Archiv: September 2007

Heute erscheint zum letzten Mal die nordrhein-westfälische Ausgabe der Zeitung „Welt-Kompakt

Wie der WDR berichtet, wird der Axel-Springer-Verlag ab Montag auch in NRW nur noch die einheitliche Bundesausgabe herausgeben. Damit ist die Welt-Kompakt nach der Süddeutschen Zeitung und der TAZ nun die dritte überregionale Zeitung, die ihre NRW-Ausgabe einstellt. Einzig die Welt am Sonntag wird weiterhin in einer Sonderausgabe für Nordrhein-Westfalen erscheinen.


Da wollte unser Ministerpräsident sich einmal ganz volksnah und kinderlieb präsentieren und liefert stattdessen einmal mehr eine Lach- und Sachgeschichte. Unter dem Motto „Rückenwind für jedes Kind“ lud Kinder- und Jugendminister Armin Laschet am Dienstag, 11. September rund 500 Kinder und Jugendliche zum Kinderforum mit Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und den Ministerinnen und Ministern des Landeskabinetts ein.


In einer Fragerunde sollte sich Jürgen Rüttgers persönlich den Fragen der anwesenden Kinder stellen. In der Ankündigung heißt es: „Dort können Mädchen und Jungen aus allen drei Altersstufen ihre Wünsche, Fragen und Anliegen direkt dem Ministerpräsidenten und den beiden für Kinder und Jugendliche zuständigen Ministern vortragen und mit ihnen besprechen.“ Doch die Fragen kamen nur von einem Kind: dem als „Kindermoderator“ (Link gelöscht) vorgestellten 9jährigen L (gelöscht). Wer hier noch keinen Verdacht schöpfte, (gelöscht) der sollte spätestens während des Interviews hellhörig werden:
„Wenn NRW eine Mannschaft wäre, dann wäre der Ministerpräsident ja der Kapitän. Ist er denn auch für uns Kinder da?“ , lautete eine der Fragen, die der (gelöscht) Kindermoderator zu Tage förderte. Spätestens hier sollte wohl jedem klar gewesen sein, dass ein Kind von neun Jahren, gesetzt den Fall es interessiert sich überhaupt für Politik, nicht zu solchen Formulierungen greifen würde.

Dies dachten sich auch die Mitarbeiter des WDR und berichten im WDR2-Radio Folgendes: Der „Kindermoderator“ ist der Sohn des Pressesprechers der CDU-Schulministerin. Den ahnungslosen Gästen der Veranstaltung wurde diese Information natürlich vorenthalten.


„Alarmstufe Rot: unsere Kinder sind bedroht!“, „Keine Kürzungen bei den Kurzen“ oder „KiBiz ist Müll“ sind nur einige der Aufschriften auf den zahlreichen Transparenten, die am Samstag vor dem Landtag zu sehen waren. Kreativ und einfallsreich zeigten über 15 000 Eltern, Kinder und Erzieher ihren Unmut über die Landesregierung und deren Gesetzesvorhaben. In Anspielung auf Familienminister Armin Laschet (CDU) riefen sie lautstark: „Laschet sein“ (Lasst es sein) oder „KiBiz ist Mumpitz, Herr Minister, treten sie zurück – und das sofort.“ Die am meisten Betroffenen –die Kinder selber- unterstützen ihre Eltern und Kindergärtnerinnen mit Rasseln und Trillerpfeifen.

Link: Demonstration gegen das KiBiz


„Wir wollen den freien Zugang zu Informationen, zu Bildung und Wissen. Eine gerechte Gesellschaft muss Chancengleichheit verwirklichen. Jede Form der Ausgrenzung durch mangelnde Bildungschancen müssen wir überwinden.“ Dieses ist ein kurzer Ausschnitt aus dem Grundsatzprogramm einer der im Bundestag vertretenden Parteien. Doch welcher? Der SPD? Der Grünen? Oder vielleicht doch eher der CDU/ CSU oder der Linken? Zugegeben, gar nicht so einfach.
Dieses ist nur eine von 25 Fragen des „Financial Times“-Wissensquizes mit dem Thema „Kennen Sie unsere Parteien?“. Da den Parteien häufig vorgeworfen wird, dass sie sich kaum voneinander unterscheiden, entschloss sich die Financial Times Deutschland zu diesem Wissensquiz, in dem mit Hilfe von 25 Aussagen aus Programmen und Grundsätzen das Wissen über das Profil der Parteien abgefragt wird. Wetten, dass selbst der fachkundigste Politikwissenschaftler oder Politiker nicht alle Passagen der richtigen Partei zuordnen kann?

collage5.gif


Die Beerdigung des Landespersonalvertretungsgesetz (LPVG) und dem damit verbundenen massiven Abbau der Mitbestimmung fand nicht in aller Stille statt. Direkt vor dem Düsseldorfer Landtag, in dem nahezu zeitgleich über das Gesetz abgestimmt wurde, beerdigten der Deutsche Gewerkschaftsbund (dgb) und der Deutsche Beamtenbund (ddb) symbolisch die Mitbestimmung in Nordrhein-Westfalen. Ein Trauerkranz, ein Sarg und einige Trauergäste verdeutlichten die Missstimmung der Gewerkschaften, der SPD und des Bündnis 90/ Die Grünen.

