Rüttgers
Nach den Äußerungen des Jürgen R. über die CDU und ihre viel zitierten Lebenslügen, häuft sich nun auch die Kritik aus dem eigenen Lager und dem des Koalitionspartners.

Laut FDP Fraktionschef Gerhard Papke in der heutigen Süddeutschen Zeitung, sind die Äußerungen von Herrn Rüttgers nicht im Sinne des Düsseldorfer Koalitionsvertrags. „Das hilft überhaupt nicht weiter“, sagte am Donnerstag im ARD-„Morgenmagazin“ Unions-Fraktionschef Volker Kauder. Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach kann die Kritik von Rüttgers an der CDU „nur sehr begrenzt nachvollziehen“. Auch die Parteikollegen von Jürgen R. in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern halten die momentane Publicity nicht gerade förderlich für ihren Wahlkampf. Der Fraktionsvorsitzende der CSU-Landtagsfraktion Joachim Hermann nennt die Aktion sogar „völlig sinnlos“.

Dabei ist der Sinn doch mehr als deutlich: Herr R. möchte sein Image im sozialdemokratisch geprägten NRW, passend zum 60. Geburtstag des Landes, noch einmal etwas aufpolieren. Irgendwie scheint sein neu gewähltes Image des „sozialen Jürgens“ nicht bei allen seiner Kollegen so gut anzukommen. Die daraus entstandene Debatte scheint mittlerweile bei der Bevölkerung im ganzen Land wohl eher zu Kopfschütteln, als zu Begeisterungsstürmen zu führen.

Aber um das Problem kümmern sich seine Berater mit Sicherheit schon längst. Spätestens nach dem Ende der Feierlichkeiten zum Landesgeburtstag am 23. August wird Jürgen R. uns dann auch wohl mit neuen Aussagen überraschen. Schließlich wissen wir ja schon lange, dass Herr R. gerne viel verspricht und dann wenig davon hält, bzw. das Gegenteil davon umsetzt. Da sind wir ja mal gespannt, mit welchen Äußerungen er dann glänzt, vielleicht folgt auf das Sommerinterview ja dann ein Herbststatement.


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6 Kommentare

  1. Benno 10. August 2006 · 15:01 Uhr

    Man sollte vor allem anmerken, dass es jetzt schon zum x-ten Mal seit der Bundestagswahl zu den klassischen „Wirtschaftsliberale FDP vs. Herz-Jesu-kapitalistische CDU“-Reibereien innerhalb der Düsseldorfer Koalition gekommen ist. FDP-Generalsekretär Christian Lindner hat sich wohl darüber mokiert, es sei eine „Lebenslüge“, wenn man meine, man könne mit den „Rezepten der katholischen Soziallehre die Zukunft gestalten“, während CDU-Fraktionschef Stahl zurückgeätzt hat, solche Platitüden ignoriere er noch nicht mal.

    Ich weiß nicht, ich weiß nicht… Sollte sich dieses Spielchen jetzt noch in den nächsten Jahren fortsetzen, ist es wohl doch nur noch eine Frage der Zeit, bis bei einem der beiden Koalitionspartner eine Sicherung durchknallt. Man muss ja allmählich schon den Eindruck haben, dass die Landes-FDP sich lieber zur alles besser wissenden Oppositionspartei aufspielt, anstatt ihre Regierungsverantwortung wahrzunehmen.

  2. bazinho 10. August 2006 · 16:03 Uhr

    Das ständige sich im Wind drehen dieses Knallers ist so ziemlich das einzige, worauf man sich verlassen kann. Aber nun gut wenn er sonst keine Hobbys hat.

    Nette Bebilderung übrigens. Hab’s heute morgen ähnlich umgesetzt. Leider will der Trackback nicht so richtig, daher jetzt manuell:

    http://www.jusos-duesseldorf.de/blogg/?p=218

  3. manni 10. August 2006 · 23:30 Uhr

    Das mit der Lüge würde aber auch dem ehemals großen Vorsitzenden der SPD passen.

    Er wollte im Wahlkampf die Mehrwertsteuer 0 durchsetzen, um sich dann mit Frau Merkel, die 2 % wollte, auf der Mitte bei 3% zu einigen.

    Das ist Wahlbetrug. Bei Kindern hieß es: „wenn Du was ändern willst geh wählen“. Da dann genau das Gegenteil von dem gemacht wird, was vorher gesagt wurde, kann ich meinen Kindern die Wahl nicht mehr empfehlen. Die SPD ist für mich endgültig gestorben.
    Viel Spaß bei der weiteren Enteignung und Bevormundung der Bürger.
    Kämpft weiter gegen die Wettsucht…

    Am besten wäre es wenn Deutschland mal längere Zeit in Ruhe gelassen würde …

  4. Demokradikal 13. August 2006 · 14:17 Uhr

    Seh ich so ähnlich wie Manni.
    Nachdem sich die SPD als Oligarchenclub geoutet hat, mit der CDU gegen die linke Mehrheit der Wählerschaft agiert, sich nach alldem nicht mal zu Schade ist einer getarnten Form der Kopfpauschale zuzustimmen.
    Wie Beck und Struck es erst die Tage wieder versuchten, ihre eigene Konzept- und Erfolglosigkeit den Arbeitslosen anzuhängen…..

    Ein wahres Armutszeugnis, dann über die Lügen der anderen sprechenz zu wollen !

    Wahr ist doch:
    SPD und CDU sitzen im Lobbyboot der verabtwortungslosen deutschen Unternehmerschaft die versucht auch den letzten Cent aus den von ihnen ausgeraubten Sozialsystemen zu pressen.

    Das hierbei der bundesrepublikanischen Demokratie ein Bärendienst bis hin zur Gefährung ihrer Existenz beigebracht wird, scheint den Herren Müntefering, Steinbrück, Beck und ihren Freunden in der Schwarzkofferpartei reichlich Wurscht zu sein. Hauptsache der Posten hat sich gelohnt.

  5. Benno 13. August 2006 · 17:33 Uhr

    Und prompt fällt die Programmdebatte Rüttgers auf die Füße: In der neuesten WDR-Umfrage ist die CDU in Nordrhein-Westfalen gleich um vier Punkte im Vergleich zum Mai abgestürzt. Die SPD gewinnt einen Prozentpunkt, die Grünen sogar gleich drei (!). Da wird wohl auch noch ein Berliner Oppositionseffekt mit hineinspielen.

    Die Daten im Einzelnen:

    CDU 39 (-4), SPD 35 (+1), Grüne 9 (+3), FDP 10 (+/-0), Linke 4 (+/-0), Sonstige 3 (+/-0)

    Quelle: http://www.wdr.de/themen/politik/personen/ruettgers_juergen/umfrage_westpol_060813.jhtml

  6. Weblog der NRWSPD 14. August 2006 · 11:31 Uhr

    […] Rüttgers Politik ist sozial unausgewogen, dass was wir schon lange wussten, bestätigt nun auch eine Umfrage des von Infratest Dimap im Auftrag der WDR-Sendung Westpol. Nach der Kritik aus dem eigenen Lager (wir berichteten), folgt nun die Reaktion aus dem Volk zu Jürgens Äußerungen aus dem Sommerurlaub. Wie Benno schon gestern bemerkte, fiel die CDU dann auch in der Sonntagsfrage um vier Prozentpunkte, die SPD steigerte sich um einen Punkt, die FDP blieb unverändert bei zehn und die GRÜNEN steigerten sich auf neun Prozentpunkte, wenn gestern in NRW Wahl gewesen wäre. […]

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