Ich bin (noch) bekennender Raucher.

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Ich bemühe mich aber, an verschiedene Spielregeln zu halten: Im Büro wird nicht geraucht (weil Doppelbüro mit einem nicht-rauchenden Kollegen), am Bahnsteig verkrieche ich mich in die Raucherecken und beim Essen in Restaurants gibt es nur die Zigarette danach. Die Abschaffung der Raucherabteils in den Zügen finde ich gut. Zu Hause wird in der Wohnung auch nicht geraucht, wir gehen beide dafür nach draußen.
Es gibt aber noch Ausnahmen: in Kneipen rauche ich gerne beim Bier, wenn es ganz stressig ist und mein Kollege nicht da ist, rauche ich auch mal im Büro, bei Sitzungen gehe ich gerne mal raus auf den Gang, um da die Luft zu verpesten.
Jetzt hat meine Partei, die NRWSPD, einen Entwurf für ein Nichtrauchergesetz vorgelegt. Demnach soll es „ein einheitliches Rauchverbot für alle Gaststätten, für öffentliche Gebäude, auch solche mit einem öffentlichen Zugang und für den Öffentlichen Personennahverkehr“ geben.
Vorbei mit dem Rauchen beim Bier in der Kneipe. Rational verstehe ich das alles, trotzdem wären mir kleine Refugien in Kneipen lieber, in denen man doch noch Rauchen darf.
Was denkt ihr? Wie geht ihr mit eurem Laster um?


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17 Kommentare

  1. martin 14. Februar 2007 · 11:21 Uhr

    Rauchverbot? Sehr vernünftig! Warum sollte auch in einem Büro das rauchen verboten sein, in der kneipe (mit Angestellten) nicht?

  2. Anke 14. Februar 2007 · 14:21 Uhr

    Ich will nicht schreiben, an was mich dieser Hype erinnert.

    Wer in eine Kneipe gehen will, in der nicht geraucht wird, geht in eine Nichtraucher-Kneipe oder ein Nichtraucher-Café. Die gibt es bereits.

    Nichtraucher- und Raucherzonen in großen Restaurants und Kneipen.

    In geschlossenen öffentlichen Räumen Rauchverbot, aber mit Raucherzonen. Auf offenen Bahnsteigen von mir aus einen Raucher- und Nichtraucherbereich und mit Aschenbechern, die nicht vollgemüllt sind. Aber kein striktes Rauchverbot.

    In Büros, wenn Kolleginnen und Kollegen es wünschen, wird nicht geraucht. Sind sie den ganzen Tag nicht anwesend, sollte geraucht werden können.

    Und in Sitzungen sollten immer Pausen eingelegt werden, da die Aufnahmebereitschaft nach einer gewissen Zeit nachlässt.

    In „meinem“ Zimmer in der Wohnung wird geraucht. Kommt Besuch, die nicht rauchen, gehen wir auf den Balkon.

    Es lässt sich immer eine Lösung finden, wenn man will, und ich schreibe jetzt auch nicht, was ich von der ganzen Diskussion halte.

    Ach so und jetzt nicht aufzählen, was Raucher den Krankenkassen aufbürden. Ich beginne sonst mit Aufzählung….

  3. martin 14. Februar 2007 · 15:36 Uhr

    Sorry, aber erstens sind Kneipen „die Büros“ für die dortig angestelltens, zweitens gibt es keine rauchfreien Kneipen und drittens ist kein Raucher gezwungen in eine rauchfreie Kneipe zu gehen.

    „Sind sie den ganzen Tag nicht anwesend, sollte geraucht werden können.“
    Das mündet ganz praktisch dann darin, das während der Pausenzeiten des NR geraucht wird, kommt der zurück, wird zwar nicht geraucht, der Rauch steht aber noch im Zimmer…

    Es geht lediglich um die freie Selbstbestimmung von Bürgern und insbesondere Angestellten. Kein Raucher hat das Recht außerhalb seiner privaten Wohnung und draußen in nicht privaten Bereichen (Ämter, Kneipen) zu rauchen, und damit andere massiv zu schädigen.

    Zonen sind doch blödsinn, wie Nichtpinkelbereiche im Becken. Da Nichtraucher auch Angestellte sind hat an allen Arbeitsplätzen Rauchfreiheit zu gelten, natürlich die ganze Zeit.

