Letzte Woche haben wir unsere Reihe über die Landtagswahlkämpfe im Internet mit der SPD begonnen. Heute wollen wir den Internetwahlkampf von CDU und FDP einmal genauer unter die Lupe nehmen. Im Fokus sollen natürlich wieder Blogs, Podcasts und Mitmachcenter stehen.

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Baden Württemberg
In Baden Württemberg finden wir eine Homepage des Landesverbandes und eine Personenseite des Spitzenkandidaten Günther Oettinger. Medientechnisch scheint der Süden mal wieder etwas voraus zu sein: Es gibt Podcasts. Die haben wir natürlich erstmal getestet.

Das Ergebnis: Die CDU hat Podcasts, aber wofür? Das Schema sieht wie folgt aus: Ein CDU-Politiker erzählt auf einer Wahlkampfveranstaltung wie toll die Stimmung ist und dass die CDU natürlich gewinnen wird. Es gibt keinen richtigen Inhalt und keine Zusammenhänge. Zum Glück dauern die einzelnen Beiträge im Durchschnitt nur eine knappe Minute. Effiziente Nutzung neuer Technik sieht irgendwie anders aus.
Dann gibt es noch eine Art Mitmachcenter. Dort erfährt man, wie man die CDU im Wahlkampf unterstützen kann. Eine Registrierung macht allerdings nicht viel Sinn – zumindest ist bei mir nach knapp einer Woche noch immer nichts passiert. Auch die angekündigten Newsletter und Werbematerialien sind bei mir nicht angekommen.

Die FDP in Baden Württemberg setzt technische Mittel schon geschickter ein. Neben der Homepage und der Seite des Spitzenkandidaten Ulrich Goll gibt es auch ein Blog. Im Blog sind Videocasts und MP3-Tracks von diversen Wahlkampfveranstaltungen integriert, die man unter der Rubrik „Podcast“ auch separat aufrufen kann. Das Blog wird seit Juni 2005 geschrieben. Der einzige aktive Blogger ist der Webmaster der FDP Baden Württemberg. Regelmäßige Kommentare lässt das Blog auch vermissen.

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Rheinland Pfalz
Die CDU in Rheinlandpfalz hat natürlich eine Kandidatenseite für Christoph Böhr und eine Homepage. Auf letzterer findet man die Kategorie Pressestelle/Downloads, die einem verspricht Interviews runterladen zu können. Allerdings hatte ich jetzt eher Audiodateien erwartet und war von den pdf-Dokumenten etwas enttäuscht.
Dafür hat der Spitzenkandidat Christoph Böhr ein Webtagebuch, das seit knapp 2 Wochen allerdings ruht.

Die rheinland-pfälzische FDP bietet im Internetwahlkampf nur ihre Homepage und die ihres Spitzenkandidaten Hans-Artur Bauckhage auf.

Blogs, Podcasts und Mitmachmöglichkeiten fehlen hier komplett.

Sachsen-Anhalt
Wie in allen anderen Ländern hat die CDU auch hier eine Homepage und eine separate Personenseite für den Spitzenkandidaten Wolfgang Böhmer. Ein Online-Mitmachcenter gibt es nicht, aber eine E-Mail Adresse, unter der man Kontakt aufnehmen kann, wenn man zum „team Zukunft“ gehören möchte.
Podcasts gibt es auch nicht, aber man kann sich das Regierungsprogramm als „Hörbuch“ anhören. Das Vorwort von Wolfgang Böhmer ist allerdings genauso einschläfernd wie seine Homepage.

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Die FDP in Sachsen-Anhalt splittet ihren klassischen Internetwahlkampf auf eine Homepage und eine Wahlkampfseite auf. Das innovativste Element ist ein LiveChat, in dem an 5 Terminen mit FDP-Kandidaten gechattet werden kann.
Ein Blog gibt es nur von den Jungen Liberalen. Das ist allerdings nach einer Laufzeit von 3 Monaten und nach nur 14 Beiträgen bereits Ende Januar eingeschlafen.
Die FDP verlinkt von ihrer Homepage außerdem noch auf ein Forum, dass aber nicht ihr eigenes, sondern das der Bundes-FDP ist.

