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Die CDU-Schulministerin Barbara Sommer will im neuen Schulgesetz ausdrücklich wieder die Erfurcht vor Gott als Erziehungsziel festschreiben, schreibt heute die Rheinische Post.
Na dann, liebe Schülerinnen und Schüler, Hallelujah und Helm, – nein – Mütze und Koptuch ab zum Gebet. Und preiset den Herrn! Und wehe, wenn nicht! Dann gibtb es nämlich schlechte Kopfnoten.

Und kommt bloß nicht auf die Idee, zum falschen Gott zu beten. Das ist hier schließlich christliches Abendland.
Und Atheismus ist auch nicht mehr.
Merkt euch das!


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7 Kommentare

  1. Carsten Wawer 29. März 2006 · 12:10 Uhr

    Na dann: Stramm gestanden und die Hände gefaltet ihr Kinderlein!

    Beschwerden über unsere Landesregierung bitte ab jetzt auch nur noch an: Gott@himmel.de

  2. Roter Baron 29. März 2006 · 12:27 Uhr

    Mir fällt dazu spontan wieder das Rüttgersche Zitat „Der Katholizismus ist anderen Religionen überlegen“ aus dem NRW-Wahlkampf 05 ein.

    Offensichtlich wollen Rolle und seine Truppe die Bayern in Konservatismus noch rechts überholen und NRW zum „besseren Bayern“ machen (hatte Jürgen ja auch im Wahlkampf angekündigt).

    Das Motto der NRW-CDU bleibt also nach wie vor: Politiker von Gestern machen Politik von Vorgestern.

  3. Benno 29. März 2006 · 13:38 Uhr

    Einmal mehr beweist diese Landesregierung (und allen voran diese Null-Schulministerin), dass sie es hervorragend beherrscht, irgendwelche Scheindebatten zu eröffnen und sich in platter Symbolpolitik zu ergehen, dabei aber die wirklichen Probleme zu verschlafen.

    Kommen die PISA-Werte wieder auf die Beine, indem man den Respekt vor Gott ins Schulgesetz schreibt? – Nö.

    Wird die Polizei leistungsfähiger, indem man die Reiterstaffeln wiederbelebt? – Nö.

    Geht es in NRW wirtschaftlich aufwärts, weil man die Biergärten länger öffnet? – Nö.

    Wird das Stauproblem beseitigt, weil man Autofahrern das Wenden auf dem Standstreifen erlaubt? – Nö.

    Neun Monate Schwarz-Gelb in NRW: Soviel heiße Luft war nie. Dank der könnte sich die Landesregierung eigentlich schon die Heizkosten sparen (wäre ja auch mal ein Beitrag zur Haushaltskonsolidierung). Eine wahrhaft beeindruckende Bilanz.

  4. michael 30. März 2006 · 13:31 Uhr

    Naja. Da wird nun nichts gegenüber dem alten Schulgesetz geändert.

    Artikel 1 lautet: …“Sie verwirklicht die in Artikel 7 der Landesverfassung bestimmten allgemeinen Bildungs- und Erziehungsziele.

    Sprich:

    (1) Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor der Würde des Menschen und Bereitschaft zum sozialen Handeln zu wecken, ist vornehmstes Ziel der Erziehung.

    (2) Die Jugend soll erzogen werden im Geiste der Menschlichkeit, der Demokratie und der Freiheit, zur Duldsamkeit und zur Achtung vor der Überzeugung des anderen, zur Verantwortung
    für Tiere und die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen, in Liebe zu Volk und Heimat, zur Völkergemeinschaft und Friedensgesinnung.

    Ebenjene werden jetzt einfach im neuen $2 wortwörtlich wiedergegeben…

  5. P. Albers 10. August 2006 · 18:08 Uhr

    Eines vorweg: Obwohl ich bekennender Atheist bin, habe ich bei der letzten Wahl die Christdemokraten gewählt und damit das Zustandekommen der derzeitigen Regierung befürwortet; bei der nächsten Wahl wird die CDU auf meine Stimme jedoch verzichten müssen!

    „Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor der Würde des Menschen und Bereitschaft zum sozialen Handeln zu wecken, ist vornehmstes Ziel der Erziehung.“

    Wie kann man nur diese beiden Gegensätze in einem Satz und als zusammengehörig dahinstellen?
    Die Werte und moralischen Maßstäbe, auf die unsere Gesellschaft aufgebaut ist, beruht auf der Aufklärung und dem Humanismus. Die Würde des Menschen, die Menschenrechte und allgemein der Freiheitsgedanke sind Errungenschaften, die immer wieder mit vielen Opfern gegen die Kirche durchgestezt werden mussten.
    Der christliche Glaube, gepaart mit der aktuellen staatskirchlichen Propaganda seitens der CDU ist — reißerisch ausgedrückt — ein Verrat an den Werten unser Gesellschaft und ein Rückschritt in eine längst überwunden geglaubte Zeit.

  6. Irene Nickel 10. August 2006 · 19:53 Uhr

    michael schrieb am 30.März 2006 13:31:
    „Naja. Da wird nun nichts gegenüber dem alten Schulgesetz geändert.“

    Rein juristisch gesehen, wird wenig geändert. Aber die Gesetzesänderung ist ein Signal: Dafür, dass man vorhat, sich künftig noch unverfrorener über das Erziehungsrecht der Eltern hinwegzusetzen, die eine religiöse Indoktrinierung ihrer Kinder nicht wünschen. Dafür, dass man sich noch weniger als bisher an das Grundgesetz halten will, nach dem der Staat als Heimstatt aller Bürger zur weltanschaulich-religiösen Neutralität verpflichtet ist. Dafür, dass man mehr noch als bisher danach streben will, Indoktrinierung und Bevormundung an die Stelle von Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit zu setzen.

  7. Stephan Sandhaeger 10. August 2006 · 21:51 Uhr

    Die Schule soll (neben Fach- und Methodenwissen) Grundwerte und soziale Kompetenz vermitteln. Es ist daher sinnvoll, wenn die konsenten Grundwerte der freiheitlich-demokratischen Gesellschaft im Schulgesetz erwähnt und im Unterricht gelehrt werden, z.B. im Rahmen eines LER-Unterrichts. Hier hat auch die neutrale Information über diverse ideologische Sinnfindungsangebote ihren modernen Platz.

    Der Aberglaube an einen ganz speziellen Gott gehört nicht zu diesen Grundwerten, im Gegenteil, einige wesentliche heutige Grundwerte mußten mühsam gegen die Kirchen durchgesetzt werden.

    Eine offene Gesellschaft benötigt keinen ängstlichen Verweis auf eine vermeintliche Letztbegründung, die zudem nur für die Hälfte der Bevölkerung eine Bedeutung hat. Im Gegenteil, ehrfürchtige Fixierung auf ein Gottesmodell behindert die angstfreie Entfaltung von selbständigem Denken und die vorbehaltlose Beschäftigung mit der sozialen Realität.

    Kinder brauchen menschlichen Halt und menschliche Vorbilder.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.