Der Landesparteitag in Bochum hat Hannelore Kraft mit 95,6 % der Stimmen zur neuen Vorsitzenden der NRWSPD gewählt. Damit ist sie die erste Frau in diesem Amt.
Abgegebene Stimmen:

Ja: 410 / Nein: 18 / Enthaltungen: 1


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10 Kommentare

  1. guennie 20. Januar 2007 · 17:40 Uhr

    Gratulation. ….endlich mal keinen „milchigen Papsack“. Das Programm von Frau Kraft ist, sofern sie es auch wirklich – gegen alle selbstdarstellenden Querulanten zum trotz – umsetzen kann, einfach SPITZE. Ein soziales Licht im schwarzen Tunnel. Ich wünsche Frau Kraft viel
    Erfolg.

  2. Udo 20. Januar 2007 · 17:52 Uhr

    Eine wirklich kraftvolle Rede.Ein echter personeller Lichtblick in der NRW-SPD.Weiter so Hanelore.Zeigs dem Rüttgers.

  3. Klaus-Dieter 20. Januar 2007 · 18:12 Uhr

    Ich wäre mit Gratulationen noch zurückhaltend. Es ist längst nicht sicher, daß Hannelore Kraft die Zukunft gewinnen kann. Bisher weiß man nur, was sie nicht will: Keine Studiengebühren, keinen Bergbauausstieg. Damit nimmt sie defensive Positionen des Gesterns ein. Es ist einfach nicht ausreichend, nur Frau und Mülheimerin zu sein und die Schlachten der Vergangenheit noch einmal schlagen zu wollen, die vor ihr Peer Steinbrück schon längst verloren hat, um damit die Zukunft zu gewinnen. Das reicht nicht, das wäre lächerlich.

    Auch locker-flockige Sprüche, den Sportfreunden Stiller nachempfunden und die gute Stimmung der WM06 wiederaufnehmend, reichen nicht aus. Es gibt ganz handfeste Fragen, auf die die SPD Antworten geben muß, will sie wieder an die Macht:

    – Wie kriegt ihr die Wirtschaft in Gang?
    – Wie schafft ihr Arbeitsplätze?
    – Wie sichert ihr die Energieversorgung?
    – Wie sichert ihr den Wohlstand?
    – Wie bekämpft ihr die Armut?
    – Wie sichert ihr Bildung und Infrastruktur?
    – Welche Antworten gebt ihr auf die Gefährdung der sozialen Sicherung?

    Es wäre nicht schlecht, wenn die verehrte Dame Hannelore Kraft außer locker-flapsigen Parolen und Sprüchen auch auf diese Fragen einmal eingehen würde. Bis dahin erspare ich mir Ergebenheits- und Glückwunschaddressen.

  4. Marcel 21. Januar 2007 · 1:03 Uhr

    Auf dem Wege alles gute für unsere Hannelore!
    Trotzdem habe ich starke Skepsis gegenüber einem Wahlsieg bei der nächsten Landtagswahl! Das hängt gar nicht ma mit de rPersonalie Hannelore Kraft zusammen sondern vielmehr mit diesem Haufen von NRW SPD. Es mag zwar eine -wirklich zu begrüßende- Ablösung in der Spitze gegeben haben ,aber sein wir dochma ehrlich im Grunde ist die NRWSPD ein ziemlich eingerosteter Kahn, zusammngehalten aus Machtpolitis chen Interessen von Parteigranden und Abgeordneten, die eine wirkliche Erneuerung der Partei partout verhindern, ich sage das wohlgemerkt selbst als Sozialdemokrat. Wenn Hannelore es schaffen sollte diese verkrusteten Strukturen aufbzubrechen, dann hat sie unseren volen respekt verdient und auch nur dann ist ein Wahlsieg bei der kommenden Landtagswahl möglich!

  5. Karin 21. Januar 2007 · 11:26 Uhr

    @ Klaus-Dieter: Du musst auch schon die Stellen ihrer Rede berücksichtigen, die deine Meinung nicht unterstützen. Keineswegs hat die Rede nur defensive Positionen beinhaltet, sondern auch klare Forderungen gerade im Bereich Bildungs- und Sozialpolitik. Und die Haltung gegen Studiengebühren würde ich nicht gerade als Position von gestern bezeichnen. Immerhin gibt es noch Länder, in denen es keine pauschale Studiengebühren gibt und abgesehen davon ist noch lange nicht geklärt, ob diese überhaupt sozial verträglich gestaltet werden (können).

  6. Karl 21. Januar 2007 · 16:12 Uhr

    „Klare Kante“, da kann ich unserer neuen Vorsitzenden nur zustimmen. Ich freue mich, dass jemand in der SPD-Führung zuspitzt, wo ihre BündnisparterInnen sind, dass sie Gewerkschaften und Betriebsräte als die natürlichen Bündnispartner der SPD sieht. Das ist nicht Klassenkampf, sondern notwenige Korrektur neoliberaler Fehlentwicklungen.