Fazit

Die CDU hinkt den neuen Trends im Internetwahlkampf etwas hinterher. Nur in Baden Württemberg finden wir Podcasts, die aber abgesehen von ihrer kurzen Dauer auch keine inhaltliche Substanz haben. Das Bwin-Team entpuppt sich als erweiterter Newsletter-Verteiler mit Anleitung zum Wahlkämpfen, aber wenig Interaktivität. Blogs sind noch in keinem der Länder in die Wahlkampfzentrale vorgedrungen.
Der Internetwahlkampf der FDP entspricht da schon ein wenig mehr dem Zeitgeist. Das Blog und die Podcasts in Baden Württemberg dokumentieren die einzelnen Stationen des Wahlkampfs und aktuelle Ereignisse werden kommentiert. Klares Defizit ist aber, dass die Beiträge oft unkommentiert bleiben und es so bei der one-way Kommunikation bleibt.


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9 Kommentare

  1. www.ich-gehe-zur-wahl.de 21. März 2006 · 17:21 Uhr

    Unter http://www.ich-gehe-hin.de können Bürger und Politiker ihre Argumente veröffentlichen, warum sie am 26. März zur Landtagswahl gehen werden, und ein Foto hochladen: http://www.ich-gehe-hin.de

  2. Jens 21. März 2006 · 20:00 Uhr

    Wir von der SPD haben doch schon 1998 vorgemacht, dass zu einen erfolgreichen Wahlkampf auch das Internet gehört und da sind wir bis jetzt die No 1 :-) Und wenn es Internetmäißges von der Union gab, dann war es ne Kopie von uns *g*

    Hatte nicht Bosbach gesagt, dass Blog kein antiquates Wahlkampfmittel sei?

  3. Benno 21. März 2006 · 23:26 Uhr

    Und wo bleiben überhaupt die Videobotschaften der Spitzenkandidaten? Irgendwie ist es doch traurig, dass sich seit dem NRW-Wahlkampf keine einzige Partei an dieses (im wahrsten Sinne des Wortes) einmalig gute Angebot herangewagt hat. OK, nur Peers Videobotschaften waren wirklich gut — Onkel Jürgens Kopie war dagegen nur billig. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

  4. carsten koehler 21. März 2006 · 23:30 Uhr

    http://www.n-tv.de/646002.html

    sieht so aus als ob die cdu in sachsen anhalt probleme haette. ich meine es ist natuerlich richtig dass es keine nette art ist gegen die politik des koalitionspartners (keine mehrwertsteuererhoehung)meinung zu machen, aber das tut die fdp schon seit 40 jahren. mit anderen worten es kriselt beim ergebnis und die cdu muss sich absetzen.

  5. Benno 22. März 2006 · 15:20 Uhr

    Das ist zwar jetzt off-topic, aber ich hoffe, das ist ausnahmsweise mal OK.

    @carsten koehler:

    Das ist in der Tat schon eine seltsame Wahl diesmal in Sachsen-Anhalt. Nach nur vier Jahren scheinen beide Koalitionspartner die Nase voneinander voll zu haben und zeigen das selbst im Wahlkampf ganz offen. Herr Böhmer scheint sich schon absolut auf eine Große Koalition eingestellt haben — wie im Übrigen auch Jens Bullerjahn. Ich habe (außer in Bremen) selten eine Wahl erlebt, wo sich SPD und CDU von vornherein so aneinandergekuschelt haben. Dabei wissen die beiden Parteien noch nicht mal, ob sie sich überhaupt zusammentun dürfen. Denn das letzte Wort spricht ja bekanntlich der Wähler. Und der hat gerade in Sachsen-Anhalt schon öfters für Überraschungen gesorgt. Sollte jedenfalls doch plötzlich wieder Schwarz-Gelb die Mehrheit haben, wird Böhmer es seiner Partei wohl nicht vermitteln können, wenn er trotzdem mit der SPD ins Boot steigt. Aber mal sehen — ich bin jedenfalls gespannt auf Sonntag.

