Nach einwöchigen Mahnwachen an mehreren Bergbaustandorten in NRW hat die Jugendorganisation der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG-BCE) heute einen Aktionstag vor dem Landtag initiiert.
Nach dem Motto „Nicht auf unserem Rücken! Jugend braucht Ausbildung!“ wurde von der Landesregierung die finanzielle Förderung von Ausbildungsplätzen gefordert.

Link: Rede von Michael Vassiliadis

Hintergrund ist die schlechte Situation auf dem Ausbildungsmarkt. Den steigenden Schulabgängerzahlen stehen bundesweit immer weniger betriebliche Ausbildungsplätze gegenüber. Im Ruhrgebiet ist die Situation besonders besorgniserregend, da die Deutsche Steinkohle AG (DSK) wegen des von der Landesregierung angestrebten Kohleausstiegs gezwungen wird, ihre Ausbildungsneueinstellungen in diesem Jahr von 630 auf 284 um mehr als die Hälfte zurückzustufen.

Hier gibt es alle Videos der Veranstaltung!


Gegen dieses Vorhaben demonstrierten heute rund 2500 Jugendliche, Azubis und Gewerkschjaftsmitglieder. IG-BCE-Vorsitzender Hubertus Schmoldt hatte, ebenso wie viele jugendliche Kollegen aus anderen Bundesländern, per Videobotschaft die Forderungen der IG-BCE-Jugend nachdrücklich unterstützt. Erster Programmpunkt war ein Streitgespräch zwischen Politikern der im Landtag vertretenden Parteien. Zu einem regelrechten Schlagabtausch kam es zwischen Hannelore Kraft Hannelore Kraft, Vorsitzende der NRWSPD und Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU).

Link: sevenload.com Rede von Niko Reinartz

In den anschließenden Redebeiträgen wurde mehrfach geäußert, dass die Landesregierung für die Lehrstellen verantwortlich sei. Die betroffenen Ausbildungskapazitäten stünden noch zur Verfügung und könnten sofort genutzt werden. Motivierte Bewerber, die bereits Einstellungstests erfolgreich absolviert hätten, gebe es genug. „Ausbilder, geeignete Bewerber, es ist alles da, außer Geld!“ stellte Michael Vassiliadis, für die Jugend zuständiges Mitglied des geschäftsführenden IG-BCE-Hauptvorstandes fest und forderte NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann auf, bei der DSK ausbilden zu lassen.

Link: sevenload.com Rede von Antonia Kühn

Niko Reinartz von der Jugend- und Auszubildenenvertretung der DSK appelierte an den Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers: „Ausbildung ist Zukunft! Leisten Sie Ihren Beitrag zu unserer Zukunft und geben Sie jungen Menschen eine Chance!“ Auch die Rede von Antonia Kühn von der DGB-Jugend NRW richtete sich in erster Linie an den Ministerpräsidenten. Kühn zitierte aus dessen Buch Passagen über die Bedeutung betrieblicher Mitbestimmung und gab verstehen, dass solche Statements nicht ernst zu nehmen seien, da Rüttgers‘ Politik „genauso viel soziale Gerechtigkeit beinhaltet, wie eine Currywurst Vitamine hat.“ Zu guter letzt resümierte IG-BCE-Bundesjugendsekretärin Katy Hübner: „Es gibt freie Ausbildungsmöglichkeiten, diese nicht zu nutzen ist eine Schande und politisches Unvermögen!“

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