Gasmaske.jpgKein Projekt in der Endphase der letzten Bundesregierung hat so sehr polarisiert, wie die Gaspipeline, die Deutschland direkt über die Ostsee mit dem Lieferanten Russland verbindet und so viele osteuropäische Transitländer wie Polen oder die Ukraine umgeht. Gerade Polen, das aufgrund seiner Geschichte, in der es zwischen Russland und Deutschland aufgeteilt wurde, nicht gerade davon begeistert war, dass beide Länder solche Projekte starteten, übte starke Kritik an dem Projekt. Bei den vergangenen Präsidentschaftswahlen wurde sogar Wahlkampf damit getrieben. Bei den aktuellen Gasproblemen zwischen der Ukraine und Russland, erscheint die Pipeline in einem ganz anderen Licht.

Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Ludwig Stiegler ließ heute in einer Pressemitteilung verlauten: „Deutschland und Europa dürfen nicht abhängig werden von Konflikten des Lieferlandes Russland mit seinen Nachbarn, von den Transitkosten gar nicht zu reden.“

Die Frage, die sich daraus ergibt, ist natürlich, ob sich Deutschland nicht dadurch in eine direkte Abhängigkeit von Russland begibt, wenn an der Pipeline nur Deutschland hängt. Die Antwort ist Nein. Schließlich bekommen wir nur einen gewissen Prozentsatz unseres Gases aus Russland.

Zwar kommen 32% aus Russland, aber Norwegen liefert 26% und die Niederlande 19%. Außerdem hat Deutschland auch eigene Gasquellen. Also keine Panik vor Abhängigkeiten von Russland.


Du kannst die Kommentare zu diesen Artikel durch den Kommentar-Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

2 Kommentare

  1. Sozialdemokrat für Oskar 6. Januar 2006 · 21:32 Uhr

    Offenbar genügt es Eurem hoch verehrten Gerd nicht, als ehemaliger Kanzler unsere Mitbürger schikaniert zu haben:
    Nunmehr peinigt er als Putins Komplize im mafiösen Gazprom die Bevölkerung mit Wucherpreisen bei Gaslieferungen und hätte jüngst Deutschland beinahe von russischem Gas abgeschnitten. . .

    „Gestoppte Gaslieferungen könnten auch Mitteleuropa betreffen“

    […]

    In einem gemeinsamen Schreiben appellierten Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und seine Kollegen aus Österreich, Frankreich und Italien an Russland und die Ukraine, trotz des Streits die Versorgung Westeuropas mit Gas sicherzustellen.

    Eon-Ruhrgas-Vorstandsvorsitzender Burckhard Bergmann räumte ein: „Wenn sich die Lieferkürzungen als sehr groß herausstellen sollten, lang anhalten und der Winter besonders kalt wird, stoßen auch unsere Ausgleichsmöglichkeiten an ihre Grenzen“.

    http://www.technikwissen.de/umwelt/index.php?data%5Bcategory_id%5D=111&data%5Barticle_id%5D=28232

  2. Sozialdemokrat für Oskar 8. Januar 2006 · 2:27 Uhr

    Hier ein Interview MIT MAFIA-EXPERTE ROTH in SPON zu Schröders Involvierung in krimininelle Strukturen:

    „Gasprom ist ein Synonym für Korruption“

    Jürgen Roth, Experte für Wirtschaftskriminalität, nennt Gasprom ein „Selbstbereicherungssystem“ mit „kriminellen Strukturen“. Mit seinem Engagement für den Konzern habe Altkanzler Schröder „nicht in deutschem Interesse gehandelt“, so Roth im SPIEGEL-ONLINE-Interview.

    […]

    SPIEGEL ONLINE: Wollen Sie etwa behaupten, der Kreml versuche mittels Schröder und anderer, sein System auf den Westen zu übertragen?

    Roth: In Russland herrscht die heimliche Diktatur des Geheimdiensts. Putin war und ist auch als Präsident deren oberster Chef. Sein Wort von der „gelenkten Demokratie“ ist nicht mehr als eine Phrase. In Russland gibt es, abgesehen vielleicht von Sankt Petersburg und Moskau, kaum noch demokratische Partizipationsmöglichkeiten der Bürger: Die Medien sind geknebelt, demokratische Bewegungen können nicht mehr existieren. Denken Sie an den Tschetschenienkrieg, da klebt bekanntlich viel Blut auch an Putins Händen.

    SPIEGEL ONLINE: Und dies soll sich langfristig auf die zivile Gestalt westlicher Demokratien auswirken?

    Roth: Der Schröder-Putin-Deal und insbesondere die Reaktionen darauf geben bereits einen Hinweis darauf. Wenn SPD-Mitglieder wie Henning Voscherau oder Franz Müntefering plötzlich Putin loben und argumentativ umarmen, dabei die Abwesenheit eines Rechtsstaats in Russland mit keiner Silbe erwähnen, so betrachte ich das als einen ziemlich verwerflichen Gunsterweis. Wenn offensichtliches Unrecht derart schön geredet, zeigt das, wie die politische Kultur zumindest in der SPD inzwischen auf den Hund gekommen ist.

    SPIEGEL ONLINE: Wie erklären Sie sich die uneingeschränkte Solidarität führender Genossen mit Schröder?

    Roth: Es ist mir ein Rätsel. Man kann es – vornehm – mit Dummheit erklären, oder mit Unwissenheit darüber, welche Strukturen in der ehemaligen Sowjetunion herrschen. Wer sich nun argumentativ an die Seite Schröders stellt, gerät zwangsläufig in die Nähe der Komplizenschaft mit diesen schillernden Figuren aus der Ex-UdSSR. Andererseits: Wenn sich deutsche Großbanken und Konzerne den Herrn im Kreml an den Hals werfen, warum sollen es dann nicht bestimmte Politiker auch tun?

    […]

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,391247,00.html

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.