Es ist wieder Landtagswahlkampfzeit. In Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt wird am 26. März gewählt. Ein knappes halbes Jahr nach der Bundestagswahl und ein 3/4 Jahr nach der NRW-Landtagswahl (eine Zusammenfassung des Internetwahlkampfes der NRWSPD findet ihr hier) wollen wir uns einmal anschauen, wie der Wahlkampf der Parteien im Netz geführt wird. Die klassische Internetseite gehört seit mindestens 1998 bereits zum Wahlkampfstandard, deshalb richten wir unseren Fokus neben den Wahlkampfseiten, auch auf die neueren Tools wie Blogs, Podcast und Videocast. Beginnen wollen wir mit – Überraschung!- der SPD.

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SPD Sachsen-Anhalt
In Sachsen-Anhalt finden wir den klassischen Internetwahlkampf: Internetseite und Personenseite .

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Blog
Einen Blog vom SPD-Landesverband Sachsen-Anhalt gibt es nicht, aber einen von den Jusos. Seit August letzten Jahres wird hier von den Jusos vorwiegend über landespolitische aber auch andere aktuelle Themen gebloggt. Gut gestaltet und mit interessanten Themen – auf jeden Fall einen Besuch wert. Mehr über das Juso-Blog in Sachsen-Anhalt erfahrt ihr in Kürze hier im NRWSPD Blog.
Der Spitzenkandidat der SPD Jens Bullerjahn hat zwar kein Blog, aber ein Webtagebuch . Hier wird regelmäßig vermerkt wird, was den Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt am Tag erwartet und so kann jeder die Wahlkampfzeit aus der Sicht des Politikers ein wenig miterleben.

SPD Baden-Württemberg
Auch bei der SPD Baden-Württemberg finden wir den klassischen Internetwahlkampf: Kampagnenseite, Personenseite .

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Podcast/Videocast
Es gibt keine direkten Podcasts, aber man kann sich die TV- und Radiospots runterladen.

Blog
Wir sind fündig geworden: Es gibt einen SPD-Blog in Baden-Württemberg. Rund um die Bundestagswahl gestartet, bloggen da seit dem 23. Mai 2005 Mitglieder der Bundes- und Landtagsfraktion sowie SPDler von der Basis.

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Wir haben die Blogger mal kontaktiert und gebeten uns ihre Erfahrungen im Wahlkampf zu berichten. Mehr dazu demnächst hier.
Bis vor kurzem war das Blog auch noch auf den SPD-Seiten verlinkt (oder mein Gedächtnis spielt mir einen Streich). Aktuell ist aber leider kein Hinweis auf den offiziellen Seiten zu finden. Lieber Landesverband Bawü, wenn ihr doch schon ein Blog habt, dann verlinkt es doch mit eurer Seite.

SPD Rheinland Pfalz
Natürlich ist die Internetseite ganz auf Wahlkampf eingestellt. Ministerpräsident Kurt Beck hat außerdem noch eine eigene Seite, auf der die Informationen rund um ihn und seinen Wahlkampf gebündelt sind. Zusätzlich gibt es noch ein „Wir für Beck“-Portal, wo jeder virtuell unterschreiben und so den SPD-Spitzenkandidaten unterstützen kann.

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Allein gestern haben sich dort über 30 Menschen eingetragen.

Podcast/Videocast
Es gibt einen Podcast, der über XML und iTunes abonnierbar ist. Aber es ist gar kein richtiger Podcast, sondern ein Cast mit Filmen aus dem Wahlkampf von Kurt Beck. Also, liebe Kolleginnen und Kollegen: so was nennt man dann „Videocast“. Das macht aber nichts, weil die Videos, die die Tour von Kurt Beck durch Rheinland Pfalz dokumentieren, sehr gut gemacht sind. Und wir mögen Videocasts!

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Fazit
Insgesamt sind die Internetauftritte der SPD alle sehr professionell gemacht.
Rheinland-Pfalz hat mit den Viodecasts auf jeden Fall Sinn für den Zeitgeist bewiesen. Die Videosequenzen sind, wie schon erwähnt, ziemlich gut gemacht und Termine, wie etwa Firmenbesuche, über die man sich sonst nur in den Medien informieren kann, können so quasi „live miterlebt werden“. Der Videocast lässt sich auch ganz unproblematisch mit iTunes abonnieren.
Blogs sind leider noch nicht in allen SPD-Wahlkampfzentralen angekommen. Löbliche Ausnahmen sind die erwähnten Blogs des Landesverbands Baden-Württemberg und der Jusos in Sachsen-Anhalt. Natürlich würden wir uns freuen, wenn Blogs in Zukunft bei allen Landesverbänden ein fester Bestandteil des Internetwahlkampfes würden.