  4. Anke 15. Februar 2007 · 7:16 Uhr

    Lieber Martin,
    von lüften hast du wohl noch nichts gehört. Und hast du das Beispiel von Dirk hinsichtlich des Büros, auf das ich mich beziehe, überhaupt gelesen?

    Ich werde auch nicht in eine rauchfreie Kneipen gehen und es gibt sie bereits sehr wohl. Und jeder Arbeitnehmer kann selbst entscheiden, wo er arbeiten möchte.

    Hier geht es nicht mehr darum, einen vernünftigen Kompromiss zu finden, es herrscht einfach nur noch Hysterie.

    Es geht auch um freie Selbstbestimmung. Sie wird aber mittlerweile von kompromisslosen Mitmenschen immer erheblicher eingeschränkt.

    Natürlich sind Zonen kein Blödsinn. Man merkt, dass Argumente ausgehen.

  5. 50hz 15. Februar 2007 · 14:01 Uhr

    Liebe Anne, mir scheint, Du hast einfach keine Ahnung (mehr), was man alles riechen kann, wenn man nicht selbst raucht. Ich merke es noch nach Tagen, wenn in einem Raum geraucht wurde. Und wenn in Bochum in den beiden Rauchzonen am Bahnsteig einer quarzt, muss ich sehr weit in den Regen ausweichen, damit mich das nicht mehr stört.
    Noch zwei Argumente für ein umfassendes Rauchverbot. Das erste zum Arbeitsplatz: Was, wenn der Chef raucht, sein Mitarbeiter aber lieber rauchfrei arbeiten will. Hat er Mut, Macht und Mittel, das durchzusetzen.
    Das zweite zur Öffentlichkeit: Viele Raucher sind leider wie viele Hundehalter – gedankenlose Schweinchen. Gib’s zu: Auch Deine Kippen landen auf der Straße, im Straßenbegleitgrün und fast nie im Taschenaschenbecher. Und mein Sohnemann kommt dann freudestrahlend auf mich zu, wedelt mit Deiner Giftfracht und ruft: „Guck mal Papa.“

  6. Jenny 15. Februar 2007 · 18:51 Uhr

    In Büros und öffentlichen Gebäuden finde ich das Rauchverbot ok, und damit kann sich auch jeder Raucher abfinden denke ich.Es könnte jeweils ein Raucherraum eingerichtet werden oder ein windgeschützter Platz im Freien zur Raucherzone erklärt werden.Damit sollten sich auch NR abfinden können. Auf der Straße ist das so eine Sache, aber wenn man dort das Rauchen ebenso verbieten würde, wäre es schon regelrecht diskriminierend. Es sollte auch für NR kein Problem sein sich 5 Schritte von dem Raucher zu entfernen (oder auch den Raucher bitten…soll auch helfen)und wenn man sich richtig hin stellt riecht man das auch nicht. Auch an Bahnhöfen sollte es bei den Raucherzonen bleiben. Ein NR muss sich ja nicht daneben stellen und hier kommt es auch darauf an wo man sich hin stellt,logo riecht man dass wenn man sich in Windrichtung stellt!
    In der Gastronomie sehe ich den größten Streitfaktor. Restaurants als NR-Zone finde ich ok. Für die Zigarette danach kann ein Raucher auch vor die Tür gehen. Aber in Kneipen finde ich das Rauchverbot nicht ok, denn das wird über kurz oder lang zu wesentlichen finantiellen Einbußen der Wirte führen. Diese Nichtraucherkneipen finde ich hier eine gute Lösung. Jeder Wirt so wie er es für angemessen hält. Wo die Möglichkeit besteht in einer Kneipe eine Nichtraucherecke einzurichten sollte dies auch bestehen das ist jedoch nicht immer räumlich möglich. Cafes sind denke ich genauso zu handhaben wie Kneipen.

    Achso,für Zigarettenstummel auf der straße kann man hohe strafen erlassen und genügend aschenbecher aufstellen…dann sollte das auch in den griff zu bekommen sein!

  7. 50hz 16. Februar 2007 · 8:47 Uhr

    Jenny! Wenn das am Ende dabei raus kommt, soll es mir recht sein ;-)

  8. Anke 16. Februar 2007 · 20:38 Uhr

    50hz
    Entschuldigung hinsichtlich des Namens angenommen. ;-))

    Bahnhof???
    An den Bahnhöfen, die ich kenne, sind die Raucherzonen jeweils am Ende der Gleise und nicht mittendrin und die Raucher stehen im Regen. Zudem sind offene Bahnsteige in der Regel derart zugig, dass man da nicht eingenebelt wird. Falls rauchen überhaupt erlaubt ist. Das gibt es mittlerweile auch schon.

