Nach Informationen des Magazins „Cicero“ wird sich der CDU-Bundestagsabgeordnete
Friedrich Merz aus der Politik zurückziehen. 2009 werde er auch nicht mehr für den Bundestag kandidieren.

Interessant ist die Begründung: „Ich habe meine Entscheidung allerdings auch im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Politik der großen Koalition in Berlin und mit dem politischen Kurs der nordrhein-westfälischen
Landespartei getroffen.“ Die Arbeit der Landes-CDU sei mit seinen Grundüberzeugungen, „für die ich viele Jahre in der CDU gearbeitet habe, nicht vereinbar“.

Ich bin gespannt, wie Teile der CDU in NRW darauf reagieren werden, galt doch Merz vielen in der CDU noch immer als Hoffnungsträger. Und immerhin war er doch mal der wirtschaftspolitische Berater von Jürgen Rüttgers…


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6 Kommentare

  1. Klaus-Dieter 5. Februar 2007 · 22:23 Uhr

    Friedrich Merz war ja in den letzten Jahren ohnehin schon ziemlich abgetaucht und ist außerhalb der Politik beruflich sehr stark engagiert. Politik war für ihn nur noch ein Nebenjob. Er erkannte wohl, daß es für ihn kein Comeback geben wird und zog die Konsequenz: Ausstieg aus der Politik und volle Konzentration auf seine beruflichen Aktivitäten. Damit verdient er ohnehin ein Mehrfaches als in der Politik.

    Die „sozialdemokratische“ Richtung, in die sich Bundespolitik und Landespolitik unter Rüttgers bewegen, kann ihm natürlich auch nicht gefallen. Ein Beispiel dafür ist die Gesundheitsreform: Merz tritt hier für mehr private Versicherung ein, während die Gesundheitsreform zu mehr staatlichem Dirigismus und mehr Bürokratie führt. Die privaten Krankenversicherungen werden zudem gezwungen, schlechte Risiken zu einem nichtkostendeckenden Beitrag zwangszuversichern. Soviel Sozialismus will Merz nicht mehr mitverantworten müssen.

  2. Günter Wiese 6. Februar 2007 · 9:56 Uhr

    Gott sei Dank,
    jetzt braucht Friedrich nicht mehr
    seine Einkünfte offenlegen.
    Der Halbtagsjob auf Kosten der Steuerzahler hat ein Ende. Wirklich bewegt hat Amtsrichter Merz garnichts. Wir sollten ihm keine Träne nachweinen.Das Husarenstück mit der Deutschen Börse ist unvergessen, TCI sei Dank. Nur schade das nun gegen Merz kein Wahlkampf gemacht werden kann. Eine Interessante Auseinandersetzung findet nicht mehr statt. Eigensturheit gegen Allgemeinwohl, gepaart mit hoch dotierten Beraterverträgen und Aufsichtsratmandaten, wo ist da die politische Legitimation.
    Er hat sich nicht verdient fürs Sauerland, er hat verdient. Nachdem die Bundeskanzlerin Herrn Merz den Stuhl vor die Tür gesetzt hat, hätte auch die HSK CDU die Reisleine ziehen müssen, und Friedrichs monetärem Aufstieg ein Ende machen
    müssen.

    Günter Wiese

  3. Student 6. Februar 2007 · 17:19 Uhr

    Best buy, äh, bye bye.
    It is going to be lonly on stage without you.

    Crocodile and policeman

  4. Dirk (blog.nrwspd.de) 8. Februar 2007 · 15:21 Uhr

    der rückzug von merz sorgt jetzt doch für einigen wirbel: die pläne zur gründung einer eigenen partei (wie das handelsblatt berichtete) wurden heute dementiert. mal sehen, ob merz nicht doch den Schill-Lafontaine macht.
    und in einigen cdu-verbänden gibt es die ersten austritte (taz von heute): „Eine ähnliche Austrittswelle hatten wir nur im Zusammenhang mit der Spendenaffäre um Helmut Kohl“, sagte der Kreisgeschäftsführer der Siegener CDU, Werner Müller. Ähnlich sieht es im Kreis Olpe aus.“

  5. Klaus-Dieter 8. Februar 2007 · 20:09 Uhr

    Ich finde den Vergleich von Friedrich Merz mit Ronald Schill oder gar Oskar Lafontaine unglücklich. Merz war niemals ein populistischer Hasardeur wie Schill und gebar sich auch nicht ungeschickt als Elefant im Porzellanladen. Er ist auch kein linkstraditionalistischer Populist wie Oskar Lafontaine, der Ex-SPD-Chef. Im Gegenteil hat Merz eher unpopuläre Positionen vertreten und eben nicht die breite Masse angesprochen. Statt für mehr Umverteilung trat er für mehr Leistung ein. Statt mehr Staat wollte er weniger Staat.

    Mit Lafontaine stimmt die politische Grundausrichtung überhaupt nicht überein. Lafontaine steht links der SPD und Merz steht rechts des CDU-Mainstreams. Eine fragwürdige politische Figur wie Schill ist Merz auch nicht. An seiner persönlichen Integrität kann kein Zweifel bestehen. Merz würde niemals jemand mit Koks auf der Herrentoilette eines Edelrestaurants überraschen.

    Es ist aber wohl so, daß viele CDU-Mitglieder und Anhänger vom rechten Flügel der CDU mit der Entwicklung ihrer Partei nicht mehr zufrieden sind. Unter Merkel wird die CDU zu sozialdemokratisch, zu ostdeutsch, zu multikulturell und zu weiblich. Jürgen Rüttgers gilt in Nordrhein-Westfalen mittlerweile als der bekannteste sozialdemokratische Politiker. So wie die SPD ihren linken Flügel nicht mehr halten konnte (auch wenn Hannelore Kraft noch mal auf Arbeiterführerin macht), so hat die CDU zunehmend Schwierigkeiten, ihren rechten, den konservativ-bürgerlichen und nationalen Flügel einzubinden. Wer repräsentiert in der CDU diesen Flügel denn noch glaubwürdig?

  6. Walter Keim 5. Oktober 2007 · 15:05 Uhr

    Also ich bin froh, dass Merz, der Nebentätigkeitsparlamentarier sich zurückzieht.

    Nach eigenen Angaben braucht er die Hälfte seiner Zeit für seine Tätigkeit als Rechtsanwalt.

    Trotzdem gibt er bei den Anzeigenpføichtigen Angaben nichts an, was weniger als 1000.- EURO bedeutet.

    Kann das stimmmen?

    Walter Keim

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