Klare Kante – Hannelore Kraft auf der IGBCE-Kundgebung

Vor Tausenden Bergarbeitern aus allen Teilen Nordrhein-Westfalens hat sich die Vorsitzende der NRWSPD, Hannelore Kraft, für den Erhalt des Steinkohlebergbaus ausgesprochen. Bei der Kundgebung vor dem Düsseldorfer Landtag verteidigte sie den von der Berliner Koalition ausgehandelten Kompromiss zur Kohlepolitik. Wenn Ministerpräsident Jürgen Rüttgers diese Vereinbarung nun in Frage stelle und ein rasches Aus für die Kohle proklamiere, nehme er Massenentlassungen im Bergbau in Kauf. Darüber hinaus gefährde er den Börsengang der RAG. Hannelore Kraft: „Wir lassen nicht zu, dass an dem mühsam zustande gekommenen Kompromiss nun noch einmal gerüttelt wird.“

Hier die Rede von Hannelore Kraft auf der Kundgebung:


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39 Kommentare

  1. Benno 1. Februar 2007 · 18:19 Uhr

    Da ist er ja wieder: Rolle Rüttgers, wie er leibt und lebt. Wie soll man diesen Mann noch ernst nehmen, wenn er dieselbe Entscheidung, die er montags noch abgesegnet hat, donnerstags schon wieder revidieren will? Er will zwar mit seinem Auftreten vielleicht den starken Mann markieren — aber in Wahrheit ist sein Wischi-Waschi ein echtes Eigentor.

  2. Anke 1. Februar 2007 · 19:05 Uhr

    Der „Robin Rüttgers“ und die Landesregierung macht sich nicht nur bei den Bergarbeitern „beliebt“.

    Auf „kleinere“ Ebene kämpfen gerade Personalräte um ihre Mitbestimmungsrechte. Dabei handelt es sich um die Aufhebung elementarer Schutzrechte für die Beschäftigten. Weitreichende Einschnitte in die Mitbestimmung sind geplant, insbesondere auch bei personellen Maßnahmen wie Versetzungen und Kündigungen. Damit werden die Arbeitsbedingungen der Personalräte drastisch verschlechtert.

    Ein Blick auf diese Seite zeigt, was geplant wird:
    http://www.nrw.dgb.de/Aktionen/Mitbestimmung_5.12.06/index

  3. Stephan Jannasch 1. Februar 2007 · 21:30 Uhr

    Als SPD Wähler kommt mir die Galle hoch.
    30 Milliarden, so viel kostet der Schwachsinn Steinkohle noch. Geld das in der Bildung und im Sozialwesen dringend benötigt wird. Und Sicherheit?
    Wer Energisicherheit haben will sollte einfach für 20 Milliarden Kohle einkaufen und in den Schächten zwischenlagern für schlechte Zeiten. Vieleicht hilft das auch die Absenkung des Ruhrpotts unter die Ruhr zu mindern, oder ist es normal dass ein Fluss 10 Meter über dem Umland fließt?

  4. Stephan Schlote 1. Februar 2007 · 22:16 Uhr

    Hannelore und Hubert sind auf dem Holzweg.
    Hat schon einmal jemand gefragt, was uns der Spass pro Arbeitnehmer in einer rückwärrtsgerichteten Branche kostet. Circa 70000 Euro pro Jahr! Man runiniert den Kumpeln vorsätzlich die Gesundheit und ist noch stolz darauf. Wo bleibt die „Kohle“ für 30000 arbeitslose Professoren? Wenn diese von Angst und Gefallsucht getragene falsche Politik durchsetzt ist juristisch über den Tatbestand vorsätzlicher Körperverletzung nachzudenken. Unserem Land, den Menschen und der Umwelt wird in jedem Fall schwerer Schaden zugefügt.

  5. 50hz 1. Februar 2007 · 22:18 Uhr

    Ich ergänze nur: Mindestens 100.000 € pro Arbeitsplatz und Jahr.

  6. Jens 1. Februar 2007 · 22:30 Uhr

    Wenn die ganzen subventionierten Bereiche hierzulande so sehr Subventionen hätten abbauen müssen, wie die Steinkohle, dann würden wir aus Bauernprotesten usw. nicht mehr ‚rauskommen.

    Ich persönlich denke zwar nicht, daß die Steinkohle die Lösung aller Probleme ist – aber es wäre meiner Meinung nach wirklich fatal, wenn man das ganze absaufen lässt. Wer weiß denn jetzt schon wie der Kohlepreis in einigen Jahren aussieht?

    Inzwischen sind ja anscheinend schon die deutschen Stahlpreise wieder konkurrenzfähig, wer weiß, wie das in Zukunft bei der Kohle aussehen wird? Ewig werden China & Co. nicht mehr die Kohle billig exportieren.

    Außerdem: Wo gerade der Film „Blood Diamond“ läuft – man sollte sich mal überlegen, ob man nicht „Blood Coal“ nutzt, wenn man nicht gerade Kohle aus den sehr sicheren deutschen Bergwerken nutzt.

  7. Pottblog 1. Februar 2007 · 22:44 Uhr

    Pro und Contra zum Steinkohle-Kompromiss…

    Vor kurzem wurde der Steinkohle-Kompromiss (Bergbau bis 2018, Möglichkeit der Revision in 2012) beschlossen.
    Nur wenig später zeigt sich Jürgen Rüttgers damit gar nicht zufrieden und will das ganze so nicht mittragen.
    Das Thema Berg…

  8. Klaus-Dieter 2. Februar 2007 · 0:08 Uhr

    Das war eine kurze, aber sehr aufschlußreiche Rede von Hannelore Kraft vor den Bergleuten. Jetzt steht es eindeutig und ganz klar fest: Erstens ist die SPD die Partei der Bergleute, die sich für eine Fortführung des Bergbaus einsetzt. Zweitens hätte es mit der SPD selbst 2018 keinen Ausstieg aus dem Bergbau gegeben. Und drittens trennt die SPD sich auch unter Hannelore Kraft nicht von Altlasten.

    In der Rede ist auch deutlich geworden, daß das Argument der Energiesicherheit nur vorgeschoben ist. Es geht einzig und alleine um die Interessen von knapp 40.000 Personen, die zur Zeit noch im Bergbau beschäftigt sind und um den Erhalt von deren Subventionsarbeitsplätzen. Die gewaltigen Steuergeldsubventionen, die dafür nötig sind, hat Frau Kraft mit keinem Wort erwähnt.

