Wahlcomputer

In den Niederlanden haben Wahlcomputer mittlerweile die Papierstimmzettel flächendeckend abgelöst. Aus Angst vor dem schleichenden Untergang der öffentlichen Kontrolle bei Wahlen, rief eine Gruppe von Gegnern des elektronischen Wählens die Kampagne „Wijvertrouwenstemcomputersniet“ („Wir vertrauen Wahlcomputern nicht“) ins Leben.

In enger Zusammenarbeit mit dem deutschen Chaos Computer Club konnte die holländische Bürgerinitiative zwei Wahlcomputer einer niederländischen Gemeinde erwerben, um sie auf Schwachstellen zu untersuchen. Das System der Wahlmaschinen, hergestellt von der Firma Nedap, wurde genau analysiert. Darüber hinaus konnte eine neue Software für die Wahlcomputer geschrieben werden. Im niederländischen Fernsehen stellte die Gruppe dann ihre Ergebnisse vor. Sie konnten innerhalb von 5 Minuten dass Steuerungsprogramm des Wahlcomputers austauschen.


Alarmierend sind diese Ergebnisse für die deutschen Wahlen insofern, als dass auch hierzulande, bereits zahlreiche Maschinen der Firma Nedap eingesetzt werden. Verstärkt kamen die Wahlcomputer vor allem in NRW zum Einsatz.
Aufgrund der Schwachstellen, die durch die niederländische Kampagne publik gemacht wurden, sprach sich der Chaos Computer Club für ein Verbot von Wahlcomputern in Deutschland aus.

Die Analyse zeige auf, dass

  • Wahlcomputer keinen effektiven Schutz gegen Stimm-Manipulation bieten,
  • die Software der Wahlcomputer einfach auszutauschen und zu manipulieren ist,
  • das Wahlgeheimnis durch die Wahlcomputer kompromittiert wird,
  • Manipulationen an Wahlcomputern praktisch nicht nachgewiesen werden können,
  • Wahlcomputer den gesetzlichen Vorgaben in keiner Weise genügen.

Die Bauartzulassung für die Wahlcomputer in Deutschland beruht auf einem Gutachten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB).

Bei der Erstellung des Gutachtens wurde es jedoch versäumt, den Wahlcomputer auf die Sicherheit bei möglichen Angriffszenarien zu überprüfen. Aus diesem Grunde vermutet der CCC auch, dass Nedap und PTB bei der Erstellung des Gutachtens intensiv zusammen gearbeitet haben.

Der Chaos Computer Club fordert daher, das Wahlcomputer in Deutschland generell verboten werden müssen.

Bereits im Sommer gab es auch in den USA Diskussionen um die Verwendung von Wahlcomputern. Dabei reagieren die Gegner der Wahlcomputer auf die überstürzte Anschaffung von Wahlcomputern nach den Präsidentschaftswahlen des Jahres 2000.

Die amerikanischen Wahlcomputer sind zwar nicht identisch mit den deutschen und niederländischen, sie weisen jedoch ähnlich alarmierende Sicherheitsmängel auf.

In einem anschaulichen Video ist die Sicherheitslücke der amerikanischen Diebold Wahlcomputer noch einmal dargestellt. YouTube Preview Image


Du kannst die Kommentare zu diesen Artikel durch den Kommentar-Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

4 Kommentare

  1. Jens 13. Oktober 2006 · 15:27 Uhr

    Der Geschäftsführer der HSG Wahlsysteme GmbH, der die NEDAP-Wahlsysteme in Deutschland vertreibt bestätigt, dass die Möglichkeit einer Manipulation besteht: http://www.wahlsysteme.de/Wahlnachrichten/2006_Niederlaender_hacken_Wahlgeraet01.pdf

    Ich persönlich halte von den Wahlcomputern überhaupt nichts, gerade wegen der Möglichkeit der Manipulation. Sicherlich besteht dies auch bei der traditionellen Stimmzettelwahl, aber dennoch halte ich diese für die sicherste und nachvollziehbarste Möglichkeit sein Votum abzugeben.

  2. "Himbi" 14. Oktober 2006 · 18:28 Uhr

    Hoffentlich der Nichtwahl Computer…

  3. "Himbi" 18. Oktober 2006 · 18:54 Uhr

    „Vorspiel“

    Das Vorspiel zu HartzIV, es hat begonnen.

    Den mit Hartz IV wird der Stolz von jeden jetzt genommen.
    Es zieht sich jeder nackig aus, sonst ist die Stütze für Ihn aus.

    Zum Amt geht keiner gerne hin, wozu auch hat ja eh kein Sinn.

    Könnt mir denken, keiner lässt sich gern was „schenken“.
    Doch was soll man tun.

