„Gott sei Dank! ist hier kein Boden für die Socialdemokraten,“ war im Jahre 1878 im Gelder’schen Wochenblatt zu lesen. 129 Jahre später sitzen in allen Stadt- und Gemeinderäten der Kreise Kleve und Wesel SPD-Mitglieder. Mit diesem Hinweis beginnt der Artikel „Flagge zeigen“ über den Werdegang der SPD am Niederrhein, in der Herbstausgabe des NRZ-Magazines „Heimat am Niederrhein„.

Foto: Jan Beckendorf

Ursprünglich sei die politische Landkarte am Niederrhein tiefschwarz gefärbt gewesen. Die Bauerndörfer auf der linken Rheinseite waren aufgrund eines tief verwurzelten Katholizismus „ein für Sozialdemokraten schwer zu beackernder Boden“, sagt Dr. Angela Schwarz aus Dinslaken, die gerade die Anfänge der SPD am Niederrhein untersucht hat.

Diese sind auf das Jahr 1863 datiert, dem Jahr der Gründung des Düsseldorfer Ortsvereines. Unter den neu angesiedelten Seidenwebern, Zigarrendrehern, Müllern, Schustern, Bergleuten und Stahlkochern habe die Idee von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit plötzlich verheißungsvoller geklungen, als die tägliche Sonntagspredigt des Dorfpfarrers. Stetig gewann die SPD mehr Wählerstimmen und Parteimitglieder hinzu. Heute gibt es in den Kreisen Kleve und Wesel sowie in Duisburg offiziell 10.741 Genossen. Dennoch sollte sich die SPD auch „auf solchen Erbhöfen“ nicht ausruhen. Bestes Beispiel sei Duisburg, dass seit 2004, nach 56 Jahren SPD-Regierung, von einem CDU-Bürgermeister geführt wird. Vor einer linken Bedrohung jedoch sieht Angela Schwarz die SPD am Niederrhein in Sicherheit: In den Städten wird die Linkspartei die SPD nicht verdrängen können“, glaubt die Professorin der Uni Siegen, „und auf dem Land gab es für Kommunisten noch nie einen Boden.“


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Ein Kommentar

  1. Dietmar 19. September 2007 · 18:20 Uhr

    Für Kommunisten nicht aber auch nicht für Arbeiterverräter: sprich SPD

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