    Ich persönlich halte die Politik von Frau Kraft für vollkommen verantwortungslos. Frau Kraft ist bereit, für die Interessen einiger Tausender ein ganzes Land bezahlen zu lassen. Die Gelder, die auf Druck der SPD immer noch in den Bergbau verschwendet werden, die könnten besser in die Energieforschung, in Zukunftstechnologien, in den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, in die Kinder- und Jugendbetreuung, in Schulen und Hochschulen und in der Alten- und Krankenpflege investiert werden. Hier fehlt es an allen Ecken und Enden.

    Ich finde es beschämend, wenn sich eine Partei wie die SPD, die den Anspruch erhebt, die Interessen des ganzen Volkes vertreten zu wollen, sich zur reinen Interessenpartei einer relativ kleinen (aber lautstarken) Gruppe macht und alle anderen Interessen außer Acht läßt.

  9. Benno 2. Februar 2007 · 1:11 Uhr

    Aha, unser CDU-Hofschranze mal wieder.

    Was sagst du, Klaus-Dieter, denn überhaupt zu der „Standfestigkeit“ deines höchstverehrten Herrn Ministerpräsidenten? Soll das etwa verlässliche, vertrauensbildende Politik sein, wenn jemand sonntags noch einen Beschluss absegnet, sich aber schon donnerstags von seinem „Geschwätz von gestern“ distanziert? Müssen wir das so interpretieren, dass Herr Rüttgers eine gespaltene Persönlichkeit ist?

    Aber wahrscheinlich findest du es auch noch ganz großartig, dass sich Onkel Jürgen jetzt zu deinem noch heißgeliebteren Stoiber-Ede in den Club der „Ich weiß nicht mehr, was ich vor ein paar Tagen beschlossen habe“-Amnäsiepatienten einreiht.

  10. Klaus-Dieter 2. Februar 2007 · 2:29 Uhr

    @ Benno:

    Die Bezeichnung „CDU-Hofschranze“ ist doch albern. Ich bin Sozialdemokrat und will mit meinen kleinen Beiträgen ganz bescheiden dabei mithelfen, die SPD wieder auf den richtigen Weg zurückzuführen, damit sie auch für Nichtbergleute wieder wählbar wird. Dabei muß ich mich ja nicht zum unkritischen Büttel machen und alles beklatschen, was offizielle SPD-Positionen verlautbaren. Die SPD ist entstanden aus der Kritik bestehender Verhältnisse. Auch in der Partei hat es oft konstruktiven Streit gegeben, von Anfang an. Soll Kritik in der SPD ausgerechnet heute nicht mehr möglich sein, weil Müntefering und Kraft das so wollen? Es kann doch keiner behaupten, daß es sozialdemokratisch ist, jedes Jahr über 3 Milliarden Euro Steuergelder auszugeben, um damit einer relativ kleinen Gruppe von Bergleuten deren steuergeldfinanzierte De-Luxe-Arbeitsplätze zu erhalten. Was ist denn dann mit den Arbeitern von BenQ? Wieso fließen für die keine staatlichen Subventionen? Gilt nicht gleiches Recht für alle?

    Was ist das überhaupt für eine politische Moral, für Bergleute Arbeitslosigkeit vollkommen ausschließen zu wollen, aber für Millionen Arbeitslose Hartz IV einzuführen? Wieso ist Bergleuten SPD-Arbeitsmarktpolitik nach Auffassung führender SPD-Politiker nicht zumutbar? Das erscheint mir schizophren zu sein. Und das soll man nicht kritisieren dürfen?

    Ministerpräsident Jürgen Rüttgers handelt zur Zeit im Verhandlungspoker im Interesse des Landes NRW. Der Bund will dem Land die Ewigkeitskosten des Bergbaus aufhalsen, Rüttgers will das verhindern. Wenn Hannelore Kraft wirklich in erster Linie die Interessen des Landes im Auge hätte, müßte sie Rüttgers dabei helfen, dem Land zukünftige zusätzliche Kosten zu ersparen. Die von ihr lautstark vertretene Politik würde, wenn sie umgesetzt wird, dem Land NRW zukünftig teuer zu stehen kommen. Frau Kraft handelt rein parteitaktisch motiviert, wobei sie keine Rücksicht auf die damit verbundenen hohen Kosten nimmt. Sie will über die Zuspitzung des Themas Bergbau ins Düsseldorfer Stadthaus einziehen. Das wird ihr nicht aber nicht gelingen. Mit Themen der Vergangenheit kann man die Zukunft nicht gewinnen. Auch die SPD wird das irgendwann noch lernen müssen; umso eher, umso besser.

  11. 50hz 2. Februar 2007 · 10:15 Uhr

    @Klaus-Dieter: Wow! So würde ich das auch gerne auf den Punkt bringen können. Mehr davon, Hannelore überzeugen und ich wähle glatt die SPD ;-)

  12. Benno 2. Februar 2007 · 10:51 Uhr

    @Klaus-Dieter:

    Seit wann bist DU denn Sozialdemokrat? Du hast hier doch jedes Mal derart massiv gegen jeglichen Beschluss der SPD getrommelt und hast hier immer wieder irgendwelche Ergebenheitsadressen an Unions-Politiker hinterlassen, dass du dir deine Flunkereien direkt schenken kannst.

    Mal hier ein paar gesammelte Werke von dir aus den letzten Wochen, falls du die schon wieder verdrängt haben solltest:

    „Ich wüßte als Nordrhein-Westfale nicht, warum ich SPD wählen sollte. Welchen Grund dafür könnte es geben, wenn man nicht gerade Bergmann ist?“

    „Edmund Stoiber war der Beste, den Bayern und die CSU nach dem Ableben von Franz Josef Strauß bekommen konnten.“

    „Aber ich bin frohen Mutes, daß trotz des Weggangs des Herrn Dickmann die SPD auch bei den nächsten Landtagswahlen in NRW keinen Fuß mehr auf den Boden bekommt – und in den darauffolgenden auch nicht. Viele Menschen stellen sich heute die Frage, wozu es einer SPD eigentlich noch bedarf.“

    Und zu guter Letzt:

    „Ich hätte es mir als Gegner der deutschen Form der Sozialdemokratie gewünscht, daß der völlig profillose und mausgraue Herr Dickmann Vorsitzender der NRW-Abteilung der SPD bleibt, weil das die Chancen der SPD in der nächsten Landtagswahl noch weiter gemindert hätte.“

    Ich betrachte mich nun auch selber als kritisches Parteimitglied und habe dementsprechend auch nichts dagegen, wenn es innerparteiliche (aber bitte konstruktive) Kritik gibt. Das, was du hier an Propaganda betreibst, ist hingegen so was von durchsichtig. Vor allem hast du dich mit dem letzten Zitat verraten.