Mehr über die anderen Parteien könnt ihr ebenfalls demnächst hier bei uns lesen.


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6 Kommentare

  1. Kai 16. März 2006 · 16:53 Uhr

    „Natürlich würden wir uns freuen, wenn Blogs in Zukunft bei allen Landesverbänden ein fester Bestandteil des Internetwahlkampfes würden.“

    Ich haltes für zu kurz gegriffen, wenn Blogs nur in Wahlkampfzeiten genutzt werden, um sie lediglich als weiteres Instrument des Wahlkampfes zu gebrauchen. Es wäre meines Erachtens besser, diese Form der Kommunikation zu verstetigen und sie dauerhaft zu benutzen. Dass dies einen nicht unerheblichen Aufwand in Form von Kommentarkontrolle, Betreuung und Pflege erfordert, liegt auf der Hand, ist aber durchaus zu vertreten.

    Nur zur Wahl sich zu öffnen und dann wieder lediglich Pressemitteilungen alle N-Tage „abzufeuern“, ist auf Dauer sehr einseitig und wird (jetzt kommt mein Lieblingswort ;) nicht nachhaltig wirken.

  2. Dirk (blog.nrwspd.de) 16. März 2006 · 17:10 Uhr

    @kai: völlig richtig. blogs haben zwar zu wahlkampfzeiten hochkonjunktur, sollten aber – alleine schon wegen der glaubwürdigkeit – nicht einfach nur wahlkampfinstrumente sein (deshlab bloggen wir ja auch seit juni 2004 und nicht nur zu den wahlkämpfen). ein wahlkampf kann aber dazu dienen, blogs überhaupt erst entstehen zu lassen. das ist innerhalb von parteien immer noch schwierig zu vermitteln, was das ist, so ein blog. und natürlich brauch es auch „blogger“, die lust, interesse und vor allem zeit haben.

  3. Oliver Zeisberger 16. März 2006 · 19:10 Uhr

    Wie ihr ja sicher wisst, stecken ein verschiedene Konzepte und Ideen von uns hinter der Internet-Aktivitäten der NRWSPD. Und gemeinsam mit den Mitarbeitern der Agentur hier haben wir uns natürlich auch ein Bild von den Wahlkampfwebsites in den laufenden Landtagswahlkämpfen gemacht.

    Soll ich die mal aufschreiben? Wenn ihr dazu unsere Einschätzung haben möchtet, dann schreibt mir doch ne kurze E-Mail. Vergesst aber nicht, mit in die Mail zu schreiben, aus welcher eigenen Position heraus euer Interesse an unserer Einschätzung besteht.

    Als grundsätzlicher und genereller Kommentar zu dem, was wir bisher gesehen haben: Die Internet-Wahlkampf-Aktivitäten sind mir zu stark „broadcast“-orientiert und zu wenig dialogorientiert. Englisch unterscheidet man recht plakaktiv: They are talking TO voters and not WITH voters. (Hat jemand eine treffende Übersetzung greifbar?)

    Dabei ist das Netz doch ein ideales Interaktionmedium, aus dem man viel mehr durch Lesen und „Zuhören“ lernen kann, als durch immer eigenes Senden, egal wie aufgehübscht gestaltet die „Sendung“ auch inszeniert ist…

  4. Benno 16. März 2006 · 22:23 Uhr

    Übersetzung zu „They are talking TO voters and not WITH voters“:

    Vielleicht „Sie sprechen die Wähler AN, aber nicht MIT ihnen.“

    Oder etwas polemischer, dafür aber auch etwas sprachlich geschliffener:

    „Sie sprechen die Wähler an, hören ihnen aber nicht zu.“

  5. Carsten Wawer 17. März 2006 · 9:51 Uhr

    Ich würde es ja so übersetzen: Sie sprechen ZUM Wähler aber nicht MIT ihm.

  6. Dirk (blog.nrwspd.de) 17. März 2006 · 10:38 Uhr

    oder: „besser gemeinsam als einsam“

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.