    Außerdem finde ich den Qualm eines startenden Lkws schlimmer.

    Du unterstellst mir hier etwas, obwohl du mich nicht kennst. Wieso soll ich zu den Personen gehören, die die Kippen überall hinwerfen???

    Das ist ein riesengroßer Irrtum deinerseits. Ich habe einen Taschenaschenbecher. Wenn der nicht zur Verfügung steht, mache ich die Zigarette aus und werfe sie in den nächsten Mülleimer. Und ich passe sogar auf, dass keine Glut mehr vorhanden ist, damit der Mülleimer nicht brennt…. ;-)

    Du unterstellst mir, dass ich keine Gerüche mehr wahrnehme. Schon wieder ein großer Irrtum. Mein Hobby ist die Parfümherstellung und das geht nicht ohne einen empfindlichen Geruchssinn. Ich merke auch, ob ständig oder nur ab und zu geraucht wird. Und ehrlich gesagt, mir ist dieser „Dunst“ lieber, als so mancher Geruch, der von Maschinen oder sonst etwas kommt. Und starker Parfümgeruch kann auch eine Belästigung sein.

    Und falls du jetzt mit schlechtem Vorbild kommst. Meine Kinder sind über die Gefahren informiert und rauchen beide nicht und sie werden es auch nicht. Aus dem Probieralter sind sie nämlich schon hinaus. Und wir haben immer Rücksicht auf die Kinder genommen. (Nichtrauchen im Auto, unser Raucherzimmer oder rauchen auf dem Balkon.)

    Zum Chef – da gibt es die Arbeitsstättenverordnung. Und man wird doch manns/frau genug sein, um das seinem Chef mitzuteilen und eine Vereinbarung zu treffen.

    Ich denke, ein vernünftiges Miteinander lässt sich auch ohne diesen ganzen Hype vereinbaren. Jede Situation ist anders. Eine vollständige gesetzliche Regelung lässt dann keine der Situation angepasster Vereinbarung zu und das finde ich ärgerlich.

  9. Jens 18. Februar 2007 · 13:27 Uhr

    @Anke:
    Und jeder Arbeitnehmer kann selbst entscheiden, wo er arbeiten möchte.
    Also soll demnächst eine Kellnerin in einer Bar ihren ggf. sicheren Job aufgeben, nur weil sie den Rauch nicht mehr ertragen kann?

    Das fand ich ja so idiotisch an dem vorgeschlagenen bundeeinheitlichen Anti-Rauch-Gesetz: In Restaurants wäre das Rauchen verboten gewesen, in Bars/Kneipen nicht. Warum sollten Angestellte in Restaurants besser geschützt werden als in Bars/Kneipen? Soll eine schwangere Kellnerin, nur weil sie das Pech hat, in einer Bar zu arbeiten, ihren Job aufgeben, während ihre Freundin, die in einem Restaurant arbeitet weiter arbeiten kann?

    In anderen Ländern klappt es mit den rauchfreien Bars/Kneipen/Restaurants auch (Beispiel Italien), da sollte man das hier auch machen.

    Das sich die Bundesregierung nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, als das Bundesgesetz aufgegeben wurde ist eine ganz andere Sache. Da scheint wohl eine gewisse nikotinaffine Lobby sehr erfolgreich gewesen zu sein.

  10. Pottblog 18. Februar 2007 · 13:51 Uhr

    Nichtraucherschutz: “Herr, wirf Hirn vom Himmel!”…

    Also je mehr ich von unserer Bundesregierung in Sachen Nichtrauchergesetz o.ä. höre, um so mehr möchte ich den klassischen Ausspruch “Herr, wirf Hirn vom Himmel!” laut gen Berlin rufen schreien!
    Vorweg: Ich bin Nichtraucher. …

  11. Nobbi 19. Februar 2007 · 9:14 Uhr

    Irgendwie kommt mein Trackback anscheinend nicht durch. Oder liegt es daran, dass ich äußerst kritisch gegenüber den eigenen Genossinnen bin, Dirk ;-)? Die URL mal eben so als Versuch *g*: http://www.webnobbi.de/?p=1108

  12. Anke 20. Februar 2007 · 18:17 Uhr

    @jens:
    Dein Argument hinkt. Es gibt haufenweise Berufe, die gefährlicher sind und die auch für allergische Reaktionen verantwortlich sind. Oder willst du jetzt auch z.B. Dauerwellen und Haarspray beim Friseur verbieten??