    Den sog. „Internetwahlkampf“ der CDU Sachsen-Anhalt finde ich übrigens (um mal wieder die Kurve zum eigentlichen Thema zu kriegen) wirklich grottig. Auf deren Parteiseite gibt es gerade mal eine Kandidatenübersicht, das Regierungsprogramm und ein paar Wahlprüfsteine. Wo sind bitte all die Innovationen, die es in den letzten Jahren für Internetkampagnen entwickelt worden sind? Dass man auch in der Download-Rubrik auf Wolfgang Böhmers Seite gerade mal zwei belanglose Pressefotos und noch nicht einmal einen Bildschirmhintergrund oder andere Gimmicks findet, ist schon sehr dürftig. Und dass man sich für das „teAM Zukunft“ noch nicht mal online anmelden kann, spottet jeder Beschreibung.

    Komisch — sonst betont Böhmer doch immer, dass Sachsen-Anhalt unter seiner Führung die rote Laterne abgegeben habe. Im Internet ist davon aber überhaupt nichts zu spüren.

  6. carstenkoehler 23. März 2006 · 13:44 Uhr

    @benno

    http://www.n-tv.de/647398.html

    ja die spd scheint rheinland pfalz zu halten und sachsen anhalt wird wirklich ganz ganz eng fuer die cdu

  7. WOLFGANG ENGLER 4. Dezember 2006 · 20:20 Uhr

    Die WBO GmbH kann von mir nur als unseriös bezeichnet werden. Der Geschäftfsführer ist seit 8 Wochen nicht zu sprechen (Hr. Schmidt)! Nun reicht es mir und ich werde mir einen Termin bei Herrn Wehling geben lassen, denn die Angelegenheit sollte dann nach 8 Wochen endlich geklärt werden !

    Betrifft Beschädigung unseres PKWs durch die WBO GmbH am 16.10.2006 !

    Absolut unfassbar die Zustände bei der WBO GmbH !

  8. ein oberhausener 9. Januar 2007 · 16:03 Uhr

    DER GESCHÄFTSFÜHRER DER WBO GmbH / OGM GmbH HERR HARTMUT SCHMIDT IST FÜR OBERHAUSENER BÜRGER EINE ZUMUTUNG ! DAS VERHALTEN DEM BÜRGER GENEGÜBER DURCH HERRN HARTMUT SCHMIDT KANN NUR ALS SKANDALÖS BEZEICHNET WERDEN ! EIN SKANDAL FÜR DIE SPD IN OBERHAUSEN !!! HERR HARTMUT SCHMIDT TRETEN SIE ZURÜCK UND LEGEN SIE IHRE ÄMTER NIEDER !!!

  9. OBERHAUSEN UNSOZIAL 21. März 2007 · 10:41 Uhr

    EINE SCHANDE WIE IN OBERHAUSEN MIT DEM BÜRGER VERFAHREN WIRD !

    DAS FAHRZEUG EINES BÜRGERS BESCHÄDIGEN UND DANN NICHT MAL FÜR DEN SCHADEN AUFKOMMEN !

    TROTZ ZUGESICHERTER KOSTENÜBERNAHME !

    WIRKLICH DIESER FALL IST SKANDALÖS !

    MfG
    WOLFGANG ENGLER

    Die Presse in Oberhausen hat sich bereits diesem Fall angenommen:
    http://img213.imageshack.us/img213/624/waz07qn2.jpg
    http://img138.imageshack.us/img138/6626/nrzw07dy6.jpg

    AUF HEUTIGE NACHFRAGE UNTER 0208 825-2747 BEI HERRN RAINER SUHR 20 MÄRZ 2007 GEGEN 15:20 UHR SAGTE MIR HERR SUHR WÖRTLICH WIR GEBEN KEINE AUSKUNFT UND MÖGE ES IHNEN NÜTZEN.

    WIE DER BÜRGER IN OBERHAUSEN VON DER STADTVERWALTUNG OBERHAUSEN BEHANDELT WIRD IST ABSOLUT UNFASSBAR !!!

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.