  13. Benno 2. Februar 2007 · 10:58 Uhr

    @Klaus-Dieter:

    Ach ja, das Beste habe ich ja noch übersehen:

    „Verfault soll mir die Hand abfallen, sollte ich jemals in einer Wahlkabine mein Wählerkreuz hinter “SPD” setzen!“

    Weiterer Kommentar überflüssig…

  14. Man_in_the_desert5 2. Februar 2007 · 12:08 Uhr

    @ Benno
    CDU – Hofschranze ist eine Beleidigung. Da sollte Jens doch sofort Deinen Beitrag zensieren löschen, in alle Winde zerfetzen, wie er es sonst auch macht. Oder wird dieser Begriff in den Nutzungsbedingungen als „legal“ eingestuft?

    (Hinweis von blog.nrwspd.de: jens ist kein redakteur unseres weblogs und hat hier niemals kommentare gelöscht)

    Es ist interessant zu sehen, wie kritiklos Du oder Jensi jedwede Position der SPD verteidigt, und wie ihr jeden gleich als Defätisten niedermetzelt oder zensiert, der nicht Eurer Meinung ist.
    Das hat mit SPD oder dem Geist der Partei nichts zu tun. Das sind Methoden, die eigentlich seit 1945/1989 abgeschafft sein sollten.

    (hinweis von blog.nrwspd.de: vergleiche mit der ns-diktatur oder dem ddr-regime lassen wir nicht zu.)

    Parteiarbeit lebt von der Kritik und über derartige Beiträge sollte nachgedacht werden. Das wäre ein Zeichen von zB. Reife! Oder Geist.

    Zur Sache: Auch wenngleich ich Sozialdemokrat bin, vertrete ich die Auffassung, dass die Kohlesubventionen verpulvertes Geld sind. Abgesehen davon, dass wir damit den Kumpels ihre Würde als Menschen und – bekanntermassen – als fleissigen Arbeitern „abgekauft“ haben, ist es ein Unding, jetzt noch bis 2018 zu warten.
    Ob die Steinkohle wieder atraktiv werden könnte, das ist mehr als nur reine Spekulation – @ Jens- , und unser Stahl ist nur deswegen gefragt, weil wir gewisse Speziallegierungen herstellen können, deren Zusammensetzung wir nicht ins Ausland verkauft haben. Mehr nicht.
    Nur: Es ist ein unverständliches Ding, für „Traditionssozis mit Schiebermütze und rotem Schal“, diese Globalisierung… deswegen darf die junge Genertion nicht den Fehler machen, sie einfach nur zu verteufeln, sondern sie sollte sie gestalten. Ihre Effekte aber PR- mässig so auszuschlachten, dass unsubstantiiert alles behauptet werden kann, was gerade als Meinung opportun ist, das ist dumm und bringt die Partei nicht weiter, @ Jens!
    Vergiss die Kohle, die ist seit 20 Jahren tot. Ein Wachkomapatient, künstlich am Leben gehalten.
    Die RAG ist ein Wirtschaftsunternehmen mit ausgezeichneter Lobbyarbeit. Die werden sich schon politisch durchsetzen.
    Allerdings: Der Börsengang des Unternehmens ist eine ökonomische Entscheidung. Und sie würden es nicht machen, wenn sie sich keinen Gewinn davon versprächen. Vielleicht ist das noch nicht klar: die Arbeitsplätze werden so oder so verschwinden, wenn das Unternehmen irgendwann eine Umstrukturierung vornimmt, Geschäftsbereiche ins Ausland verlagert oder „sparen“ muss.
    Politisch hat die Parteibasis da nichts mitzureden, man denke an die „Rettung des Preussag – Konzernes“ oder an Holzmann etc. – viele Arbeitsplätze sind da auf der Strecke geblieben.
    @ Jens: Lies mal v. Alemann oder so… zur Politikverdrossenheit.. oder Thomas Leif zum Lobbyismus… So „funktioniert“ Politik, und Du lässt Dich vor den Karren spannen…. zum totlachen!
    Wir brauchen Bildung… denn wir haben ausser Know How wenig ins Ausland zu verkaufen… keine Bodenschätze, kein Öl etc. Also muss die Kohle aus Forschung und Dienstleistung kommen. Die Exportweltmeister- Statistik ist eine geschönte Kiste, weil sie nur partikuliär bestimmte Branchen wertet, aber keine Gesamtschau zulässt! Was brauchen wir also? Die Kohle von der Kohle, umsie in Aus- und Weiterbildung zu stecken. Was brauchen wir noch? Unternehmen, die ausbilden. Also sollten wir Unternehmen ansiedeln. Sind sie erst einmal da, dann bilden sie aufgrund Bedarf auch aus und die Lehrlinge haben eine Berufsperspektive. Nicht wie beim Bündnis für Arbeit: Bildet aus, liebe Betriebe, auch wenn die Azubis hinterher auf der Strasse stehen!
    Wo bekommen wir doe Kohle für derartige Programme zur Wirtschaftsförderung her? Richtig, Jensi: von der Kohle. Sollen wir unseren Nachwuchs noch bis 2018 auf der Strass stehen lassen? Möchtest Du das?

  15. Benno 2. Februar 2007 · 14:11 Uhr

    @Man_in_the_desert:

    Ja, ja: Wenn die Argumente versagen, wird die Nazi- oder wahlweise SED-Keule ausgepackt. Wenn du schon Augenmaß bei anderen einklagst, dann halte es bitte auch selbst ein.

    Ich bin lediglich dagegen eingeschritten, dass Klaus-Dieter hier die Unwahrheit sagt, indem er behauptet, er sei Sozialdemokrat (was die von mir angeführten früheren Zitate eindeutig widerlegen). Und mit Lügen sollten wir hier nun wirklich nicht operieren.

    Und nochmal zum Mitschreiben: Ich habe überhaupt nichts gegen konstruktive (auch innerparteiliche) Kritik. Ich selbst war es schließlich, der z.B. im Dezember die Hau-Ruck-Nominierung von Hannelore Kraft kritisiert hat. Ich nehme da normalerweise kein Blatt vor den Mund.

