Archiv: April 2006

Ist zwar schon spät, aber der Artikel aus dem Kölner Stadtanzeiger vom heutigen Freitag lohnt sich auch nächtens für ein paar Zitate:

„Rüttgers sucht neuen Chef der Staatskanzlei“

Der bisherige Chef der Staatskanzlei, Grosse-Brockhoff, scheints nicht zu bringen, wenn er gegenüber Mitarbeitern sagt, er habe

in Zukunft mehr Zeit für Kultur

Zu den Gründen schreibt der Stadt-Anzeiger:


Eine bessere Erklärung kann momentan anscheinend niemand liefern, für einen rund 30cm großen Kokon, der selbst Wissenschaftlern Rätsel aufgibt.

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In Dorsten passiert also etwas ganz Großes…


In Köln findet in diesem Jahr mal wieder ene Großveranstaltung unter dem Titel „lebendig und kräftig und schärfer“ statt. Wer glaubt, dass sei der Slogan des CSD 2006 liegt ziemlich weit daneben.
Ich wollte es erst auch nicht glauben, aber es ist in der Tat der Slogan des 31. Deutschen Evangelischen Kirchentages. Mutiger Titel!

Und wenn die Evangelen schon so mutig daher kommen, wundert es auch nicht mehr, wenn „das höchste göttliche Wesen“ sich der Zeit anpasst. Ein wirklich klasse Video:

Link

via Basic thinking und uselessknowledge


Dass man eine gewisse Zeit braucht, um Niederlagen einzustecken, ist ja ganz normal. Wenn man aber seinen Misserfolg so stur abstreitet und sämtliche rechtlichen Schritte gegen eine allgemein angenommene Wahl ausschlachtet, könnte man schon auf die Idee kommen, dass jemand an Realitätsverlust leidet. Diesen Fall kann man zur Zeit bei Herrn Berlusconi in Italien beobachten, der der einzige in Italien zu sein scheint, der seine Niederlage immer noch nicht anerkennen kann. Selbst das höchste italienische Gericht konnte ihn nicht überzeugen, dass er die Wahl am 9. April verloren hat und nun nicht mehr Ministerpräsident sein wird. Da die Richtigkeit der Auszählung der gültigen Stimmzettel nun bestätigt wurde, will er laut einem Artikel auf Spiegel Online nun die für ungültig erklärten Stimmzettel überprüfen lassen. All diese Maßnahmen könnte ich nachvollziehen, wenn Italien ein instabiler Staat mit einer undemokratischen Regierung wäre und Berlusconi der Demokratie-verfechtende Oppositionsführer, der die eigentlich Mehrheit des Volkes hinter sich hätte. Aber war das nicht irgendwie anders?


In Gelsenkirchen-Buer wird eine Zeitung dicht gemacht und es scheint niemanden zu interessieren. Der Verleger Kurt Bauer hat Ende März die Einstellung der Buerschen Zeitung zum 30. September 2006 verkündet und der sich ob dieser Entscheidung in Buer artikulierende Protest kommt in den Zeitungen des Ruhrgebietes nicht vor. Ab Oktober ist die WAZ in Gelsenkirchen quasi Monopol-Anbieter im lokalen Medienmarkt, denn sie ist auch am örtlichen Sender Radio Emscher-Lippe und an den gratis verteilten Anzeigenblättchen beteiligt. Vielleicht ist das der WAZ ja so peinlich, dass sie deswegen so wenig über diesen Vorgang schreibt. Andere wie der Dortmunder Medienexperte Horst Röper (Formatt Institut) sehen jedoch „Auffälligkeiten“, die vermuten lassen, dass es Absprachen zur Aufteilung des lokalen Zeitungsmarktes geben könnte. Gelsenkirchens ver.di –Vorsitzender Wolfgang Gottschalk deutet im Interview mit der Jungen Welt an: „Wäre man böswillig, könnte man sagen: Das ist eine Flurbereinigung, um unliebsame Konkurrenz loszuwerden.“


