Nationalistisch, islamistisch oder christlich-fundamentalistisch – unter den Gruppen im Studentennetzwerk StudiVZ findet man alles, was das Extremistenherz begehrt.
Darüber dass die Administratoren in solchen Angelegenheiten nicht immer auf der Höhe des Geschehens sind oder sich mit anderen hausgemachten Problemen zu beschäftigen haben wurde die Netzwelt mehrfach von DonAlphonso aufgeklärt.

Foto: SIDE-2

Um so erfreulicher ist es, dass die StudiVZ-Nutzer verstärkt auf Eigeninitiative setzen. „Spiegel-Online“ berichtet, dass extremistische Gruppen innerhalb des Studentennetzwerkes mittlerweile von zahlreichen Kritikern unterwandert und von „Gegengruppen“ angefeindet werden, was zur Folge hat, dass die Gruppengründer mitunter von sich aus kapitulieren. So bat jüngst der Gründer einer Gruppe von NPD-Sympathisanten die Administratoren, seine Gruppe zu löschen, nachdem sich deren Existenz innerhalb kürzester Zeit über die Pinnwände der User verbreitet und für heftige Protestwellen gesorgt hatte.

Doch nicht immer sehen die Mitglieder extremistischer Gruppen ein, dass ihre Meinung nicht gefragt ist. Zuweilen werden Andersdenkende übel beschimpft, auch Morddrohungen soll es schon gegeben haben. Die Administratoren sehen zumeist keinen Anlass um einzuschreiten und berufen sich auf das demokratische Recht der freien Meinungsäußerung. „Eine demokratische Gesellschaft muss extremistische Meinungen aushalten“, sagt Co-Geschäftsführer Michael Brehm. Das StudiVZ sei ein Abbild unserer Gesellschaft. Nur was eindeutig extremistisch oder verfassungsfeindlich sei, würde geahndet und notfalls gelöscht. Zudem sei eine genaue Regulierung ohnehin „unmöglich“.

Für diese Regulierung sorgen stattdessen viele couragierte Nutzer, die nicht zulassen, dass innerhalb eines Netzwerkes, dass sich in erster Linie an „die intellektuelle Elite“ in Deutschland richtet die Verherrlichung von Terroranschlägen, Holocaust-Leugnung oder Forderungen wie „Ostpreußen heim ins Reich“ ungestraft verbreitet werden können.


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