    Womit ich aber ein gewaltiges Problem habe, ist, wenn jemand nur um des Kritisierens willen kritisiert. Denn bei Klaus-Dieter kann man sich schon von vornherein darauf einstellen, dass er so gut wie jeden Eintrag hier im Blog gleich wieder mit einer ätzenden Tirade überzieht, bei der er nicht ein einziges gutes Haar an der SPD lässt. Und da er sich auch schon bisweilen im Ton vergriffen hat (siehe z.B. das o.g. „Hand abfaulen“-Zitat), kann ich bei ihm nun mal keine ernsthafte Bereitschaft zur konstruktiven Kritik erkennen.

  16. Jens 2. Februar 2007 · 16:23 Uhr

    @Man in the desert:

    Da sollte Jens doch sofort Deinen Beitrag zensieren löschen, in alle Winde zerfetzen, wie er es sonst auch macht.

    Wann habe ICH hier jemals einen Beitrag zensiert, gelöscht oder in alle Winde zerfetzt?

    Ich bin hier nur normaler Kommentator wie Du auch, habe keinerlei Admin-Rechte und kann hier weder den Daumen hoch, noch den Daumen ‚runter für einzelne Beiträge oder Kommentare heben.

    Insofern: Bitte Belege für Deine Aussage oder aber das ganze zurückziehen, danke.

    Oder wird dieser Begriff in den Nutzungsbedingungen als “legal” eingestuft?

    A propos Nutzungsbedingungen: Damit hatte ich schon zu tun – denn man hat mir mal hier seitens der Admins eine Art „Verwarnung“ gegeben, weil ich nicht ganz zum Thema geschrieben habe. Man hätte also mich bzw. einen Kommentar von mir beinahe gelöscht. Nicht umgekehrt.

    Es ist interessant zu sehen, wie kritiklos Du oder Jensi jedwede Position der SPD verteidigt, und wie ihr jeden gleich als Defätisten niedermetzelt oder zensiert, der nicht Eurer Meinung ist.

    Also „Männchen in der Wüste“ – ich heiße Jens und nicht Jensi und ich habe hier niemanden als Defätisten niedergemetzelt oder zensiert. Ich weiß nicht was diese Aussage soll und erwarte dringend von Dir einen Beleg dafür (wird meiner Meinung nach schwierig, weil es da ja nichts zu belegen gibt) oder eine Entschuldigung.

  17. Oliver Zeisberger 2. Februar 2007 · 21:23 Uhr

    Moderation von blog.nrwspd.de: Liebe aufgeheizte Gemüter, die Diskussion zur Sache finden wir prima und freuen uns auf Fortsetzung. Aber lasst doch bitte die gegenseiten Unterstellungen und Anschuldigungen. Sie führen nicht weiter. Lasst uns zur Sache streiten! Wir möchte, die durchaus interessante sachliche Diskussion nicht wieder wegen persönlicher Anwürfe, die hier nichts zu suchen haben, durch Löschungen stören müssen. Das macht weder euch noch uns Spass.

    Wie sieht es mit dem Sockelbergbau aus? Ist die Postionen von Hannelore Kraft gut für NRW oder nicht? Ist das nachträgliche Nein von Rüttgers ein Fehler?

  18. Klaus-Dieter 3. Februar 2007 · 3:11 Uhr

    @ Oliver Zeisberger:

    Sehr interessante Fragen, die du da stellst. Ich will darauf aus meiner Sicht versuchen zu antworten:

    – Wie sieht es mit dem Sockelbergbau aus?

    Ein Sockelbergbau ist nicht zu rechtferigen. Die Kosten dafür stehen in keinem vertretbaren Verhältnis zum Nutzen. Jeder halbwegs ökonomisch denkende Mensch wird das nachvollziehen können. Weltmarktkohle ist um zwei Drittel günstiger erhältlich als deutsche Subventionssteinkohle. Steinkohle wird außerhalb Deutschlands in großen Mengen in vielen Ländern zum Teil im Tagebau gefördert. Deutsche Steinkohle muß dagegen teuer und aufwändig aus über tausend Metern Tiefe ans Tageslicht gefördert werden. Das ist volkswirtschaftlicher Wahnsinn.

    Die weltweiten Steinkohlevorräte reichen noch für Jahrhunderte. Die Versorgungssicherheit ist gegeben. Der Anteil deutscher Steinkohle deckt bereits heute schon nur einen kleineren Teil des deutschen Steinkohlebedarfs. Schon heute wird der größere Teil importiert. Ein Sockelbergbau ist ökonomisch unsinnig, denn er ist viel zu teuer, unnötig und die geförderte Menge ist für die Energiesicherheit Deutschlands viel zu gering, sie liegt im unteren einstelligen Prozentbereich. Die Forderung nach einem Sockelbergbau entlarvt sich daher ebenso wie das Argument der angeblichen Energieversorgungssicherung schnell als ebenso dreistes wie fadenscheiniges und vorgeschobenes Argument der Kohlelobby. All diese Argumente sind ökonomischer Nonsens. Diesen Stuß glauben in NRW bald nicht mal mehr die Kindergartenkinder. Selbst Hannelore Kraft, die NRW-Lautsprecherin der Kohlelobby, glaubt diese Arguente nicht wirklich selbst. Dazu ist sie viel zu intelligent, um selbst das zu glauben, was sie lautstark öffentlich verlautbart.

    – Ist die Postionen von Hannelore Kraft gut für NRW oder nicht?

    Die Position von Hannelore Kraft ist schlecht für NRW und für die NRW-SPD, um nicht zu sagen verantwortungslos gegenüber der Zukunft und der Jugend unseres Landes. Das Geld, das Frau Kraft in den Bergbau versenken will, fehlt für sinnvolle Aufgaben, die ich weiter oben bereits genannt habe. Die Positionen von Hannelore Kraft sind auch schlecht für die NRW-SPD, weil sie die Wahlchancen der NRW-SPD verschlechtern. Hannelore Kraft hat in ihrer Bergbaulobbyrede öffentlich bekräftigt, daß sie sich nicht von Altlasten befreien will. Damit wird die Dame jedoch selbst zur politischen Altlast. Altlasten jedoch werden über kurz oder lang entsorgt. Es ist das schließliche Schicksal aller Altlasten. Es ist das Schicksal von Hannelore Kraft.

