Im aktuellen Stern-Sommerinterview behauptet Jürgen Rüttgers, dass er sich von den „Lebenslügen der CDU“ verabschieden wolle . Er will mehr soziale Gerechtigkeit.

Schade, dass er damit in NRW nicht anfängt! Die CDU sei keine kapitalistische Partei, sondern eine Wertegemeinschaft. Die Werte wären interessant zu erfahren!
Nach Einführung der Studiengebühren, höheren Kindergartenbeträgen und Kürzungen beim Landesjugendplan scheinen sie doch eher finanzieller Natur zu sein. Aber nett, dass er sich das Thema unseres Wahlkampfes jetzt selber auf die Fahne schreiben will.
Im Wahlkampf der CDU sei zu viel über Flat Tax gesprochen worden, merkwürdig wo doch viele der Äußerungen dazu aus seinem Munde kamen. Sah er doch Herrn Kirchhof schon lange vor der Wahl im zukünftigen Merkel-Kabinett sitzen.
Dies scheint ein ähnlicher Fall zu sein, wie seine Einstellung zur Mehrwertsteuererhöhung. Erst hielt er die Erhöhung für unvermeidlich und dann stimmte die Regierung Rüttgers im Bundesrat gegen sie. Erst sollten die durch die Erhöhung gesenkten Lohnnebenkosten für mehr Wachstum sorgen, dann stellte sie auf einmal eine Gefahr für die Beschäftigung dar.
Herr Rüttgers sollte sich wohl an die von der CDU doch so oft proklamierten christlichen Werte erinnern, zu denen wohl an prominenter Stelle Ehrlichkeit gehört. Wobei dieser Wert scheint in NRW aus dem Wertekanon der CDU gestrichen worden zu sein.
„Solange die SPD dermaßen über mich schimpft, mache ich mir um meinen Einfluss keine Sorgen“ , so Rüttgers im Interview. Wir uns schon, denn den bekommen alle Bürger in NRW zu spüren und zwar nicht auf die angenehme Art und Weise.
Wahrscheinlich radelt Jürgen deshalb diesen Sommer wieder durchs Land um Buße zu tun, Lügen verstößt immerhin gegen eins der zehn Gebote. Am besten sollte er aber auf ein Pferd umsatteln, frei nach dem Sprichwort „mal hüh, mal hott“. Mal Kapitalismus pur, mal soziale Gerechtigkeit -wie es ihm die politischen Berater gerade empfehlen.


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7 Kommentare

  1. politikinside@blogg.de 2. August 2006 · 18:15 Uhr

    „Die CDU-Lebenslüge“…

    Rüttgers macht einen auf „Sozial“

    Ich muste schon echt schmunzeln, als ich das „Stern Sommerinterview“ mit unserem Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers von der selbsternannten Arbeiterpartei CDU gelesen habe. In diesem Interview sagte Rüttge…

  2. Benno 3. August 2006 · 10:49 Uhr

    Was soll man dazu noch sagen? — „Rolle Rüttgers“ at his best!

    Warum haben die Nordrhein-Westfalen letztes Jahr nicht gleich einen Wackelpudding in die Staatskanzlei gewählt? — Das wäre nämlich auf dasselbe hinausgelaufen.

  3. Oliver F: 3. August 2006 · 22:12 Uhr

    Macht der Mann sich Lächerlich?!, oder hat der Total denn Sinn für die Realität verloren. Ich denke sowieso das der Mann irgend ein Geistliches leiden hat. Er sagt ja immer das er aus klein Bürgerlichen Verhältnissen stammt, wahrscheinlich wollte er einfach nur mal dazu gehören als er in die CDU eingetreten ist, und jetzt ist er MP, und merkt komisch die haben ja alle eine andere Meinung wie ich. Schon komisch das er jetzt einen auf Sozi macht. Aber leider muss ich ihnen sagen Herr Dr. Rütgers, Sie sind leider nur die Marionette der NRW CDU, und haben soviel Entscheidungsgewallt, wie Angela Merkel als gut aus sehent bezeichnet werden kann.

  4. Bürger-Herold 9. August 2006 · 13:46 Uhr

    Zitat aus meinem Blogbeitrag:
    „… durch Nacht und Wind. Nein, es ist nicht der Erlkönig, sondern der nordrhein-westfälische Ministerpräsident hat es eilig. Er ist der „Lebenslüge“ auf der Spur.“

  5. Bürger-Herold 9. August 2006 · 13:54 Uhr

    Da der Jürgen wacker und tapfer dem Sinkflug entgegensieht, passt mein Cartoon auch noch ganz gut (Link via „gepostet von:…“)

  6. Weblog der NRWSPD 10. August 2006 · 14:35 Uhr

    […] Nach den Äußerungen des Jürgen R. über die CDU und ihre viel zitierten Lebenslügen, häuft sich nun auch die Kritik aus dem eigenen Lager und dem des Koalitionspartners. […]

  7. f.-j.hay 6. Februar 2007 · 15:57 Uhr

    Einige Kommentare von Rütgers ( Europa & Terrorismus) sind nun wirklich bemerkenswert. Die SPD jedoch sollte zu allererst mal den Schmutz vor der e i g e n e n Tür wegkehren: Kurnaz als Bremer Türken hinzustellen bedeutet “ unseren großen Sohn Beethoven “ als Bonner Flamen zu bezeichnen. ( Er hatte kein deutsches Blut-ein Teil seiner Vorfahren waren Flamen). Aber das nur mal nebenbei. Einen Menschen in G. bei den Amis „schmoren “ zu lassen und sich , wie Herr Klose , hinter dem Nichtstun der Türkei (?) zu verstecken müßte doch zu einem Aufschrei in der SPD führen. Sollten wir denn türk. Menschenrechtsstandards….. oder noch besser : schreibt die türk. Standards in Euer neues Programm ; dann seid Ihr zumindest ehrlich. adjö-joschi-Bonn

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