Man muß nicht alles machen, nur weil man es kann. Es sei denn, „man“ ist Engländer und arbeitet für eine Boulevard-„Zeitung“. Dann macht man für Geld alles. Auch Fotos von Angela Merkel beim umziehen. Man kann ja von Angela Merkel halten, was man will, aber niemand sollte halb nackt beim umziehen gegen seinen Willen auf einer viel gelesenen Zeitung abgedruckt werden. Genau das ist Angela Merkel aber jetzt passiert. Auf „The Sun“ war sie zu sehen, wie sie in ihrem Urlaub auf Ischia im Bademantel wohl die Badehose wechselte. Außerdem wurde in dem zugehörigen Artikel auch noch über die Kanzlerin gespottet. Spott, den ich so albern finde, dass ich ihn hier nicht wiedergeben werde. Ich weiß nicht, was das soll. Feiner britischer Humor sieht anders aus.

Mehr dazu findet ihr auf Spiegel Online und natürlich (!) auf Bild.de


In unseren guten „alten Tante“ SPD gilt Willy Brandt als Synonym für den Parteivorsitzenden. Mir als Parteimitglied und Mittzwanziger ist Willy Brandt immer als „Übervater der Sozialdemokratie“ erschienen. In meinem Ortverein schwärmen die älteren noch immer „von dem Willy“. Eine meiner ersten politischen Erinnerungen ist seine Ansprache beim Mauerfall vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Später jagten mir die Bilder seines Kniefalls von Warschau Schauer über den Rücken. Ein Artikel auf Spiegel Online des Politikwissenschaftlers Franz Walter wirft jedoch ein ganz anderes Licht auf die politischen Anfangsjahre Brandts. Damals war er noch kein politischer Popstar und galt als politisches Leichtgewicht. Kurz gesagt, sehr lesenswerter Artikel, der SPD-Parteigeschichte aufzeigt. Lesen!!!


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Das ist großartig! Essen/Ruhrgebiet wird Kulturhauptstadt Europas 2010. Wir feiern. Und freuen uns auf 2010.


Soeben erreicht uns folgende Meldung über verschiedene Nachrichtenagenturen:

Berlin (AP) SPD-Chef Matthias Platzeck steht offenbar kurz davor, sein Amt nach nur nur fünf Monaten wieder aufzugeben. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AP am Montag aus zuverlässigen Berliner Quellen. Danach soll der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck das Amt übernehmen.

UPDATE: Parteisprecher Lars Kühn hat den Schritt von Matthias Platzeck inzwischen gegenüber Spiegel Online bestätigt. Lt. WDR 5 soll es um 11.30 Uhr eine Pressekonferenz geben, auf der Platzeck selber sprechen wird. Die Pressekonferenz wird bei Phoenix ab 11.30 Uhr übertragen.

Weitere Pressestatements:
12:30 Jochen Dieckmann im Düsseldorfer Landtag:

Jochen Dieckmann sagte in Düsseldorf zur kommissarischen Leitung der SPD durch Kurt Beck: «Das ist eine gute Entscheidung». Beck sei von Lebensalter und politischer Statur geeignet, die SPD länger als nur eine Übergangszeit zu führen. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident und erste stellvertretende Bundesvorsitzende wurde zuvor vom Parteipräsidium in Berlin dem Bundesvorstand als kommissarischer Vorsitzender vorgeschlagen.

13:30 Bundeskanzlerin Merkel im Foyer des Kanzleramtes

Ich möchte das von meiner Seite gerne für den Moment unkommentiert lassen, und versuche die Nachrichtenlage genauer unter die Lupe zu nehmen. Ich frage Euch aber natürlich nach Eurer Meinung dazu! Eure Kommentare:


Manchmal wundere ich mich nicht, wenn ich die Bild-Zeitung aufschlage. Zum Beispiel heute:

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Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.