In wenigen Wochen stehen Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin an. Mittlerweile fast schon traditionell wollen wir uns wieder die Internetauftritte und sonstigen Aktivitäten der Parteien mal näher anschauen. Beginnen werden wir im Nord-Osten, also in Mecklenburg-Vorpommern, mit der Betrachtung der beiden „Großen“ SPD und CDU.

SPD

Homepage SPD MVDie Seite des Landesverbandes der SPD findet man leicht unter www.spd-mv.de, auch eine Suche über Google führt einen direkt zu dieser Adresse. Auf der Homepage werden der Landesverband, der Spitzenkandidat Harald Ringstorff und die Kandidaten in den einzelnen Wahlkreisen vorgestellt. Das Regierungsprogramm, aktuelle Termine und Bilder stehen zur Verfügung. Weiterhin existiert ein Link zu einer Initiative „Endstation rechts„, hinter der sich eine Kampagne gegen einen Einzug der NPD in den Landtag verbirgt.

Leider hat der Spitzenkandidat der SPD Harald Ringstorff keine eigene Kandidatenseite unter seinem Namen. Auch Plakate und sonstiges Wahlkampfmaterial vermisst man auf der Homepage. Auf Blogs, Podcasts oder Videocasts wurde ebenfalls komplett verzichtet. Positiv sind aber einige der Kandidatenauftritte, die zusätzlich zu den Seiten auf Homepage des Landesverbandes noch eigene Internetpräsenzen haben. Hier finden sich z.B. bei Till Backhaus, dem SPD Landesvorsitzenden, ein Tagebuch von Till Backhaus mit persönlichen Einträgen zu seinen Terminen usw..

CDU

Homepage CDU MVDer Besuch auf der Seite des Landesverbandes der CDU in Mecklenburg-Vorpommern gestaltete sich unerwartet schwierig. Die Eingabe von www.cdu-mv.de oder www.cdumv.de ergaben kein Ergebnis. Die Suche bei Google mit der Eingabe CDU und Mecklenburg-Vorpommern führte zu dem fehlerhaften Link cdu-mv.de. Auch der Versuch über die Seite der Bundes-CDU führte nicht erfolgreicher als vorher auf den Link cdu-mv.de. Die Fraktion der CDU in Mecklenburg-Vorpommern nennt erst gar keinen Link zum Landesverband und auf der Seite ihres Spitzenkandidaten Jürgen Seidel ist der angegebene Link zu cdumv.de auch falsch. Reiner Zufall und die pure Hartnäckigkeit führten schließlich doch noch zu der Seite des CDU Landesverbandes, der letzte Versuch sozusagen, mit der Suche unter allen Ergebnissen in Google führte zu www.cdu-mecklenburg-vorpommern.de.

Ohne Zweifel hätte jeder normale User, der sich über die CDU in Mecklenburg-Vorpommern informieren möchte schon nach der ersten erfolglosen Google-Suche mit Betrachtung der ersten Ergebnisse abgebrochen, spätestens aber nach dem irreführenden Link bei der Bundespartei. Selten, eigentlich noch nie habe ich so lange nach einer Homepage suchen müssen!

Nachdem wir eineinhalb Tage versucht haben die CDU unter oben genannten Adressen zu erreichen, funktioniert nun alles wieder!

Jetzt aber zu dem Auftritt an sich. Die CDU stellt auf ihrer Seite den Spitzenkandidaten, die Themen des Wahlkampfes, die Kandidaten, die Kampagne und die Sommertour 2006 vor. Der Spitzenkandidat Jürgen Seidel hat zusätzlich eine eigene Homepage unter www.seidel-2006.de, auf die verlinkt wird. Aber außer den Plakaten und sonstigem Wahlkampfmaterial sucht man bei der CDU vergeblich nach weiteren Online-Angeboten wie Blogs, Podcasts usw..

Schade, dass die Möglichkeiten des Internets von beiden Parteien nur so wenig ausgenutzt werden. Zwar liegt die Nutzung des Internets in Mecklenburg-Vorpommern immer noch hinter anderen Bundesländern zurück, doch gerade im Vergleich zum letzten Jahr hat sie über dem Bundesdurchschnitt zugenommen (Quelle: (N)onliner Atlas). Doch wenn die Parteien den Wählern so gut wie kein Angebot zur Verfügung stellen, muss man sich auch wohl nicht wundern, dass es bis jetzt anscheinend noch niemanden aufgefallen ist, wie schwer die Seite der CDU zu finden ist.