    – Ist das nachträgliche Nein von Rüttgers ein Fehler?

    Nein. Es muß alles getan werden, um zu verhindern, daß noch mehr vom kostbaren und knappen Geld der nordrhein-westfälischen Steuerzahler in den Bergbau versenkt wird. Der Kohlelobby darf es zukünftig nicht mehr so einfach gemacht werden wie bisher. Zukünftig muß es Widerstand geben gegen diesen milliardenteuren volkswirtschaftlichen Wahnsinn. Steckt das Geld lieber in die Schulen und in die Ausbildung Jugendlicher, aber nicht mehr länger in die Kohleschächte, auch wenn Hannelore Kraft und Hubertus Heil dann laut aufheulen sollten! Hört auf mit dem Quatsch!

  19. Klaus-Dieter 3. Februar 2007 · 3:16 Uhr

    Korrektur:

    Ich meinte nicht Hubertus Heil, sondern Hubertus Schmoldt, den Chef der Bergbaugewerkschaft.

  20. Anke 3. Februar 2007 · 10:01 Uhr

    …1,7 % der Gesamtsubventionssumme der Bundesrepublik gehen an den Bergbau……

    Ich würde mal lieber nachschauen, ob nicht woanders etwas abgebaut werden kann.

    Klar brauchen wir zumindest einen Sockelbergbau. Wir wären ja nicht ganz dicht, wenn wir uns total vom Ausland abhängig machen. Ich will auch nicht, dass wir auf das ganze technische Know-How rund um den Bergbau verzichten, welches wir dann verlieren werden. Mal abgesehen von den Arbeitsplätzen in dieser Branche.

    Andere Länder sind an Sicherheit im Bergbau weniger interessiert. Humankapital für wenig Geld steht ja mittlerweile überall zur Verfügung. Ich möchte keine Kohle verwenden, die unter menschenunwürdigen Bedingungen gefördert wird.

    Und dieser Rückzug von Rüttgers ist doch nur peinlich. Wieso kommt mir da eigentlich Stoiber in den Sinn????

  21. Jens 3. Februar 2007 · 12:30 Uhr

    Ich kann natürlich verstehen, das die Moderation hier auf eine Einbehaltung ihrer Regeln pocht, aber es gehört auch zu einer vernünftigen Diskussion, daß gemachte Vorhaltungen entweder bewiesen oder aber zurückgenommen werden. Insofern werde ich mich vorher nicht weiter dazu äußern – oder aber (und das ist jetzt das erste Mal, das ich so etwas „fordere“ bzw. darum bitte) die entsprechenden Falschaussagen werden hier gelöscht.

  22. Dirk 3. Februar 2007 · 13:51 Uhr

    @ jens: ich kann deinen protest gegen die vorwürfe von man_in_the_desert verstehen, werde den beitrag aber nicht löschen.
    stattdessen habe ich die entsprechenden passagen „gestrichen“ und im beitrag kommentiert. ich hoffe, dass ist für dich so ok?

    ansonsten kann ich nur noch mal auf den beitrag von oliver verweisen, inhaltliche diskussion ja, aber „lasst doch bitte die gegenseiten unterstellungen und anschuldigungen.“

    @ man_in_the_desert: ein vorschlag zur güte: du bezeichnest dich ja selber als sozialdemokraten. als sozialdemokrat wird es es dir sicher nichts ausmachen offen zu dem zu stehen, was du hier schreibst. damit wir die zweifel ausräumen können, ob du der bist, der du vorgibst zu sein, schreibe doch einfach eine email an uns (blog@nrwspd.de) mit deinem echten namen (den wir natürlich vertraulich behandeln werden). dann hätten sich alle zweifel geklärt und die diskussion könnte hier wieder sachlicher geführt werden.

  23. Dieter 3. Februar 2007 · 15:11 Uhr

    Ich verfolge schon seid Jahren die Kohle-Politik, es waren mal 700000 Kumpels (Bergarbeiter)in vielen Pütts (Zechen), heute sind es noch gut 30000 Bergarbeiter die in den Schächten arbeiten.

    In Bochum „Opel“ ist doch damals gebaut worden um die Kumpels vom Bergbau und viele Stahlarbeiter von den Stahlerzeuger unter zubringen sonst arbeislosigkeit, es war nicht nur Autofirmen auch Elektrofirmen und Zulieferfirmen, aber heute ist nichts mehr im Pütt oder Ruhrgebiet wo man schnell Arbeitkräfte investieren kann.

    Bei der Kohle fängt es wieder an, sie ist zuteuer die Amis oder die Chinesen da ist die Kohle billiger, mir kommt es hoch ich muß kotzen wenn immer billiger, nein der Kaptalist will nicht verlieren, der doofe Malocher muß dran glauben, beste Beispiel „BENQ“ da heißt es nur „Aufwiedersehen“, das wahrs.

    Herr Rüttgers, sie können nie und nimmer unseren Altministerpräsidenten Johannes Rau nachahnen was sie immer möchten, nein sie können nicht mal das Wasser reichen denn sie wissen ja nicht das sie nicht angenehm sind. Herr Rüttgers wenn ich „A“ sage dann sage ich auch „B“ aber bei ihnen muß man schon mit Vergesslichkeit (Emens) rechnen, was sie mit der Kohlepolitik bewiesen haben, oder waren sie Schüler von Herrn Stoiber, sie waren letztlich oft in Bayern.
    Herr Rüttgers, sie werden die Bergleute oder die Kumpels nicht auf den Arbeitamt bringen, wär sich mit den Bergleuten anlegt der hat schon verloren, das war in den früheren Jahren auch so und es wird so bleiben.

  24. Klaus-Dieter 3. Februar 2007 · 17:23 Uhr

    @ Anke:

    Ich bezweifle deine Prozentzahl, aber darauf kommt es auch nicht an. Eine Subvention kann eine andere nicht rechtfertigen. Tatsache ist, daß jedes Jahr über 3 Milliarden € Steinkohlesubventionen ausgegeben werden und das Land NRW davon über 500 Millionen € trägt. Das sind in zehn Jahren über 30 Milliarden €. Dieses Geld fehlt für alternative Verwendungsmöglichkeiten, etwa für den Ausbau alternativer ökologischer Energieerzeugung.

