Vermutlich ist Edmund Stoiber gerade gar nicht wohl zumute. Morgen ist der politische Aschermittwoch und das heißt für den bayrischen Ministerpräsidenten, dass er einmal mehr den Alleinunterhalter geben muss, obwohl seine Talente doch eher in anderen Bereichen liegen.

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Dazu kommt, dass er sich mit seinem wankelmütigen Verhalten vor und nach den Bundestagswahlen nicht gerade beliebt gemacht hat. Um das ganze für Stoiber etwas einfacher zu gestalten, hat sich die CSU folgendes Motto einfallen lassen: „Mehr Stammtisch statt Popkonzert.“ Denn am Stammtisch und der damit verbundenen Rhetorik kennt er sich ja ganz gut aus (wir erinnern uns an die frustrierten Ostdeutschen). Und damit ihm auch keine unerwarteten Bösartigkeiten von Zuschauerplakaten irritieren können, werden diese von der CSU vorher eingesammelt und unbequeme Exemplare wahrscheinlich aussortiert (so was nennt man bei der CSU dann „Mach mit“-Aktion).

Das nächste Problem ist dann die Themenwahl. Da er nun nicht mehr gegen die Bundesregierung wettern, sondern die Regierung Merkel höchsten kurz loben kann, wird er sich wohl in die Weltpolitik hinaus wagen müssen. Was mit der Kritik an dem Film „Tal der Wölfe“angefangen hat, wird mit dem „Kampf der Kulturen“ als Thema weitergehen, vermutet die Welt am Sonntag. Angesichts der Brisanz des Themas wäre es allerdings doch ratsamer sich lieber eine andere Zielscheibe zu suchen. Zur Not würden es ja auch wieder die Migranten tun. Da könnte er dann auf seine Rede von 2002 zurückgreifen und erneut fordern: Wir müssen den Kindern mehr Deutsch lernen.


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