Wahlkampfzeit ist immer dann, wenn auf den Straßen Luftballons, Aufkleber und Stifte verteilt werden, wenn zahlreiche Plakate die Straßen säumen – und wenn die Parteien durch Wahlwerbespots im Fernsehen quasi ominpräsent sind. Eines von diesen Videos zu gestalten, davon haben sicherlich viele Politikinteressierte schon einmal geträumt.
In den USA kann dieser Traum für einen Bürger bald wahr werden, denn Gouverneur Mitt Romney hat alle interessierten US-Amerikaner aufgefordert, seinen TV-Wahlkampfspot für die Wahlen 2008 herzustellen: Getreu dem Motto „Create your own ad! Governor Mitt Romney wants you to make his campaign’s new official TV advertisement.“ legt er seinen zukünftigen Erfolg ganz in die Hände der amerikanischen Bürger.
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Das Interesse der Amerikaner an der Gestaltung der TV-Spots ist groß, zahlreiche Videos sind schon eingegangen. Gestaltet wurden diese alle mit Hilfe der webbasierten Videobearbeitungsplattform Jumpcut; ein Novum, dass das Wahlkampfvideo eines Spitzenpolitikers auf einer Internetplattform hergestellt wurde!
Welches Thema der Werbespot behandelt, ist zunächst zweitrangig, da können die Bewerber in einem gewissen Rahmen kreativ sein. Auf der offiziellen Seite heißt es dazu: „In fact, your act can have practically any theme you choose as long you support the campaign creatively and responsibly.” Eine kleine Hilfe bekommen die Amerikaner jedoch: das Team um Mitt Romney stellt Fotos, Videos und Audioclips bereit, aus denen sich die Bewerber bedienen können.

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Die Reaktionen auf diese interaktive Aktion Romneys sind unterschiedlich, zumeist jedoch positiv. In einigen Kommentaren beschreiben Amerikaner ihre (zum Teil jedoch auch ironisch gemeinten) Ideen, wie so ein Video aussehen könnte. Andere sind eher der Überzeugung, so ein Wettbewerb könnte einen Bummerang-Effekt haben und viele Bewerber würden Parodien einsenden (“Romney has just opened the door to a whole world of parodies that will make him regret ever doing this; there’s just too much material for people to work with.”).
Eines ist ein gutes Jahr vor der US-Amerikanischen Wahl aber jetzt schon klar: noch nie gab es einen Wahlkampf, der so interaktiv war und der so sehr darauf ausgerichtet war, die Amerikaner zu begeistern und mit einzubinden. Das Interesse der Amerikaner, bei diesem Wahlkampf selber aktiv zu werden, ist groß, wie etwa auch bei der Youtube-Befragung zu sehen war.


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