    Und: Auch ich bin ein „BAFöG-Akademiker“ und kann deshalb die Lebensgeschichte von Hannelore Kraft gut nachvollziehen. Gerade deshalb ist es wichtig, dass die SPD die Partei bleibt, die auch Kindern aus den sog. bildungsfernen Schichten den Zugang zu unserem gesamten Bildungssystem – und damit auch akademischen Laufbahnen – gewährleistet. Deshalb müssen Kinder bereits früher gefördert werden, müssen entsprechende Betreuungs- und Bildungsangebote vor Ort vorhanden sein – kostenfrei und in sich ständig verbessernder Qualität. Klar – das ist eine Herausforderung! Man kann aber sicher sein, dass sie sich hier ausgegebenes Geld mittelfrsitig nicht nur lohnt, sondern für eine Gesellschaft und Volkswirtschaft wie die unsrige unverzichtbar ist.

  7. Klaus-Dieter 21. Januar 2007 · 17:11 Uhr

    Zuerst das Gute der Rede von Hannelore Kraft: Ihr kann man immerhin zugute halten, daß sie wesentlich mehr Pepp hat als ihr müder Vorgänger. Ihr kann man den Ehrgeiz sogar abnehmen, die Wahlen gegen Rüttgers gewinnen zu wollen. Ihre Rede jedoch hört sich über weite Teile wie ein Wunschzettel an, dabei ist Weihnachten doch gerade vorbei. Sie wünscht sich einen subventionierten Sockelbergbau, mehr Geld für die Förderung erneuerbarer Energien, keinen Verkauf öffentlicher Immobilien an Private, mehr Geld für Bildung, Schulen und Hochschulen, keine Studiengebühren, Ganztagsbetreuung für Kinder, keine Kindergartengebühren. Ganz toll. Das alles zusammen kostet nur einige zig Milliarden Euro, die das Land NRW nicht hat. Fordern kann man in der Opposition viel, wenn man die Rechnung nicht bezahlen muß. Sollte Hannelore Kraft jedoch jemals selbst regieren, dann sieht die Sache ganz anders aus, dann wird auch sie es unfair finden, wenn man sie an ihre alten Wahlversprechen erinnert.

    Nur zur Erinnerung: Von 2002-05 war Hannelore Kraft Wissenschaftsministerin in NRW. In dieser Zeit wurden auch den Hochschulen und Schulen in NRW im Angesicht der leeren Kassen Gelder gestrichen. Soviel zur Glaubwürdigkeit ihrer heutigen Forderungen.

    Diese Politik ist nicht seriös. Es ist nicht seriös, in der Opposition und vor den Wahlen das Blaue vom Himmel zu versprechen, wenn man heute schon weiß, daß diese Versprechen nicht finanzierbar sind. Frau Kraft soll doch endlich mal sagen, wie sie ihre Verheißungen zu finanzieren gedenkt. Alleine der Sockelbergbau kostet pro Jahr mindestens 3 Milliarden Euro, also 3000 mal eine Millionen Euro – pro Jahr! Woher will Frau Kraft dieses Geld denn nehmen? Das ist alles unseriös.

    Abgesehen davon sind Studiengebühren und Kindergartenbeiträge nicht grundsätzlich unsozial, sondern im Gegenteil kann es unsozial sein, auf diese zu verzichten. Darüber sollten Sozialdemokraten vielleicht einmal nachdenken.

  8. Man_in_the_desert 22. Januar 2007 · 15:06 Uhr

    Haben wir denn in NRW niemanden besseren als Hannelore Kraft? Sie hat vorher nicht auf die Beine gestellt, da wird sie es jetzt auch nicht richten. Aber an der Steinkohle will sie festhalten… was für eine „moderne“ Politik…

  9. Jens 22. Januar 2007 · 15:56 Uhr

    @Klaus-Dieter Zu was Studiengebühren und steigende Kindergartenbeiträge führen haben Rolle und Co ja eindrucksvoll gezeigt: Weniger Studenten und die Geschwister werden nicht mehr in den Kindergarten geschickt, weil man sich die Plätze, die bisher kostenlos waren, nicht leisten kann!

  10. Klaus-Dieter 22. Januar 2007 · 17:18 Uhr

    @ Jens:

    Die Studiengebührendiskussion ist weiter unten bereits geführt worden. Wenn Hannelore Kraft als Ministerpräsidentin Studiengebühren und Kindergartenbeiträge abschaffen will, dann soll sie vorher auch sagen, woher sie das Geld dafür nehmen will. Daneben hat sie noch weitere milliardenteure Versprechungen gemacht wie kostenlose Ganztagsbetreuung für Kinder und Sockelbergbau. Der NRW-Landeshaushalt ist nach wie vor defizitär, wenn auch nicht mehr in dem katastrophalen Maße wie zur Zeit der rot-grünen Landesregierung. Auch die Kassen der Kommunen in NRW sind leer, viele Kommunen sind nicht in der Lage, einen eigenen Haushalt aufzustellen. Wer in dieser Situation auf Einnahmen in Milliardenhöhe verzichten will wie Frau Kraft und gleichzeitig neue Ausgaben in Milliardenhöhe ankündigt, der soll vorher bitte schön auch sagen, woher das Geld dafür kommen soll. Die Einnahmensteigerungsmöglichkeiten eines Bundeslandes sind begrenzt. Wo sollen also Steuern, Abgaben und Gebühren erhöht werden, wo umgekehrt gestrichen und gespart werden, um die milliardenteuren Ausgaben zu finanzieren und wer soll die zahlen?

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.