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9 Kommentare

  1. Benno 17. August 2006 · 13:06 Uhr

    Komisch, ich kann die Seite der CDU problemlos über http://www.cdu-mv.de öffnen. Vielleicht war ja zwischenzeitlich deren Server platt.

  2. JensausEssen 18. August 2006 · 11:38 Uhr

    Hmm, ich finde das die Möglichkeiten des Internets auf den Wahlausgang maßlos überschätzt werden. Es ist schon klar das immer mehr Menschen im Internet surfen aber ob sie sich dabei auch um politische Inhalte kümmern sei einmal dahingestellt.
    Viel beeinflussender sind da doch manch hirntote Wortbeiträge,auch und gerade von unserer Partei, die als Schnellschuß in der Presse veröffentlich werden.

  3. Nobbi 18. August 2006 · 15:01 Uhr

    Leider hat der Spitzenkandidat der SPD Harald Ringstorff keine eigene Kandidatenseite unter seinem Namen.

    Wieso „leider“? Damit dann irgendwann sowas erscheint wie auf der derzeitigen Internetpräsenz unseres ehemaligen NRW-Ministerpräsidenten?

    Insofern finde ich das so schon ganz in Ordnung und ausreichend, wie es unsere Genossen in Meck-Pomm handhaben und die Informationen an einer Stelle bündeln.

    Die Seiten, die damals von der NRWSPD eingerichtet worden waren, möchte ich aber jetzt nicht kritisieren, nur zeigt sich ja im Nachhinein, dass diese nur sehr schwer weiterzuführen sind. Vielleicht hat Meck-Pomm ja auch von uns gelernt ;-). Ist doch auch nicht verkehrt, oder?

  4. Marcel 18. August 2006 · 15:38 Uhr

    naaaaja trotzdem finde ich, dass ein Ministerpräsident über eine eigene Internetpräsenz verfügen sollte. Wenn diese anständig geführt wird, dann kann das sicherlich nur positiv auf den Kandidaten auswirken

  5. Dirk (blog.nrwspd.de) 18. August 2006 · 16:04 Uhr

    Zum Thema Internetseite von Peer Steinbrück: Die Seite war im Internetwahlkampf sehr erfolgreich. Sie hätte auch ohne technische und inhaltliche Probleme weitergeführt werden können. Mit dem Weggang von Peer Steinbrück nach Berlin ist aber (nicht von uns) die Entscheidung getroffen worden, dass es zur Zeit keine persönliche Website mehr geben soll. Deshalb gibt es Peer Steinbrück jetzt im Netz nur noch als Bundesfinanzminister und als Personenportrait beim SPD-Parteivorstand.
    Ob es immer eine eigene Internetseite eines Spitzenkandidaten geben muss, darüber lässt sich sicherlich streiten. Das ist auch von der Strategie und den Ressourcen vor Ort abhängig.

  6. Anke 18. August 2006 · 17:04 Uhr

    Zur Internetseite von Peer: Macht sie gerade Urlaub? ;-)

  7. Benno 18. August 2006 · 19:14 Uhr

    @Anke:

    Gute Anmerkung.

  8. Nobbi 18. August 2006 · 19:52 Uhr

    Dirk, bitte stelle meinen Beitrag nicht so hin, als hätte ich am Erfolg der Seite gezweifelt. Ein solcher würde sich im voraus nämlich ohnehin nicht messen lassen können (also wie jetzt z. B. bei Harald Ringstorf). Aber das „Jetzt“ sagt mir, dass es womöglich verlorene Energie ist, eine solche Seite zu erstellen und zu pflegen, wenn diese dann ohnehin abgeschaltet werden muss.

    Dass Ihr die problemlos hättet weiterführen können ist mir vollkommen klar. War auch nicht Gegenstand meines Beitrages, der aber – leuchtet mir auch irgendwie ein – anscheinend auf Biegen und Brechen falsch verstanden wurde/wird. Ich wäre ein Schelm, wenn ich da an meine aktuelle Meinung auf meiner Seite denken würde…

    Das Personenporträt auf der SPD-Seite? Juckt das wirklich einen interessierten Bürger? Nee, nicht wirklich.

    Deine beiden letzten Sätze, Dirk, die haben dann wieder was mit meinem Kommentar zu tun ;-). Nichts anderes meinte ich auch. Und habe das m. E. auch durchaus moderat aus meiner Sicht ausgedrückt.

  9. Melanie Bauer 22. August 2006 · 1:14 Uhr

    Ich finde ebenfalls das eine eigene Internetpräsenz im 21. Jahrhundert notwendig ist und sich positiv auf den Kandidaten auswirken kann. Ist ja auch gut für den Wähler

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.