    Das Energieversorgungssicherheitsargument der Kohlelobby ist nicht überzeugend. Die bereits heute geförderte Steinkohlenmenge in Deutschland ist in ihrer Menge viel zu gering, um einen Beitrag zur Energieversorgungssicherheit leisten zu können. Diese kleine Menge kann leicht durch Importkohle gedeckt werden, ohne daß es dadurch zusätzliche Abhängigkeiten gibt. Steinkohle wird in vielen Ländern der Erde abgebaut, teilweise im Tagebau. Die Vorräte reichen noch für Jahrhunderte. Fazit: Die deutsche Steinkohle braucht kein Mensch mehr.

    Das Tech-Know-How-Argument überzeugt auch nicht. Know How um den Kohlebergbau sollte es da geben, wo Kohle gefördert wird. Wenn hier keine Kohle mehr gefördert wird, brauchen wir hier auch kein Kohlebergbau-Know-How mehr. Wir sollten uns in Deutschland stattdessen stärker auf den Erwerb von Know-How in der regenerativen Energieerzeugung konzentrieren.

  25. Klaus-Dieter 3. Februar 2007 · 17:37 Uhr

    @ Dieter:

    Wußtest du, daß Opel Bochum Anfang der sechziger Jahre nur gegen den Widerstand der Kohle angesiedelt werden konnte? Die Zechen hatten Angst, daß die Löhne steigen könnten und wollten Opel kein Land verkaufen. Nur mit List gelang die Ansiedlung. In Herten war die Kohlelobby erfolgreich: Hier gelang es, eine Ansiedlung von Ford zu verhindern. Die gingen dann nach Belgien (wo heute noch der Mondeo hergestellt wird). Schon damals hat die Kohlelobby Arbeitsplätze im Ruhrgebiet verhindert.

    Nicht „der doofe Malocher“ muß dann glauben, sondern überkommene Strukturen müssen dran glauben. Heute gibt es keine Pferdekutscher in Deutschland mehr. Der Beruf ist durch den technischen Fortschritt ausgestorben. Niemand würde seine Waren mehr mit einer Pferdekutsche transportieren lassen, weil das zu teuer wäre und zu lange dauern würde. Es gibt dafür heute Lastkraftwagen. Es gäbe heute auch keine Bergleute mehr in Deutschland, wenn der Staat den Erhalt alter Industriestrukturen nicht mit Milliardenaufwand finanzieren würde. Die Zeiten ändern sich nun mal. Es hat keinen Zweck, sich dem Wandel in den Weg stellen zu wollen. Nehmt den Wandel an und investiert lieber in ihn.

    Außerdem: Wieso dürfen Bergleute bzw. Kumpel nicht aufs Arbeitsamt? Wieso wird allen Arbeitnehmern in Deutschland Arbeitslosigkeit prinzipiell zugemutet, nur eben Bergleuten nicht? Kannst du diese Bevorzugung erklären? Das Arbeitsamt, die Agentur für Arbeit, ist dafür da, Arbeitnehmern zu neuen Arbeitsplätzen zu verhelfen.

  26. Anke 3. Februar 2007 · 19:15 Uhr

    Ja – man muss auch ein wenig recherieren, bevor man sich an Diskussionen beteiligt.

    Ich komme aus einer Bergarbeiterfamilie und habe Hochachtung hinsichtlich der Leistung dieser Menschen damals und heute. Und man sollte alte Strukturen durchaus aufrecht erhalten. Wer weiß, wofür sie gebraucht werden und ob sie gerade in der heutigen Zeit sogar nötig sind.

    Ich gehöre auch nicht der Kohlelobby an, aber mir sagt der gesunde Menschenverstand, dass eine Einstellung der Kohleförderung uns nicht gut bekommen wird.

    Wenn dir egal ist, dass das Know-How abzieht, okay. Mir und vielen anderen aber nicht. Denn damit wird hier gutes Geld verdient – auch durch den Export von Maschinen etc.

    Und du glaubst doch nicht ernsthaft, dass wir so ohne weiteres jahrelang für niedrige Preise Kohle, Erdöl usw. beziehen können.

    Eine gewisse Unabhängigkeit hat was.

    Und wieso müssen die Bergarbeiter nicht zum Arbeitsamt?
    Mit der Einführung des Allgemeinen (preußischen) Berggesetzes 1865 wurde das alte staatsorientierte Direktionsprinzip abgeschafft. Das hatte u.a. zur Folge, dass die privilegierten Bergknappen rechtlich gesehen zu „freien Lohnarbeitern“ wurden.

    Du meinst vermutlich den Bergarbeiterversorgungsschein. Den bekommen aber nicht alle. Das sind nur die, die durch die Arbeit vor Ort gesundheitliche Schäden davon getragen haben und dort nicht mehr einsatzbar sind.

    Ich habe keine Ahnung, wie alt du bist, aber ich gehe davon aus, dass du noch nicht erlebt hast, wenn ein Bergarbeiter an der Silikose erkrankt und daran verstirbt. Ich bin froh, dass wir ein technisches Know-How und Sicherheitsbestimmungen haben, die die Gefahr einer solchen Erkrankung gemindert haben.

    Gerade dieser Erwerbszweig mit der Stahlindustrie hat für den Wohlstand gesorgt, den du vermutlich auch genossen hast. Andere Bundsländer übrigens auch.

    Man sollte wirklich genau nachdenken, bevor man alte Strukturen einfach auflöst.

  27. Klaus-Dieter 3. Februar 2007 · 21:35 Uhr

    @ Anke:

    Es geht nicht um Hochachtung und Dankbarkeit. Auch ich habe Hochachtung für die Leistungen der Bergleute anno dazumal. Aber das rechtfertigt nicht die Fortsetzung des Steinkohlenbergbaus in Deutschland. Ich habe auch Hochachtung vor den Leistungen der Pferdekutscher im 19. Jahrhundert. Dennoch käme niemand auf die Idee, diesen Berufsstand mit milliardenteuren Subventionen wiederzubeleben. Der Kohlenbergbau in Deutschland rechnet sich nun einmal nicht mehr. Deutsche Steinkohle ist mehr als dreimal so teuer wie Weltmarktkohle – und das seit mehreren Jahrzehnten.