    Die Wirtschaft schreit,

    „es muss ein jeder sein bereit, arbeit auch zu tun und sich nicht auf der faulen Haut ausruhn“

    Fünf Millionen fragen nun, oh Wirtschaft wo gibt es was zu tun?

    Du schreist hier rum, macht keinen Sinn, sag uns nur wo hat sie sich versteckt, die Arbeit nach der sich jeder reckt?

    Es gibt sie nicht, sieh das doch ein und deshalb darf HartzIV nicht sein.

    © Panik-Lyrik Oktober 04
    dann weiter

    „Reform“

    Da steht er nun, der Arbeitslose, ganz wenig Geld in seiner Hose.

    Zusammenlegen wollet Ihr, das wenig Geld, das von Hartz IV.

    Doch was macht dann der Arbeitslose, der mit dem wenig Geld in seiner Hose?

    Er wird sich häng, sehr angenehm, für Hartz und ist es auch so bequem.

    Denn der Arbeitlose, der mit dem wenig Geld in seiner Hose,

    Statistisch ist er nicht mehr da, der Hartz freut sich, oh wunderbar.

    Die Reform hat schon gegriffen, das sollt Ihr alle draussen wissen.

    Wenn, ja wenn sich nur alle so verpissen.

    Die Arbeitslosen, die mit dem wenig Geld in Ihren Hosen.

    Im nu wär es vollbracht, die deutsche Wirtschaft flott gemacht.

    Der Hartz, er schläft ganz ruhig ein, er kann zufrieden damit sein.

    Denn sein Gesetz hat es geschafft, wovon der Clement träumt, die ganze Nacht

    © Panik-Lyrik Juli 2004

    und dann dies

    „Erkenntnis“
    Hartz IV ist erst der erste Akt, hier ist noch lange keiner Nackt…….
    wer uns belügt wird festgenommen. Sein Geld wird Ihm dann weggenommen.
    Warum war er auch so dumm und drehte jeden Groschen zweimal um. Bevor er Ihn zur Bank getragen, jetzt geht es Ihm dafür an den Kragen.
    Bevor das Geld nicht alle ist bekommt er nichts der kleine Wicht!
    „Spare steht’s dann hast du in der Not“,
    das war ganz wichtig, denn die Wirtschaft ist jetzt Tod. Roboter stehen jetzt an deinem Platz, der für dich einst geschaffen war. Das ist doch sehr bequem, der meckert nicht und es ist schön anzusehn, wie er auch wackelt ohne essen mal zu geh´n. Im Kapitalismus kann man es sehn. Auch ohne echte Menschen ist arbeit schön.
    Doch welch ein graus, was beim Roboter kommt hinten raus, ER gar nicht kauft. Wozu auch den er kommt ja aus der Halle gar nicht raus, er ja sowieso kein Auto braucht.
    Für wen sind den nun all die schönen Sachen, die Roboter für uns machen?
    Den dank HartzIV hat ja niemand Geld dafür.
    © Panik-Lyrik
    und die Lösung

    „Die Lösung“

    Abends lege ich mich still hernieder, möchte sterben, immer wieder.
    Doch was für ein Graus, schon wieder wach ich morgens auf.
    Hatte mir fest vorgenommen nie auf diese Welt zurückzukommen.
    Es ist kein Leben was ich hab, so ohne Arbeit Tag für Tag.
    Nur „überleben“ möcht ich nicht.
    Was soll ich hier auf dieser Welt? Überleben, statt ein bisschen leben.
    Was soll mir denn den Mut noch geben? Es wird nur dumm herumgequatscht, an statt sich mal ein Kopf gemacht wie man es wirklich richtig macht.
    Da kommt Hartz IV das soll es richten. Dabei wäre es doch sinnvoll jetzt wenn man Hartz V gleich beschließt.
    Hartz V beschließt, das jeder sich mal gleich erschießt, der hier noch ohne Arbeit ist
    Ja so machen wird´s, es wird beschlossen, wer keine Arbeit hat, der wird erschossen.
    Hartz V, legale Sterbehilfe, werdet sehn der Wirtschaft wird´s bald besser geh´n
    Denn
    „Ich hab ja kein leben mehr, ich überlebe nur noch…..“

    © Panik-Lyrik Oktober 2004

  4. Thomas Nagel 18. November 2006 · 21:21 Uhr

    Als Software-Entwickler mit über 15 Jahren Berufserfahrung kann ich nur jedem raten, wenn in seinem oder ihren Wahlkreis diese Systeme eingesetzt werden sollen, um jeden Preis Briefwahl zu machen. Weil die PTB sich wohl kaum der übermächtigen Lobby der IT-Multis erwehren kann ist das die einzige Chance.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.