Als ein Schritt, um der zunehmenden Politikverdrossenheit entgegenzuwirken, ist die Aktion „Frage nach Berlin“ gedacht. Bürgerinnen und Bürger hatten die Möglichkeit, ihre ganz persönliche Frage in Form eines Videos zur ARD zu schicken, die dieses wiederum im Rahmen des ARD-Morgenmagazins oder des ARD-Mittagsmagazins Spitzenpolitikern vorspielte.

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In dieser Woche wurde das ganze dann ausgestrahlt, unter anderem stellten sich die SPD-Politiker Peer Steinbrück und Kurt Beck den Fragen der Bürgerinnen und Bürger.

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Kurt Beck antwortete auf Zuschauerfragen aus den unterschiedlichsten Bereichen, z.B. zu den Themen „Rente“ oder „Bundestrojaner“ . „Was würden Sie als Kanzlerkandidat besser als Frau Merkel machen?“ war eine weitere Frage an den SPD-Vorsitzende. Beck betonte, dass er wirtschaftlichen Erfolg, ökologische Verantwortung sowie soziale Gerechtigkeit stärker in Balance bringen möchte. Des weiteren erklärte er, dass „es in Deutschland nie eine Partei geben wird, die enger als die SPD mit den sogenannten kleinen Leuten verbunden ist“.

Peer Steinbrück nahm Stellung zu den Themen Goldreserven, Hedge-Fonds oder Steuersenkungen. Ein Bürger wollte wissen: „Wann, wenn nicht jetzt, werden Schulden zurückgezahlt?“. Zum Thema Steuersenkungen erklärte Steinbrück, dass es vor einigen Jahren eine Steuererleichterung gegeben habe und dass die Einkommenssteuer und die Lohnsteuer infolgedessen gesenkt worden seien. In Bezug auf die Frage nach einer erneuten Steuersenkung meinte der Finanzminister, dass zuerst einmal ein Einstieg in die Entschuldung gefunden werden müsse, bevor über andere Dinge geredet werden könne.
Ich finde, die beiden präsentierten sich gut.

Die „Frage nach Berlin“-Aktion ist sicherlich ein guter Anfang, um die Bürger interaktiv mit in das Politikgeschehen einzubeziehen. Doch was ansonsten noch alles möglich ist, wird bei einem Blick in die USA klar. Dort fanden etwa Youtube-Befragungen statt, die meisten Politiker haben eigene Blogs oder Mitt Romney veranstaltet einen Wettbewerb, bei dem sein eigenes Wahlkampf-Video gestaltet werden soll. Trotz „Frage nach Berlin“-Aktion sind wir in dieser Hinsicht sicherlich noch ein Entwicklungsland.


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