rüttgers:
„Unsere Meinung steht fest, bitte verwirren Sie uns nicht mit Tatsachen. Dieses Motto scheint die Landesregierung bisher über die Beratungen über das neue Schulgesetz geschrieben zu haben.“

Dass das Bildungssystem in NRW einer Reform bedarf, da sind wir uns seit PISA wohl einig, aber es wär doch schön, wenn das ohne mehr Bürokratie und Elternbevormundung ginge, oder?

Danke für den Tip an KfA, auch wenn ich lange nach dem Artikel fahnden musste. Danke!!


Die Justizministerin forderte auf Spiegel Online ein Gesetz zu ändern, damit Banken und Sparkassen verpflichten werden, für jeden Bürger ein Girokonto anzubieten. Bisher sind viele Menschen, die verschuldet oder arbeitslos sind, vom bargeldlosen Zahlungsverkehr ausgeschlossen. Die Einrichtung von Girokonten für diese Menschen kann von den Banken bisher einfach verweigert werden.

Das Blog politischinkompetent macht sich eigene Gedanken zum Thema:


Viele Mailprogramme und -anbieter haben Begrenzungen für die Dateigröße, die über sie verschickt werden kann. Damit ist jetzt Schluss. Unter mailbigfile.com kann man Dateien bis zu einer Größe von 1GB verschicken. Schickt mir mal was Tolles: Thorsten.matolat@onlineteam.nrwspd.de

via ehrensenf


Im Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD heißt es:

Die Neuregelungen im Jugendschutz werden schnellstmöglich – und deutlich vor dem für März 2008 verabredeten Zeitpunkt – evaluiert, um notwendige Konsequenzen rechtzeitig ziehen zu können. Wir wollen hierzu unverzüglich in einen zielorientierten Dialog mit den Ländern eintreten.
Folgende Eckpunkte sollen vorrangig erörtert werden:
(…)
Verbot von „Killerspielen“

Monika Griefahn, die Sprecherin der Arbeitsgruppe Kultur und Medien in der SPD-Bundestagsfraktion, hat sich jetzt Gedanken dazu gemacht. Sie nannte die Formulierung „etwas fahrlässig“.

„Letzlich brauchen wir eine aktive Gestaltung von Gesellschaft, um nicht die Flucht in eine virtuelle Welt zur Alternative werden zu lassen“

Die Frau kennt sich aus. Ich habe schon befürchtet, dass da wieder irgendwelche CDU-Hansel, die noch nicht mal eine E-Mail schreiben können, dran gelassen werden. Gut, dass wir bei der SPD dafür Fachkräfte haben. ;-)

via sternshortnews


Geht es nach dem Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, dann sollen die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF Werbung komplett abschaffen. Laut einer Berechnung der Kommission zur Errechnung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) würde dies zu Erhöhungen der GEZ-Gebühren von lediglich 1,42 Euro führen.
Bevor hier jetzt alle schreien: Gebührenerhöhung ist doof, die Gebühren sollten eher gesenkt werden, solltet ihr euch mal lieber fragen, was die Werbung eigentlich so in eurem Unterbewußtsein so alles anrichtet, oder glaubt ihr ernsthaft, dass euer Körper euch von Natur aus rät, fettige Burger zu essen und schnelle Autos zu kaufen.

via TV-Blogger


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