Beim Schulbesuch im Kreis Euskirchen der nordrhein-westfälischen Schulministerin Barbara Sommer ist es zum Eklat gekommen. Eine Mutter eines achtjährigen Jungen beschwerte sich über die Zustände in der Grundschule. Der Schulleiter Karl-Heinz Reetz unterstütze die Mutter und sagte, er habe in 41 Jahren Schuldienst derartige Zustände noch nicht erlebt. Auch andere Schulleiter schilderten ähnliche Situationen an ihren Schulen. Da platze der Ministerin der Kragen und ging Herrn Reetz persönlich an. Die anwesenden Eltern forderten die Ministerin auf, sich bei dem Schulleiter zu entschuldigen. Das tat die Ministerin aber nicht. Die Zustände an den Grundschulen wurden wie folgt beschrieben: 224 Schüler – 5 Lehrer. Drei Aushilfslehrer kommen mehrmals wöchentlich aus Blankenheim. Schulleiterstellen sind seit langer Zeit vakant. Teilweise müssen zwei Klassen (58 Kinder) von einem Lehrer in einer Mehrzweckhalle unterrichtet werden. (Aus der Kölnischen Rundschau vom 07.03.2007)


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6 Kommentare

  1. Karin 15. März 2007 · 15:18 Uhr

    Nicht nur in Euskirchen gibt es Unmut über die Schulpolitik der CDU/FDP-Landesregierung. Auch bei einer Bildungs-Stadtteilkonferenz gestern in Mülheim an der Ruhr äußerten Eltern und Lehrer heftige Kritik am neuen Schulgesetz. Nach dem Schulgesetz können Grundschulklassen zum Beispiel erst ab 36 Kindern in 2 Klassen getrennt werden. Wie soll bei einer Klassenstärke mit über 30 Kindern von den Lehrern noch individuelle Förderung geleistet werden? Wie auf individuelle Probleme eingegangen werden? Gerade im Elementarbereich ist eine intensive Betreuung notwendig. Leider traf die Kritik die Falsche – nämlich die Oberbürgermeistern (SPD).

  2. Benno 15. März 2007 · 15:52 Uhr

    Frau Sommer scheint ernsthaft mit ihrem Job überfordert zu sein, wenn sie noch nicht mal sachlich auf Kritik reagieren kann und nichts Besseres zu tun hat, als die Lehrer, die ihre verkorkste Schulpolitik umsetzen müssen, zu allem Überfluss auch noch zu beschimpfen.

    @Karin:
    Dass Klassen von mehr als 30 Kindern schädlich für die individuelle Förderung sind, kann ich nur bestätigen. Meine Klasse in der Grundschule bestand damals, wenn ich mich recht erinnere, aus 31 Schülern (mich eingeschlossen). Das Ganze endete dann mit dem Erfolg, dass einige Schüler selbst am Ende der vierten Klasse immer noch nicht richtig lesen und schreiben konnten.

    Wenn Schwarz-Gelb diese fatale Entwicklung nur noch weiter verschärft, brauchen wir uns endgültig keine Sorgen mehr um bessere PISA-Werte zu machen.

  3. .peter 16. März 2007 · 21:09 Uhr

    Öhem, um mal was kritisches einzuwerfen:

    Als angehender Lehrer (Hessen) weiß ich zufällig, dass Schulleiterstellen für Grundschulen grundsätzlich nicht gerade die gefragtesten sind, gesucht wird überall, und im übrigen nicht erst seit die CDU hier und da das sagen hat, daran sind auch wir schon Schuld gewesen.

    Ein Stück weit kann ich die Frau daher verstehen, wenngleich die Lösung ja sehr einfach wär: Höheres Salär und weniger Stunden für Leiterstellen, damit die genug Zeit haben was zu machen … im Gegensatz zum jetzigen Zustand.

  4. ccoaler 20. März 2007 · 1:15 Uhr

    Im Moment verwaltet Herr Steibrueck zweifelos Mehreinnhamen. Das ist der eine Punkt.
    Der andere Punkt ist ein gewisser Helmut Kohl, der 1982 irgendwas von der geistig moralischen Wende palaverte.
    Kuerzlich habe ich auf RTL einen Bericht von Schrowange gesehen, der die Zustaende in Berlin Marzahn beschrieb. Diese Heuchler sollen doch nicht so tun, als ob sie mit dieser Leere irgendwas anderes schaffen wuerden, als eine Einladung, sich Pornos aufs Handy zu laden.
    In Koeln soll in Kuerze eine moslemische Schule aufgemacht werden. Was denkt sich Herr Ruettgers eigentlich bei so einem Dreck? Sagenumwobenes Mitglied der christlich demokratischen Union? Die kriegen zehn Millionen aus Dubai fuer den Sandkasten und der Rest der Republik steht da wie ne Horde von Legastenikern.

  5. betty 23. März 2007 · 19:34 Uhr

    Also, ich finde es schon ziemlich schlimm, dass die CDU – nicht nur in NRW – immer noch an ihren altbackenen Rezepten klebt: Da wird immer wieder deutlich gemacht, wie stark unser Bildungssystem anderen hinterher hängt. Gerade in Zeiten des demografischen Wandels (immer weniger Kinder) kann man doch die Gunst der Stunde postiv nutzen und endlich damit anfangen, Kindern eine längere gemeinsame Schulzeit zu ermöglichen. Ich finde, wir brauchen ein Schulsystem, bei dem alle mindestens bis zur 6. Klasse zusammen bleiben. Und als Berufstätige kann ich nur sagen, unsere Schulen sollten alle im Ganztagsbetrieb gefahren werden und zwar qualitativ hochwertig und das kostet eben Geld.

  6. TTM 24. März 2007 · 9:40 Uhr

    Nun ja :-) Leider sind die miserablen Zustände unserer Schulen wohl eher auf eine jahrelange verfehlte Politik der SPD und der Grünen zurückzuführen. Das die äußerst erfolgreiche Koaliation aus CDU / FDP nicht alle Schandtaten der vorherigen Landesregierungen nicht wett machen kann seit Antritt (zu kurz im Amt), sollte jedem Einwohner NRW’s wohl klar sein. Zumindest die angeleiteten Umstrukturierungen lassen ja einen Schritt in die richtige Richtung erkennen.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.