Kunstwerk Bevölkerung

Abbildung verboten

Wegen der Veröffentlichung eines Fotos des Kunstwerkes „Der Bevölkerung“ auf ihrer Homepage bekam Petra Thursky-Hartmann (Referentin Öffentlichkeitsarbeit der SPD-Faktion im Hessischen Landtag, Blog Hotel Fackelstein) jetzt Ärger mit der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst. Obwohl das Kunstwerk im Reichstag jedem zugänglich und somit öffentlich ist, fällt es nicht unter die sog. „Panoramafreiheit“ wie Heise online meldete. Heißt im Klartext, die Veröffentlichung von Fotos dieses Werkes ist ohne Zustimmung des Künstlers und natürlich einer Lizenzgebühr nicht erlaubt. Obwohl Petra sogar bereit war die Lizenzgebühr von ca. 25 Euro im Jahr zu übernehmen, war der Urheber des Werkes Hans Haacke nicht damit einverstanden. Er verweigerte die Nutzung der Fotografie seines Werkes.
Meiner Meinung nach ist es schon schwer verständlich genug, dass man für die Nutzung eines Bildes auf einer nicht kommerziellen Seite Lizenzgebühr zahlen soll. Aber aus Sicht der Künstler kann man dies ja irgendwie noch nachvollziehen. Dass ein Künstler aber die Abbildung seines Werkes verweigert, besonders wenn es ein Werk ist, das der Öffentlichkeit frei zugänglich ist und vom Steuerzahler finanziert wurde, finde ich schon ziemlich dreist! Besonders, da im Netz jeden Tag auf der Homepage zu diesem Werk ein Bild einer Webcam veröffentlicht wird. Danke, Herr Haacke für diesen Dienst an der deutschen Bevölkerung. Am besten nehmen sie ihr Werk und stellen es in eine dunkle Halle, dass sollte das Problem des Fotografierens bzw. der Veröffentlichung der Bilder lösen. Oder sie fügen dem Werk „Der Bevölkerung“ einen Untertitel zu wie z.B. „ansehen erlaubt, alles andere verboten“.
Also bevor ihr demnächst auf den Gedanken kommt ein von euch erstelltes Foto zu veröffentlichen, holt am Besten erst mal das Urhebergesetz und die Nummer eures Anwalts raus. Könnte ja sein, dass ein abgebildetes Objekt damit nicht einverstanden ist.

via Pottblog


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7 Kommentare

  1. Jens 29. August 2006 · 17:02 Uhr

    Das ist doch der totale Wahnsinn, jud das meine Digicam in diesem Moment nicht ging (Akku war alle), denn sonst hätte ich das „Kunstwerk“ auch fotographiert und in unserer Gallery veröffentlicht (unser Berlinbesuch)

  2. Oliver Zeisberger 30. August 2006 · 13:31 Uhr

    Na, da habe ich mal einen Vorschlag: Entwickelt doch mal eine Gesetzesnovelle, in der der von dir beschriebene Fall entsprechend dem Gemeinwohl gelöst wird. Die Volksvertreter, die die Gesetzgebung in Gang bringen können, habt ihr doch direkt an der langen oder kurzen Leine!

    Das wär doch mal toll: Aus einer solchen Problematik wird durch und von der SPD eine Gesetzesinitiative. Echte Mitmach-Politik. Da bin ich sofort dabei!

  3. Jens 30. August 2006 · 13:56 Uhr

    Lustig finde ich ja, dass auch die Willy-Brandt-Statue darunter fällt und wie oft wurde die schon geknipst.. Jeder der mal als „Privatperson“ im WBH war, hat sich oder nur die Statue fotographieren lassen..

    @Oliver Hast recht, das sollte man echt machen!

  4. Oliver Zeisberger 30. August 2006 · 18:32 Uhr

    Na, wer macht noch mit? Jemand vom Online-Team der NRWSPD motiviert, mal eine Initiative zu starten?

  5. Oliver Zeisberger 1. September 2006 · 12:36 Uhr

    Und, Stille?

  6. Dirk 1. September 2006 · 17:40 Uhr

    berlin war mal die hauptstadt von preußen. und besagte preußen schießen nicht so schnell…, so heisst es doch? sprichwörter behalten manchmal eben ihre gültigkeit.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.