Link: Beerdigung des LPVG


Man stelle sich einmal vor: während der Lektüre der lokalen Nachrichten bekomme ich individuell auf mich zugeschnittene Berichterstattungen, es braucht kein langwieriges Selektieren der für mich persönlich weniger relevanten Informationen mehr, sondern in erster Linie erhalte ich alles für mich persönlich Wissenswertes. Zukunftsvisionen? Nicht mehr lange, denn nach den Plänen der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung soll es ab Oktober eine aufsehenerregende Internetseite geben – wie die ZEIT in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet -, die ihren Schwerpunkt den lokalen Nachrichten widmet. Soweit nichts neues. Das Neue an der geplanten Seite der WAZ ist, dass sie ein persönlicher Stadtplan werden soll, der voller Nachrichten und Bilder ist. Ein Online-Leser kann künftig seine Adresse angeben, wenn er die WAZ dann im Netz besucht, wird er einen Stadtplan sehen, in dessen Mitte seine Wohnung liegt. Darum herum blinken kleine Nachrichten, die von etwas handeln, das sich in unmittelbarer Nähe ereignet hat. Diese Anordnung kann Standards setzen, denn sie überträgt das Prinzip der Lokalzeitung in eine andere Form. Eine Form, die zum Internet passt und absolut neu ist.

waz2.gif
So sieht die heutige Internetpräsenz der WAZ aus…


Nach einwöchigen Mahnwachen an mehreren Bergbaustandorten in NRW hat die Jugendorganisation der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG-BCE) heute einen Aktionstag vor dem Landtag initiiert.
Nach dem Motto „Nicht auf unserem Rücken! Jugend braucht Ausbildung!“ wurde von der Landesregierung die finanzielle Förderung von Ausbildungsplätzen gefordert.

Link: Rede von Michael Vassiliadis

Hintergrund ist die schlechte Situation auf dem Ausbildungsmarkt. Den steigenden Schulabgängerzahlen stehen bundesweit immer weniger betriebliche Ausbildungsplätze gegenüber. Im Ruhrgebiet ist die Situation besonders besorgniserregend, da die Deutsche Steinkohle AG (DSK) wegen des von der Landesregierung angestrebten Kohleausstiegs gezwungen wird, ihre Ausbildungsneueinstellungen in diesem Jahr von 630 auf 284 um mehr als die Hälfte zurückzustufen.

Hier gibt es alle Videos der Veranstaltung!


Politik, nur etwas für Erwachsene? Weit gefehlt, spätestens mit dem Eintritt in die Schule kommen Kinder zum ersten Mal mit Politik in Berührung. Oft ganz beiläufig machen die Grundschüler erste Erfahrungen mit Politik, zum Beispiel durch die Klassensprecherwahl, die Berichterstattung während der Bundestagswahl in den Medien oder dem Straßenwahlkampf in der Wahlzeit, in der besonders Kinder häufig mit Luftballons oder Süßigkeiten beschenkt werden. Warum also keine Politik-Internetseite einrichten, die sich speziell an jüngere Mädchen und Jungen wendet?
KuppelKucker.de ist ein Angebot des deutschen Bundestages für Kinder zwischen acht und 14 Jahren. Mit vielen Informationen, aber auch interaktiven Mitmachmöglichkeiten sollen die jüngsten Bundesbürger für das Themenfeld Politik begeistert und spielerisch erstes Wissen über demokratische Prinzipien vermittelt werden.

kuppelkucker.gif


„Gute Arbeit heißt für mich: Ein Lohn, von dem man leben kann.“ Für jeden Menschen ist gute Arbeit sicherlich etwas anderes, beispielsweise, dass Erfahrung respektiert wird, eine Absicherung trotz flexibler Arbeit gewährleistet wird, eine Ausbildung mit Perspektiven oder Betreuung auch für die Kleinsten. An alle, die sich gute Arbeit wünschen, richtet sich die neueingerichtete Homepage www.gutearbeit.spd.de, die der sozialdemokratische Generalsekretär Hubertus Heil am 13.September vorstellte.

gute-arbeit.gif


Oftmals ist es für den Wähler kurz vor einer Wahl nicht einfach, eventuelle Widersprüche in den Reden eines Politikers zu entdecken oder ihm genaue Positionen zuzuordnen. Viele stellen sich die Fragen: Hat der Politiker nicht vor einiger Zeit noch das genaue Gegenteil behauptet? Steht seine damalige Aussage nicht im Kontrast zu den jetzigen Reden? Und welche Position nimmt der politische Kontrahent ein?
Australische Bürger haben in der nahen Zukunft keine Probleme solcher Art mehr: Die Internetsuchtmaschine google will ihnen mit einer neuen Website (www.google.com.au/election2007) die Entscheidungen bei den anstehenden Parlamentswahlen erleichtern.

google-australien.gif


Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.