Nun habe ich die ersten sehr erholsamen Tage auf Rügen hinter mir. Ich habe es bisher keinen Moment bereut hier zu sein. Es ist ruhig, friedlich und sehr leer.

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Panorama

Auf den täglichen Sparziergängen wird die Problematik der Vogelgrippe sehr deutlich. Es ist nämlich Vogelzug-Zeit. Tausende von Vögeln haben hier überwintert oder machen auf Rügen Rast. Egal wo man auch nur in die Nähe des Wassers kommt, überall sind Enten, Schwäne, Kraniche und und und (ich kenne mich da nicht so aus – bei den Vögeln).

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Eigentlich ganz idyllisch: Vögel an einem der Rügener Bodden

Natürlich ist es unvermeidlich bei den Spaziergängen auch auf die zahlreichen professionellen und freiwilligen Helfer zu treffen, die dabei helfen, tote Vögel einzusammeln.

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Die Freiwillige Feuerwehr im Einsatz (Man nennt die übrigens hier „die Kameraden“ von der Freiwilligen Feuerwehr – ein Sprachrelikt aus der DDR-Zeit?)

Die große Solidarität der Rüganer untereinander ist beeindruckend; hunderte Freiwillige helfen mit, beobachten täglich mit Ferngläsern die Küsten und Bodden auf der Suche nach kranken Vögeln.

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Rüganer nach einem Erkundungsgang (Wir haben zu spät auf den Auslöser gedrückt, sonst hätte man noch das Fernglas gesehen.)

Es ist sehr leer auf der Insel. Nicht nur wegen der Nebensaison, sondern auch wegen der Vogelgrippe. Täglich gehen in unserem Hotel Stornierungen ein. Auch bereits für Ostern und den Sommer. Das versteht niemand hier. Und man ist sehr ungehalten wegen der überregionalen Berichterstattung und der spektakulären Bilder (Bundeswehr, Seuchenmatten etc.). Erst recht, nachdem die ersten kranken Vögel auch auf dem Festland gefunden wurden. Häufig ist zu hören: „Woanders gibt es Terrorismus, sollen die Leute doch da hinfahren.“ Auch in Stralsund auf dem Festland sorgt man sich darum, dass die Vogelgrippe die Sommersaison negativ beeinflussen könnte. Schließlich ist der Tourismus an der ganzen Mecklenburg-Vorpommerschen Küste einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren. Etwa ein Viertel aller Übernachtungen Mecklenburg-Vorpommerns finden auf Rügen statt (Quelle: Wikipedia). Die Behörden vor Ort geben sich sehr viel Mühe. Jeden Tag werden wir per Flugblatt über die aktuelle Situation informiert. In den nächsten Wochen und Monaten will man mit zusätzlicher Werbung und Last-Minute-Angeboten wieder für Urlaub auf Rügen werben.

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Bedeutet die Vogelgrippe das Aus für den Tourismus in den nächsten Monaten?

Um noch mal rein touristisch zu werden: schön ist es, gerade hat es wieder angefangen dicke Schneeflocken zu schneien. Wer vorhat, hier hinzukommen, ich kann es nur empfehlen. Auch die stundenlangen Staus am Rügendamm gibt es nicht mehr und auch die TV-Teams sind fast alle wieder weg.
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Noch immer Winter auf Rügen

Ach ja, dass haben wir hier auch gefunden:
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Honni soit qui mal y pense


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Ein Kommentar

  1. dasrotedorf.twoday.net 26. Februar 2006 · 13:08 Uhr

    Urlaub, Tourismus und Arbeiten im „Noch- immer- Katastrophengebiet“ R

    Nun habe ich die ersten sehr erholsamen Tage auf R

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.