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Die Foren zu den drei verschiedenen Themenblöcken sind jetzt vorbei und Erhard Eppler redet im Plenum über die Programmdiskussion in der SPD. Der Zeitplan des Zukufntskonvents hat sich mittlerweile ein wenig geändert. Die abschließende Talkrunde entfällt, dafür wird Hannelore Kraft, Fraktionsvorsitzende der SPD im Landtag, eine Antwort auf Erhard Eppler geben.

Ein spannender Gedanke, den der Bundesminister a.D. gleich am Anfang seiner Rede bringt: „Wir reden zu viel darüber, wie wir leben müssen, und zu wenig darüber, wie wir leben wollen!“

Eine klare Absage erteilt er den Vorstellungen der WASG. Oskar Lafontaine und seinen Leuten wirft Eppler vor, einfach nur die Antworten aus den 70er Jahren zu wiederholen. Und deshalb begrüßt er auch die Diskussion um das neue Grundsatzprogramm der SPD:

„Wir müssen wieder mehr Spannung erzeugen. Ein Parteiprogramm ist kein Wunschzettel ans Christkind! Wir müssen Antworten auf die drängenden Fragen geben und uns dabei nahe an der Wirklichkeit bewegen.“


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5 Kommentare

  1. Thomas Nagel 18. November 2006 · 20:57 Uhr

    Epplers Rede empfand ich als sehr eindrucksvoll, streckenweise sogar ergreifend. Wenn man Menschen wie ihn sprechen hört, dann weiss man wieder warum man Sozialdemokrat ist. Im Unterschied zu manchen überflüssigen und ärgerlichen Büchern. ;)

  2. Michael 19. November 2006 · 8:44 Uhr

    @ Thomas
    Allerdings. Die Rede von ihm war wirklich sehr eindruckvoll und definitiv ein Höhepunkt der Veranstaltung. Er ist noch ein richtiger Sozialdemokrat, wir sollten in unserer Partei viel öfter auf solche Leute hören wie ihn und sie auch mal nach ihrer Meinung bei einigen Endscheidungen fragen!!! Diese Rede hat an das Herz der Sozialdemokratie appeliert. Sie ging mir unter die Haut!

  3. Klaus-Dieter 19. November 2006 · 19:23 Uhr

    Na, das muß ja wohl eine sehr harmonische Veranstaltung gewesen sein und eine tolle Predigt des Herrn Eppler. Vor allen Dingen zwei Passagen blieben wohl im Gedächtnis haften:

    – „Wir reden zu viel darüber, wie wir leben müssen, und zu wenig darüber, wie wir leben wollen!“

    – „Wir müssen wieder mehr Spannung erzeugen. Ein Parteiprogramm ist kein Wunschzettel ans Christkind! Wir müssen Antworten auf die drängenden Fragen geben und uns dabei nahe an der Wirklichkeit bewegen.“

    Diese starken Äußerungen von Eppler werden mit den Attributen „eindrucksvoll“, „ergreifend“, „Höhepunkt“, „herzergreifend“ und „unter die Haut gehend“ belegt.

    Mir ist das alles ein bißchen zu schwülstig, fehlt bloß noch, daß die Kerzen angezündet und das Spekulatiusgebäck herumgereicht wird. Was ist denn an der Aussage: „Wir müssen Antworten geben auf die drängenden Fragen und dabei nahe an der Wirklichkeit bleiben“, so eindrucksvoll?

    Jeder versucht ständig und permanent Antworten zu geben auf drängende Fragen wie: „Wo gehe ich hin, wenn es drängt und das Klo besetzt ist?“. Geht’s noch banaler? Wo soll denn da die Spannung aufsteigen?

  4. Mocki 20. November 2006 · 10:12 Uhr

    Erhard Epplers Beitrag als bewegend zu bezeichnen kann ich nachvollziehen, denn ich habe zahlreiche Menschen gesehen, die nicht nur sehr intensiv zuhörten, sondern auch durch Äußerungen (Nicken, Klatschen, dem Nachbarn zuraunen) auf mich den Eindruck machten, als würde das, was sie da hören, nachdenklich stimmen, anregen über die eigene Position zu reflektieren.

    Eine Predigt war es nicht. Es war auch kein Erweckungsgottesdienst. Erhard Eppler blickt auf eine sehr lange Erfahrung praktizierter Politik zurück. Deutlich mehr Erfahrung, als ich sie zum Beispiel einbringen könnte in eine Diskussion.

    Und wenn Eppler dann unser eigenes Rezeptionsverhalten hinterfragt, infrage stellt, was wir oft (manchmal bedauernd) als normal akzeptieren, dann ist das nicht nur ein wichtiger Diskussionsbeitrag, dann mag ich das auch als „eindrucksvoll“ bezeichnen. Die Aufgabe ist ja vielleicht nicht nur dafür zu sorgen, dass es ausreichend Aborte gibt (auch für geistigen Dünn….) sondern dafür zu sorgen, dass alle was zu beißen haben, oder drastischer was zum k…..

    Die Beschreibungen wie „ergreifend“ oder „herzergreifend“ mögen an besinnliche Winterabende erinnern, wo der sozialen Kälte mit warmen Worten im Scheine des Kaminfeuers begegnet wird. Diese Assoziationen setzen aber eine gewisse Portion Zynismus oder den Willen zum Mißverstehen voraus. Aber wer will heute schon noch unbequeme Fragen hören?

    PS: Gibt es die Rede bald bei nrwspd.de als Audio-File oder Transskript?

  5. Jürgen 24. November 2006 · 13:47 Uhr

    Klaus-Dieter,
    es mag ja sein, dass manchen Menschen Emotionen Angst machen … diese dann aber so zynisch zu beschreiben ist für mein Empfinden schon starker Tobak. Deine Frage: „Wo soll denn da Spannung aufsteigen?“ beantworte ich mit der Erfahrung, dass Menschen sich nur durch Emotionen bewegen lassen und die ultima-ratio gerade an den Punkten Vision, Motivation u. Engagement in der Regel versagt. Natürlich müssen wir auf drängende Fragen Antworten finden … aber wer bestimmt die Wirklichkeit?
    P.S.: Mocki, die Rede gibt’s jetzt als Audio-file :-) nächste Woche Montag auch als Transskript.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.