Es ist 6 Uhr morgens, es ist Samstag und trotzdem klingelt mein Wecker, denn heute ist Landesparteitag in Bochum. Um 8 Uhr öffnen sich die Türen des RuhrCongress und das ganze Spektakel beginnt. Delegierte, Gäste und Journalisten finden sich nach und nach ein. Im Foyer haben einige Aussteller ihre Stände bereits geöffnet. Da werde ich später nochmal vorbeischauen. Ich hab da so einen Insider-Tipp von Thorsten bekommen…aber dazu später mehr.
Um halb 10 beginnt der Parteitag mit der Begrüßung durch Britta Altenkamp, eine der stellvertretenden Vorsitzenden, die sich heute zur Wiederwahl stellt. Zur Einleitung des Parteitags wurde auch der neue Film zum 60-jährigen Jubiläum NRWs gezeigt, aber dazu hat Sebastian ja schon geschrieben.
Dann redeten der Landesvorsitzende, Jochen Dieckmann, und Generalsekretär Michael Groschek. Beide kritisierten die Politik der schwarz-gelben Landesregierung. Jochen Dieckmann stellte fest, dass nicht ohne Grund schwarz und gelb in den Farben des Landeswappens nicht vorkämen und deshalb die CDU-FDP-Landesregierung nur eine Episode bleiben würde.

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Michael Groschek kritisierte vor allem die mangelnde Kompetenz und die unsoziale Politik in den Bereichen Jugend und Bildung. Die Reden von Norbert Römer und Hannelore Kraft kann ich leider nicht kommentieren, da ich sie nur bruchstückhaft gehört habe. Man hat ja so seine Pflichten als Praktikantin…

Dann trat Peer Steinbrück, stellvertretend für den erkrankten Matthias Platzeck, ans Rednerpult. Er beglückwünschte Kurt Beck zu seinem Wahlsieg in Rheinlands-Pfalz und lobte ihn als „95 kg Vetrauen“. Dabei fällt mir ein, dass ich bald, wenn ich in Trier weiter studiere in ein SPD-Land zurückkehre. Ein schöner Gedanke.
Peer Steinbrück würdigte auch den Einsatz von Ute Vogt in Baden-Württemberg und Jens Bullerjahn in Sachsen-Anhalt. Wie schon in seiner Rede am politischen Aschermittwoch kritisierte er, dass die SPD es versäume eigene Erfolge zu kommunizieren und in dieser Hinsicht von einem „Kurzgedächtnis“ gekennzeichnet wäre. Es müsse viel mehr über Projekte wie die Riesterrente, die Erfolgsmodelle sind, oder wichtige Entscheidungen wie der Nichtbetieligung am Irak-Krieg geredet werden. Wichtig sei es nun, sich auf einige landespolitische Themen zu konzentrieren, sie auch zu personifizieren, um Wählern 2010 so eine Alternative bieten zu können. Außerdem müssten junge Talente gefördert werden und dies müsse in der Partei beginnen. „Sie sind die Zukunft der Partei“. Die „Ochsentour“ habe an Bedeutung verloren. Abschließend bat er um Unterstützung für den Landesvorsitzenden, Jochen Dieckmann, und der Fraktionsvorsitzenden, Hannelore Kraft. Seine Rede war inhaltlich und rhetorisch mal wieder eine Wohltat. Aber als Fan hatte ich mich ja schon am politischen Aschermittwoch geoutet.


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2 Kommentare

  1. Jens 1. April 2006 · 14:02 Uhr

    Was für einen Insidertipp denn? Falls der zu „insidertippig“ ist, kann das ruhig durch Umdrehen persönlich erklärt werden… ;)

  2. Pottblog 3. April 2006 · 5:11 Uhr

    [LPT] Karins Geheimtipp

    Karin von blog.nrwspd.de erwähnte in diesem Beitrag einen Insidertipp – und jetzt gibt es inzwischen auch schon die Auflösung.
    Wer sich also für Insider-Tipps interessiert, der sollte einfach mal den Links folgen.

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