Die Justizministerin forderte auf Spiegel Online ein Gesetz zu ändern, damit Banken und Sparkassen verpflichten werden, für jeden Bürger ein Girokonto anzubieten. Bisher sind viele Menschen, die verschuldet oder arbeitslos sind, vom bargeldlosen Zahlungsverkehr ausgeschlossen. Die Einrichtung von Girokonten für diese Menschen kann von den Banken bisher einfach verweigert werden.

Das Blog politischinkompetent macht sich eigene Gedanken zum Thema:

Hintergrund dieser Forderung sei eine wachsende Zahl von Bürgern, die wegen Arbeitslosigkeit oder Überschuldung kein Girokonto mehr bei den Banken erhielten und deshalb vom bargeldlosen Zahlungsverkehr weitgehend ausgeschlossen seien oder horrende Gebühren für Bar-Überweisungen zahlen müssten.

Ich habe einmal auf den Websites verschiedener Banken nachgesehen und sofern diese Gebühren überhaupt aufgelistet wurden, so beträgt die durchschnittliche Gebühr für eine Überweisung per Bareinzahlung um die 5,00 Euro! Zum Vergleich: Ein Einschreiben bei der Post, in dem man durchaus auch Geld transportieren kann, kostet nur 2,05 Euro. Wie kann es sein, dass 1-2 Minuten Eintippen der Überweisungsdaten am Schalter teurer sein sollen als der tatsächliche Transport von Geld von A nach B? Zum Vergleich: Beispielsweise bei der Postbank kostet die Kontoführungsgebühr im Monat 9,90 Euro bei weniger als 3.000 Euro monatlichem Geldeingang. Warum Kunden mit mehr als 3.000 Euro monatlichem Geldeingang überhaupt nichts für die Kontoführung bezahlen, erscheint mir hingegen schleierhaft. Einziger Grund dürfte wohl sein, dass sich die Postbank bei solchen Kunden kurzfristigen Zugriff billiges Fremdkapital erhofft.

Ist die Lösung also das gebührenfrei Girokonto ohne Dispo für jedermann?


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Ein Kommentar

  1. Jens 26. Januar 2006 · 20:17 Uhr

    Ich dachte immer Sparkassen wären aufgrund ihres öffentlich-rechtlichen Charakters zu solchen Konten verpflichtet… zwar vielleicht nur auf Guthaben-Basis aber immerhin. Aber das scheint ja wohl doch nicht so zu sein.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.