    Daran wird sich auch nichts mehr ändern. Steinkohle ist auf dem Weltmarkt im Überfluß vorhanden und die bekannte Lagerstätten (bisher nicht entdeckte noch nicht mal eingerechnet) reichen für mehrere Jahrhunderte. Dazu gibt es andere Energiequellen wie Erdöl, Erdgas, Kernenergie und regenerative Energiequellen wie Wind-, Wasser- und Sonnenenergie – zukünftige Möglichkeiten der Energiegewinnung noch nicht mal bedacht, schließlich geht die Forschung weiter. Die paar Tonnen deutsche Subventionssteinkohle sind leicht und sofort ersetzbar – und sie machen uns nicht von Energieimporten unabhängig, nicht mal etwas. Deutsche Steinkohle ist überflüssig. Sie braucht kein Mensch mehr.

    Wer wie du die Kohlesubventionen weiterzahlen will, der muß auch sagen, wo das Geld dafür herkommen soll. Man kann den Euro nur einmal ausgeben. Wer es in die Kohle steckt, hat es nicht für Forschung, Unis, Schulen, Bildung, Verkehr, Medizin, Pflege usw.

    Auch das Know-How-Argument ist bereits widerlegt: Es ist völlig unökonomisch, einen milliardenteuren steuergeldfinanzierten Bergbau zu betreiben, nur um Zulieferbetriebe mit Aufträgen zu versorgen. Genauso gut könntest du im Ruhrgebiet Orangen, Bananen und Ananas in Treibhäusern züchten, um damit die zuliefernde Treibhausindustrie am Leben zu erhalten – und um dort Know-How und Jobs zu sichern. Die Orangen, Bananen und Ananas wären dann dreimal so teuer wie Weltmarktsüdfrüchte und keiner würde sie mehr kaufen. Der Staat müßte den Preis dann mit Steuergeldern heruntersubventionieren, wie er es bei der Kohle macht. Darum wird es auch nicht gemacht, weil es ökonomischer Unsinn wäre. Aber bei der Kohle muß es gemacht werden aus Dankbarkeit und Hochachtung vor alten und jetzigen Bergleuten? Tut mir leid, aber das Argument überzeugt mich nicht.

    Zur Arbeitslosigkeit: SPD, CDU und FDP haben betriebsbedingte Kündigungen für Bergleute kategorisch ausgeschlossen. Seit dem Krieg ist in Deutschland kein Bergmann arbeitslos geworden. So etwas gibt es in Deutschland sonst nur noch bei Beamten. Das finde ich persönlich nicht richtig. Bei BenQ hat keiner etwas dagegen, wenn einige tausend Beschäftigte betriebsbedingt gekündigt werden. Warum auch? Kaum jemand kann heute erwarten, seinen Arbeitsplatz ein Leben lang zu behalten. Aber bei den gut ausgebildeten und relativ jungen Bergleuten sind betriebsbedingte Kündigungen völlig undenkbar. Warum?

  28. Anke 4. Februar 2007 · 9:58 Uhr

    Wir sind da eben anderer Auffassung.

    Übrigens – hast du heute Nachrichten gehört?
    31 Bergleute nach Grubenexplosion in Kolumbien vermisst – Kohlebergwerk
    Grund – mangelnde Sicherheit

  29. Dieter 4. Februar 2007 · 10:41 Uhr

    Ich möchte erstmal ANKE danken für ihren ausführenden Bericht, ich bin 75 Jahre alt und habe viel vom Bergarbeiter gehört und gelesen, wenn wir die Bergarbeiter nicht hätten sehe es sehr schlecht für uns aus, das besteht heute auch noch.

    Was der Stahlindustrie angeht, nun ich habe manche Demostration mit gemacht, ob in Hattingen oder Rheinhausen oder Düsseldorf vor den großen Mannesmann-Haus wo die IG.Metll Flagge zeigte aus NRW.

    Ich wollte hiermit nur sagen und schreiben das wir auch schon mit den ICE gefahren sind und nicht nur Kutsche.
    Dann zu Herrn Ackermann, ich glaube wenn einer in so einen Geschäft ist, Jahresgehalt 11 Mio.€ und dann mit Herrn Esser und einigen anderen Herren auf gut Deutsch Arbeitnehmer also Kolleginnen und Kollegen verkauft, dann kann sehen wo der ZUG hinfährt.
    Ich sage jetzt ganz deutlich,wenn die Landesregierung CDU/FDP den BERGBAU (KOHLE) nicht haben will der muß damit rechnen das er (CDU/FDP) das bezahlen muß,GLÜCK AUF.

  30. Dirk 4. Februar 2007 · 12:14 Uhr

    Hier mal ein paar aktuelle Umfrage-Zahlen:

    „44 Prozent laut Umfrage gegen Ende des Steinkohlebergbaus :
    Mit 44 Prozent ist nach einer Umfrage fast die Hälfte der Deutschen gegen ein Ende des Steinkohlebergbaus bis 2018.
    Deutlich weniger, nämlich 36 Prozent, sprachen sich für den angestrebten Stopp der Förderung aus, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts polis/USUMA im Auftrag des Nachrichtenmagazin „Focus“ ergab.
    45 Prozent der Männer, aber nur 29 Prozent der Frauen votierten demnach für die Schließung der Zechen. 20 Prozent der Befragten machten keine Angaben. “

    Das finde ich sehr spannend. Offensichtlich ist den Frauen deutlicher bewusst, was der Verlust von Arbeitsplätzen für eine Familie bedeutet.

  31. Anke 4. Februar 2007 · 12:43 Uhr

    Frauen denken naheliegend – ohne Kohle ist eben nichts zu machen.

    Tschuldigung – mir war danach…. ;-))

  32. Klaus-Dieter 4. Februar 2007 · 19:25 Uhr

    Dann fasse ich abschließend noch mal zusammen: Es gibt keine rationalen Argumente, die für eine Fortsetzung des Steinkohlenbergbaus in Deutschland sprechen. Alle genannten Argumente wie Energiesicherheit, Know-How-Sicherung usw. halten einer Prüfung nicht stand und sind offensichtlich vorgeschoben. Dagegen gibt es sehr viele gute Gründe, die für die schnellstmögliche Beendigung des Bergbaus sprechen, wobei ich das Umweltschutzargument noch gar nicht angeführt habe: Die Fortsetzung des Bergbaus, besonders unter dem Niederrhein, führt zu gewaltigen zukünftigen Schäden wie Überschwemmungsgefahren, deren Kosten die nachfolgenden Generationen ewig tragen müssen.

