„Ich glaube, dass wir Unternehmer gefordert sind, uns mehr Gedanken darüber zu machen, wie wir unserer Verantwortung gegenüber den Belegschaften im Zeichen der Massenarbeitslosigkeit noch besser gerecht werden können. (…) Ich meine, dass wir uns der Verantwortung, auch der sozialen Verantwortung stellen müssen, bevor wir hier Arbeitsplätze abbauen. Wir haben auch Fehler gemacht in der Vergangenheit. Da sind Unternehmer und Manager doch nicht anders als andere Menschen.“

Dieses Zitat stammt von Jürgen Thumann, Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie aus dem Tagesspiegel vom 24.04.2005. Damals ging es um die sog. „Heuschreckendebatte“. Gut ein Jahr später steht seine Spedition Denhardt in Meinerzhagen vor der Pleite und Thumann im Kreuzfeuer der Kritik.
Der Betriebsrat erhebt dabei schwere Vorwürfe gegen den Chef des BDI. Betriebsratschef Peter Trapp wirft dem Eigner vor, die Firma systematisch ausgeblutet zu haben. Thumann habe das gesamte Firmenkapital abgezogen und seit 2000 nicht mehr in die Speditionsfirma investiert . Die Krise der Spedition sei nicht durch die schlechte Auftragslage entstanden, sonder schlichtweg durch enorme Managementfehler quasi hausgemacht.


Wie „Der Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, ist Thumann lediglich dazu bereit, eine Auffanggesellschaft mit rund einer Million Euro auszustatten. Dies würde eine andauernde Beschäftigung der 69 Mitarbeiter für 8 bis 10 Monate gewährleisten. Forderungen der Belegschaft nach weiteren 400000 Euro für Qualifizierungsmaßnahmen lehnt Thumann dagegen ab. Den Vorschlag Thumanns, die Belegschaft könne den Betrieb für einen symbolischen Euro übernehmen, nannte der Betriebsrat zynisch, da weder die 38 Lkw noch die Miete für die Lagerhallen darin enthalten sein. Dafür müssten die von Arbeitslosigkeit bedrohten Mitarbeiter rund 4.8 Mio. Euro zusammentragen, wenn sie den Betrieb über die Jahreswende fortsetzen wollten, berichtet die Westfälische Rundschau.

Und was sagt der BDI-Chef dazu? Laut Westfälischer Rundschau mache Thumann den Betriebsrat und die Gewerkschaft ver.di für die Schieflage der Firma verantwortlich.
„Sie hätten ein Sanierungskonzept verhindert, sagte Thumann gestern in Berlin. (…) Die auf den Transport von Stahlrollen spezialisierte Spedition mache derzeit ein Minus von 700 000 bis 800 000 Euro pro Jahr, sagte Thumann. Er sei „nicht bereit, dauerhaft diese Verluste zu tragen“.

„Verantwortung gegenüber den Belegschaften im Zeichen der Massenarbeitslosigkeit“ sieht dann doch anders aus.
Und ein wenig erinnert es an den Kommunikationsgau von Siemens Chef Klaus Kleinfeld.
Aber das ist ein anderes Thema…


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2 Kommentare

  1. "Himbi" 14. Oktober 2006 · 18:32 Uhr

    Ein Unternehmer heist deswegen so weil er was unternimmt…und das macht er nur für sich….für wen sonst….? Völlig richtig das er so gehandelt hat…wo kämen wir da hin wenn jeder Unternehmer auf die Trottel die er beschäftigt Rücksicht nehmen muss.
    Dann hätten wir ja wieder Kommunismus und den wollte ja keiner…Alos Fresse halten und durch…

  2. "Himbi" 22. Oktober 2006 · 8:08 Uhr

    Der ganz normale Kapitalismus….

    Ja genau Motivation ist in der Lage dringend erforderlich.
    .
    Wie dumm waren wir uns nicht mit den Russen zu verbrüdern..der Anfang war ja schon gemacht….Wäre auf jeden Fall besser gewesen sich mit dem Grosskotz Hungerleider BRD einzulassen.
    Nur noch Streiks für ein besseres Leben…mehr Geld…gegen Busch….sowas gab es nicht mal in der DDR.
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    Was haben wir uns da nur aufgeladen…Diese elenden Blender haben Ihre Pleite sehr gut überspielt…damals 1989
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    Jetzt spüllt es den ganzen Sumpf nach oben und alle jammern auf gleichen Nivau…na wenigstens da ist die Einheit vollzogen…
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    wir müssen begreifen das wir hier Lügnern und Hochstablern aufgesessen sind…

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.