Blog- und Websitebetreiber aus aller Welt haben den 4. Oktober 2007 zum Aktionstag zur Unterstützung der friedlichen Revolution in Burma erklärt. Es soll ein Zeichen für den Frieden gesetzt werden, die Menschen, die sich ohne Waffen einem Militärregime entgegenstellen, sollen weltweite Solidarität spüren. Die Blogger haben vor, heute ihre normalen Blog-Aktivitäten einzustellen, um nur einen einzigen Artikel zu veröffentlichen: Ein rotes Banner mit dem Text „Free Burma!“ Verschiedenen Banner dazu sind auf „free-burma.org“ erhältlich. Dort gibt es natürlich auch weitere Informationen und Möglichkeiten der Partizipation, u.a. eine digitale Unterschriftenliste.
free burma

Ausgangspunkt der Entwicklung in Burma war eine im August von der Militärregierung unangekündigt verfügte Verfünffachung des Benzinpreises welche die Bevölkerung über Nacht vor große wirtschaftliche Probleme stellte. Die Mönche des überwiegend buddhistisch geprägten Landes erklärten ihre Solidarität mit der immer stärker leidenden Bevölkerung, von der sie ernährt werden, und um deren Wohl sie sich im Gegenzug neben spirituellen Dienstleistungen durch ihre Sozialeinrichtungen kümmern.


Die Mönche bekommen die Auswirkungen der verschlechterten Lebensbedingungen unmittelbar zu spüren, da sie ihre tägliche Ernährung durch direkte Mahlzeitenspenden an den Haustüren sicherstellen.
Am 5. September kam es in Pakkoku, dem zweitgrößten buddhistischen Bildungszentrum des Landes, zu Solidaritätsbekundungen der Mönche mit Demonstranten, die gegen die Preissteigerungen auf die Straße gegangen waren. Dabei griff das Militär hart durch: Einige Mönche wurden an Laternenmasten gebunden und geschlagen. Schüsse wurden über ihre Köpfe hinweg abgegeben. Gegen diese Übergriffe bildeten sich landesweite Protestmärsche von Mönchen. Am 8. Tag der Demonstrationen versammelten sich bis zu 100.000 Menschen auf den Straßen der Stadt Rangun. Am Morgen des 26. Septembers kam es dann dort zu heftigen Übergriffen der Sicherheitskräfte. Die Protestanten wurden mit Knüppeln geschlagen, Warnschüsse fielen, und es wurde Tränengas eingesetzt. Tote und Verletzte waren die Folge.
Seit dem Abend des 26. September sind die Internet- und Telefonverbindungen ins Land unterbrochen. Es häufen sich Berichte über Festnahmen von Mönchen, die von den Sicherheitskräften nicht nur von der Straße sondern auch aus den Klöstern in Gefängnisse verschleppt werden. Unter den Gefangenen befindet sich auch Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi, die 1991 den Friedensnobelpreis erhielt. (Informationen von der Homepage der Heinrich-Böll-Stiftung)
Das europäische Parlament reagierte am 27. September mit einem Entschluss, der vom EU-Ministerrat verlangt, umgehend Verbindung zu den USA, der ASEAN und anderen Mitgliedern der internationalen Gemeinschaft aufzunehmen, um eine „koordinierte Reihe zusätzlicher Maßnahmen“ vorzubereiten, einschließlich gezielter Wirtschaftssanktionen, die gegen das birmanische Regime verhängt werden sollen.


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