    Das Arbeitsplatzargument wundert mich besonders: Auch ich wurde schon einmal betriebsbedingt gekündigt und mußte mir eine neue Arbeitsstelle suchen. Da kam niemand auf die Idee, Subventionen zu zahlen, damit mein alter Betrieb nicht schließen muß. Ich habe bis heute nicht verstanden, warum ausgerechnet Bergleute nicht arbeitslos werden dürfen und man denen nicht zumuten darf, sich einen neuen Arbeitsplatz zu suchen. Die hätten aufgrund ihrer guten Ausbildung und ihres jungen Alters sehr gute Chancen.

    Zu den Umfragen: Eine Politik, die nach Umfragen schielt und davon wichtige politische Entscheidungen abhängig macht, nennt man populistisch. Soweit ich weiß, gibt es in solchen Umfragen manchmal Mehrheiten, die sich für die Wiedereinführung der Todesstrafe aussprechen, ohne daß die SPD anschließend diese Forderungen übernimmt.

  33. Jens 4. Februar 2007 · 19:28 Uhr

    Wieso bist Du der Meinung, daß die hier vorgetragenen Argumente pro Steinkohle nicht rational sind?

    Ich könnte jetzt auch einfach frank und frei behaupten, daß Deine Argumente contra Steinkohle nicht rational sind.

  34. Anke 4. Februar 2007 · 19:47 Uhr

    Ach Jens – lass´ ihn doch. Er hat nun mal seine Sichtweise.

    Und wo sollen die gut ausgebildeten Bergleute eingesetzt werden? Vielleicht beim Ausbau von Salzstöcken – zur Endlagerung von Atommüll.

    Als Leiharbeiter nach Kolumbien?

    In Salzbergwerken? Werden die eigentlich auch subventioniert?

    Und – wäre es für dich nicht auch schön gewesen, wenn dir damals nicht betriebsbedingt gekündigt worden wäre?

    Bist du eigentlich sicher, dass für deine Branche keine direkten bzw. indirekten Subventionen gezahlt wurden?

  35. 50hz 5. Februar 2007 · 11:27 Uhr

    Liebe Anke: Soweit ich weiß, schreit die Deutsche Industrie gerade mal wieder nach gut ausgebildeten Facharbeitern. Und findet keine. Jungs! Kommt raus ausm Pütt.

  36. Paul 5. Februar 2007 · 14:38 Uhr

    Jürgen Rüttgers nach dem Kohlegipfel im Wirtschaftsministerium: Wo ist da ein Rückzug ?????, da haben wohl einige Leute und vor allem Frau Kraft und die SPD-NRW ihre Ohren mit Absicht zu gehalten, um die Wahrheit mal wieder zu verschweigen….

    „Ich bin heute Abend hier in diese Verhandlungen gegangen mit 3 Zielen:
    Das eine Ziel ist, ein Börsengang der RAG möglich zu mache. Das zweite Ziel ist ein Ausstieg aus der subventionierten Steinkohle. Und das dritte Ziel ist das Ganze soll sozialerträglich ablaufen. Ich bin nach den Gesprächen heute Abend auch wie meine Vorredner optimistisch, dass es möglich ist, diese Ziele zu erreichen. Es gibt noch keine Verabredung und kein Einvernehmen über ein Datum, wann der Auslauf der subventionierten Steinkohle stattfinden soll. Wir haben auch noch kein Einvernehmen -das hat aber mit der schwierigen Materie zu tun und das heißt im Klartext auch mit Geld -wie Haftungsfragen, wie Fragen des Bund-Länder-Finanzausgleichs schlussendlich zu regeln sein werden.“

  37. Simon Geiß 5. Februar 2007 · 15:24 Uhr

    Ich denke es ist gut, dass die SPD an die Seite der Bergleute steht. Es geht dabei nicht „nur“ um die 35.000 Beschäftigtenim Bergbau, sondern auh um Ihre Familien und den ganzen anderen Jobs die von den Bergleuten leben, wie Imbiss Buden, Friseure, Supermärkte usw. Das sind wahrscheinlih noh mal so viele Arbeitsplätze.
    Ausserdem ist die deutsche Bergbautechnik weltweit führend und muss auch getestet werden. Dazu werden Zechen gebrauht die in Betrieb sind.

  38. Student 6. Februar 2007 · 17:15 Uhr

    Ich denke der vorangegangene Diskurs macht eines deutlich:
    Es gibt in diesen Fragen keine gute oder schlechte Lösung. Kein gut und böse, kein richtig oder falsch.

    Es gibt blos eine SPD die sich den Zukunftsthemen Umwelt und Soziales aus machtstrategischen Gründen nicht wirklich stellt.
    An Vortänzern die den Willen dazu äussern mangelt es nicht.
    Selbst Sigmar Gabriel (Umweltminister, oder so ähnlich) hat nach dem UNO Appell letzte Woche gemerkt das er sein qua Machterhalt motiviertes Nein zur Schadstoffbegrenzung jetzt irgendwie cachieren muß. Und siehe da (zwar 20 Jahre zu spät, aber) da steht er im Kameralicht und suggeriert uns man müsse was tun.
    Danke Genosse Sigmar, du hast mich wieder einmal dran errinnert das zur Zeit Politiker in der SPD ab einem gewissen Einfluss keine eigene Meinung mehr zu haben scheinen und stets vom einen sprechen um das andere zu tun.
    Dies scheint mir symptomatisch für diese Formen der Debatte. Sie wird -leider auch hier und ich nehme mich da nicht aus- stets zweckgebunden geführt.
    Was meine Wahlentscheidungen angeht, so möchte ich mich nicht mehr von diesen kurzfristig interessanten Tagesschau-Soaps im Christiansen Format beeinflussen lassen.
    Ich habe schon unter Schröder, nach Gesundheitsreform I und Hartz IV bechlossen diese Partei zunächst mal 15 Jahre nicht mehr zu wählen. Dann lässt sich meiner Erfahrung nach, jeweils rückblickend, eher eine Aussage treffen über die generelle Kursentwicklung einer Partei.

  39. Christian 14. Februar 2007 · 13:20 Uhr

    Hier im Nordmünsterland entsteht vielleicht ein neues Abbaugebiet, das Gebiet „Donar“ ,übrigens ohne staatliche Subventionen.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass so ein Abbaugebiet 2018 schon wieder ausläuft und ich möchte auch mal daran erinnern unter welchen Arbeitsbedingungen z.B. in China Steinkohle gefördert wird, die dann (leider) selbstverständlich viel günstiger einzukaufen ist!!

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.