Gestern morgen demonstrierten ca. 100 Kolleginnen und Kollegen von ver.di zu einer kurzen Kundgebung gegen die Konzernpolitik der Telekom hier vor der SPD-Landeszentrale. Unser Generalsekretär Mike Groschek sprach zu den Demonstranten und richtete dabei auch einige deutliche Worte an den Telekomvorstand, wie Ihr in diesem kurzen Video sehen könnt. Das Video hat leider nicht ganz die Bild- und Tonqualität wie sonst, da ein Kollege es nur spontan mit wackeliger Handkamera mitgefilmt hat. Die Aussagen sind es aber trotzdem wert, sich das Video anzusehen, finde ich. Und am Applaus der ver.di-aner gemessen, haben die das wohl auch so gesehen.

Link: Mike Groschek bei ver.di



Zum gleichen Thema hat das Präsidium der NRWSPD gestern abend eine Resolution einstimmig beschlossen, die deutlich Stellung bezieht zur Art und Weise, wie der Telekomvorstand im Moment gegen den Streik argumentiert. Hier der Text der Resolution:

NRWSPD erwartet von Telekom Verhandlungen statt Verkaufsdrohungen

Die mehr als 50.000 Beschäftigten der Deutschen Telekom, die von der Ausgleiderung potentiell betroffen sind, haben ein Recht auf einen fairen Interessenausgleich. Die NRWSPD erwartet vom Vorstand der Deutschen Telekom Verhandlungen auf gleicher Augenhöhe mit den Beschäftigten. Streikbrecher mit Geldprämien zu kaufen und mit dem bedingungslosen Verkauf von Unternehmensteilen zu drohen, widerspricht grundsätzlich dem Prinzip der Sozialpartnerschaft. Das Unternehmen muss sich auf dem Verhandlungswege mit ver.di als der gewerkschaftlichen Interessenvertretung ihrer Beschäftigten verständigen.


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6 Kommentare

  1. Behrenspöhler Udo 16. Mai 2007 · 17:56 Uhr

    Liebe Genossinnen und Genossen,
    ja so handeln nun mal Vorstände, für ein Judastagegeld von 50Euro versuchen sie Menschen zu Streikbrecher zu machen. Da sind sie alle aus dem gleichen Holz geschnitzt. Die Vorgehensweise deckt sich mit der Politik der Landesregierung, die da lautet „Privat vor Staat“
    Aber wir (mit wir meine ich die SPD) sind an dieser Situation nicht ganz unschuldig, weil auch wir diesen privatisierungswansinn in der Vergangenheit mitgemacht haben.Wir sind auf dem Weg in eine Tagelöhnergesellschaft und halten das auch noch für die Lösung unserer Arbeitsmarktprobleme.Die Kolleginnen und Kollegen bei der Telekom brauchen die Unterstützung und Solidarität nicht nur von Gewerkschaftern, sondern aus der ganzen Bevölkerung.

    In Freundschaft,
    Udo Behrenspöhler

  2. Peter L. 25. Mai 2007 · 13:17 Uhr

    Wenn wir schonmal beim Thema Lohndumping sind….

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,484933,00.html

    *kopfschüttel*

  3. UnrasiertundLanghaarig 1. Juni 2007 · 3:14 Uhr

    Rrrrrrichtisch !!!!!!

    Eine SPD die zum xten mal Steuergeschenke an die Untenehmerschaft verteilt während Sie (die SPD) Arbeitslose in den offenen Strafvollzug (Hartz IV !!!!!!!!) schickt hat leider auch kein besseres Profilk mehr.

    Zum Glück lässt sich die Verarschung der linken Wählermehrheit (51% bei der letzten Bundestagswahl) vor allem durch den erzkonservativenm den Seeeheimere Kreis (Keimzelle STASI II) nicht mehr kaschieren.

    Jede/r weiß was er tut wenn er/sie weiterhin die Selektionspartei Deutschlands wählt.

    Wer chronisch Kranke tot macht hat selber keine Perspektiven mehr verdient.

  4. Roter Baron 12. Juni 2007 · 21:59 Uhr

    @ UnrasiertundLanghaarig
    Ich finde es ziemlich geschmacklos wie Du hier auf der SPD rumhackst, während es um die Arbeitsplätze von Tausenden geht.
    Dass Die SPD in der Vergangenheit auch Fehler gemacht hat, ist ohne Frage. Aber wir haben gerade in NRW eine Landesregierung, die mit Turbokapitalismus Menschen in unmenschliche Arbeitsverhältnisse zwingt, Gelder aus dem Bildungssystem abzieht um sie in die Schweinezucht zu stecken und die soziale Selektion in Schulen und Universitäten weiter vorantreibt.
    Der SPD mag man viel vorwerfen können, aber das, was unsere jetzige Landesregierung treibt, ist eine Katastrophe, die ihresgleichen sucht.

  5. UnrasiertundLanghaarig 13. Juni 2007 · 18:06 Uhr

    @Roter Baron

    Die SPD war und ist halt die Partei die Alte, Kranke und Arbeitslose abschreibt, qua Hartz IV kriminalisiert und in Zwangssituationen bringt.

    Wahr ist doch:
    Gesundheitsreform und Hartz IV, von den Steuergeschenken für die Unternehmer ganz zu schweigen, haben eine neue Unterschicht in Deutschland erzeugt in der Menschen entwürdigt, ausspioniert und abgeschrieben werden.
    Dafür steht die SPD Bundesweit !

    So Leid mir die Mitarbeiter der Telekom tun.
    Wahr ist doch: Die haben noch einen Job !

    Was immer die CDU Landesregierung in NRW gerade tut. Die SPD Granden aus entsprechendem Bundesland haben sich auch nicht gerade durch ihren Sinn für Gerechtigkeit hervorgetan.
    Das ein Telekom Vorstand so handelt. Tja, da darf man halt nicht derart naiv auf die Vernunft der Bosse hoffen mit denen der eigene Parteivorstand offensichtlich unter einer Decke steckt. Der Vorstand eines Unternehmens hat halt nunmal die Gewinnmaximierung zum Ziel.

    Ich finde es durchaus legitim darauf hinzuweisen das die SPD als politische Kraft heute halt doch eher für Selektion und Umverteilung nach oben steht als sonstwas.

    Der Schimanski-Tatort neulich hat das Thema Hartz IV übrigens sehr anschaulich, realistisch dargestellt und deutlich gemacht:
    Menschen werden der Willkür von unqualifizierten (ach nee. So unqualifiziert sind sie ja doch nicht. Ich vergaß,Clement hatte ja damals aus ehemaligen Stasibeständen Mitarbeiter angefordert) Arbeitsamtmitarbeitern unterworfen und können dann halt zu allem gezwungen werden.

    Die SPD Bourgeoisie nennt das Fordern und Fördern.
    (Ich nenne es indirekte Zuhälterei)

    Sollen wir da lachen oder weinen Herr von Richthofen ?

  6. Joachim Neumann 15. Juni 2007 · 13:54 Uhr

    hallo,
    nur ein harter und erfolgreicher Kampf von Verdi und den Telekom Mitarbeitern kann dieses Krebsgeschür Outsourcing mit hinnahme von Verlusten für die Mitarbeiter stoppen. Die Politiker von SPD und Union habe uns das eigebrockt. Jetzt hilft nur noch kämpfen. Ich erläre mich auch solidarisch mit den Steikenden der Telekom.
    Ich hoffe sie halten durch und zwingen die Telkom zur Einhaltung der bestehenden Verträge ohne wenn und aber.

    Gruss
    Joachim Neumann
    Mitglied der WASG

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