    Leute mit Asthma werden diesen Beruf nicht ergreifen. Leute, die Rauch nicht abkönnen, werden diesen Job nicht ergreifen. Jemand, der kein Blut sehen kann, wird auch nicht gerade in der Chirurgie arbeiten.

    Wer bis jetzt in Kneipen oder Restaurants angefangen hat, weiß auch, dass da geraucht wird.

    Hast du schon mal etwas von der Bäckerallergie mit Asthma gehört? Die Hausfrauenallergie?

    Oder eine Steinstaublunge? Oder Asbestose? Oder Adenokarzinome der Nasenhaupt- und Nasennebenhöhlen durch Stäube von Eichen- oder Buchenholz.

    Schau` dich mal im Netz um und überlege genau, welcher Beruf nicht Gefahren mit sich bringt.

    Ich bleibe dabei – da wird viel Wind gemacht. Und es richtig Mode geworden, Raucher zu mobben. Die Spaltung ist gelungen.

  13. Student 2. März 2007 · 17:07 Uhr

    Ja, ich bin Raucher.
    Ja, man sollte den Damen und Herren Ex-Stasispitzeln (heute Hartz-Spitzel) beim Stasi-, äh Arbeitsamt das rauchen verbieten. Schliesslich können es sich all die jungen Menschen nicht aussuchen ob sie dahin gehen oder nicht. Sonst bekommen wir/sie ja auch (dank SPD) empfindlich schnell die Knete abgezockt. Anrufen lasssen sich die Damen und Herren aus Clements/Müntes Spitzelamt ja auch nicht so gerne (geht zumindest nie einer ran, trotz 4 cent/minute) .

    Ansonsten finde ich die Hysterie mit der diese Sau durchs Dorf getrieben wird peinlich bis gefährlich. Wieder einmal hat man eine Gruppe ausgemacht, die für alles mögliche was man in den letzten Jahren politisch so versaut hat, den Kopf hinhalten soll.

    Vor dem Hintergrund des Klimawandels, grassierender Massenarbeitslosigkeit und armut, weltweit geheim operierender, folternder deutscher Soldaten gibt es imho wahrlich wichtigeres zu tun.

    Wenn ich als Raucher mich entsprechend einzuschränkem habe, so erwarte ich gleiches auch von anderen Interessengruppen.
    Wie kann es sein das weiterhin 2 Millionen Pendler pro Woche in meine Heimatstadt einfahren dürfen ? (Stw. Feinstaub, schon mal gehört ?)

    Wie kann es sein das SUV´s nach wie vor nicht aus dem deutschen Strasssenverkehr verschwinden obwohl die tödliche Gefährdung unserer Kinder durch sie längst bewiesen ist ?

    Wie kann es sein das kranke Menschen seit den letzten beiden sogenannten Gesundheitsreformen (Todesengel Schmidt sei´s gedankt mit SPD beteiligung durchgeboxt)überall alle möglichen Daten preisgeben müssen um das mindeste was Ihnen zusteht, den NACHTEILSAUSGLEICH, zugestanden zu bekommen.

    Und da haben sie Zeit sich über das rauchen gedanken zu machen. Für mich ist das Hochverrrat. Gute Nacht !

  14. endlichraucher.de 3. April 2007 · 23:15 Uhr

    Deswegen wird einfach weitergeraucht…

  15. Harald Damm 4. Mai 2007 · 17:58 Uhr

    Es ist nicht zu glauben was Menschen alles von sich geben.
    Geht es den nicht, um die sache beim Kern zu nennen darum das die einen sich Persönlich belästigt fühlen durch Raucher, die Raucher werden in Ihren Persönlichkeitsrechten eingeschränkt, was absolut auch nicht richtig ist.
    Das bedarf garkeiner Regelung, gegenseitige Rücksichtnahme würde reichen und Nicht Raucher Zonen in der Gastronomie.

  16. endlichraucher.de 11. Mai 2007 · 11:22 Uhr

    *zustimm*

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.