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Vor einhundert Jahren, nachdem das Reichsvereinsgesetz 1908 aufgehoben wurde, durften sich Frauen offiziell in politischen Parteien betätigen, was ihnen bis dahin verboten war. 1911 wurde in damaligen Deutschen Kaiserreich der Internationale Frauentag als Kampftag für Frauenrechte eingeführt und endlich im Jahr 1918 per Erlass des Rates des Volksbeauftragten das aktive und passive Wahlrecht.

Vor 20 Jahren beschloss die Sozialdemokratische Partei Deutschlands eine für die Partei bedeutende Veränderung: Die Einführung der Quotenregelung. Die eingeleitete Zeitenwende für die Frauen in der SPD hatte Vorbildcharakter für andere Parteien, Gewerkschaften, Verbände und für die Gesellschaft.

Die Frauenpolitik und Gleichstellung sind für uns Sozialdemokraten seit jeher Richtschnur unseres politischen Handelns. Bei der Landtagswahl in Hessen 2008 erzielt die SPD bei jungen Frauen herausragende Ergebnisse und erreichte bei den Wählerinnen von 18 bis 24 Jahren Spitzenwerte von 46 Prozent, während Roland Kochs CDU im selben Wählerpotential 18 Prozent Verluste hinnehmen musste. Um 10 Prozent legte die SPD auch bei der Wahl in Hamburg bei den jungen Wählerinnen bis 24 Jahre überdurchschnittlich zu und erreichte in dieser Wählerschicht 44 Prozent. Aber auch bei den 25- bis 34jährigen Frauen erreichten die Hamburger Sozialdemokraten 38 Prozent und konnten ihr Ergebnis damit um 6 Prozent im Gegensatz zur vorherigen Wahl steigern. Auch in Hamburg musste die CDU in diesen Altersgruppen Verluste von neun bzw. drei Prozent hinnehmen.

Wir Sozialdemokraten stehen für die Gleichstellung von Männer und Frauen im Erwerbsleben und wollen immer noch vorhandene Diskriminierung abbauen. Wir stehen dafür ein, dass Frauen gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit erhalten. Von dem von uns geforderten flächendeckenden Mindestlohn, werden Frauen in starkem Maße profitieren. Durch viele Aktivitäten wie dem „Girls Day“ führen wir Mädchen und junge Frauen an zukunftsorientierte technische und naturwissenschaftliche Berufe heran. Wir setzen uns für die gleiche Teilhabe von Frauen an Führungsposition in Unternehmen, Verwaltung, Wissenschaft, Forschung und Aufsichtsgremien ein. Damit berufliche und familiäre Aufgaben partnerschaftlich geteilt werden können, schaffen wir die nötigen Rahmenbedingungen für Frauen und Männer.

Wir Sozialdemokraten nehmen diese gute Tradition als gesellschaftspolitische Verantwortung wahr, nicht nur am Frauentag, sondern jeden Tag.


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3 Kommentare

  1. Student 10. März 2008 · 11:56 Uhr

    Was sogenannte Sozialdemokraten von Frauen in der Politik und allg. ihrer Rolle in der Gesellschaft halten, dass können wir zur Zeit sehr gut in Hessen beobachten.

    Zu Schröder/Clement Zeiten wurde das sogar klar artikuliert.
    Ich sach nur: „Gedöhns“. Basta !

    Das sich nicht viel seither geändert hat, beweist die reflexartige Frauenfeindlichkeit eines Herrn Kahrs (selbsternannter Sprecher des sog. Seeheimer Kreises, der in Koop. mit Atomlobby Mann und Verantwortungsflüchtling Clement die Macht in Hessen gekostet hat !).
    Man errinere sich, wie Herr Kahrs abging als Frau Nahles in den Parteivorstand gewählt wurde.

    Nicht zuletzt die unter der SPD umgesetzten Hartz Gesetze beweisen die institutionalisierte Frauenfeindlichkeit der SPD.

    Hier von einer „guten Tradition“ zu reden, spiegelt entweder die totale Verwirrung des Autors oder es ist ne glatte Lüge. Leider, viele (so auch ich) hatten unter sozialdemokratischer Politik mal etwas anderes verstanden.

  2. Jens 11. März 2008 · 11:00 Uhr

    Hessen ist ein denkbar schlechtes Beispiel. Dabei handelt es sich um eine politische Auseinandersetzung und um keine Diskriminierung oder ähnliches, wie man es aus dem Kommentar herauslesen könnte. Diese politische Auseinandersetzung würde so auch geführt werden, wenn es keine Frau Ypsilanti wäre, sondern ein Herr Ypsilanti.

    Und auch der Vergleich von Hartz IV und Frauenfeindlichkeit ist mir nicht nachvollziehbar, da die Arbeitslosen-II-Sätze für Frauen und Männer gleich sind. Bei der Berechnung, die im übrigen der Ausführung der Arbeitsämter und kommunalen ARGEn unterstehen, wird kein Geschlecht bevorzugt oder benachteiligt. Insofern wäre vielleicht eine Erklärung ganz hilfreich.

  3. Student 12. März 2008 · 17:38 Uhr

    Ich widerspreche entschlossen ihrem, meiner Ansicht nach, viel zu undifferenzierten Kommentar.

    Gerade in Hessen haben wir über die letzten Jahre deutlich nachvollziehen können, wie immer dann wenn Frauen in der SPD bzw. innerhalb der Rot-Grünen Koalition besonders Erfolgreich wurden, diese dann auch in aller Regel aus dem „rechten“ Parteiflügel (den eigenen Genossen !) wieder abgeschossen wurden.

    Das HARTZ IV eine Institutionalisierung der Frauenfeindlichkeit darstellt ist unter Fachleuten unbestritten unde ergibt sich einfach aus der faktischen Tatsache das mehr Männer in gut bezahlten Vollzeitjobs sind.
    Frauen, deren Anteil bei den Teilzeitbeschäftigungsverhältnissen wesentlich höher liegt und deren Arbeitslosigkeitsquote höher ist wurden durch HARTZ IV tendenziell stärker in die Abhängigkeit zu ihren Partnern getrieben.
    Auch ist es so, dass wenn es einen Partner (es reicht den Spitzeln vom Arbeitsamt wenn dieser auch nur den Kühlschrank mit der Betroffenen teilt !) mit Einkommen gibt, dieses auf den HARTZ IV Satz der Betroffenen angerechnet wird. Dies ist vor dem Hintergrund der bereits erläuterten Verteilungsungerechtigkeit von Vollerwerbsverhältnissen in der Praxis gelebte und mit der SPD-Reform HARTZ IV umgesetzte, institutionalisierte Frauenfeindlichkeit.

    Zudem betrifft -zu Ihrer Information- HARTZ IV auch die Aufwendungen zur Altersvorsorge (die ja laut SPD Politikern auch besonders wichtig sei). Effekt der HARTZ IV Umbauten ist auch hier, dass zunehmend mehr Frauen in Abhängigkeiten zu ihren verdienenden Partnern geraten. Jetzt und in der Zukunft.

    Sich mit den Regelsätzen herausreden zu wollen, schildert leider nur die halbe Wahrheit und wirft ein schlechtes Licht auf die Kenntnis der sog. Reform ihrerseits.

    Differenziert man hier etwas gründlicher, ist leicht nachvollziehbar warum die SPD-Reform HARTZ IV ein Manifest der SPD eigenen Frauenfeindlichkeit darstellt.

    Die begleitenden Worte Schröders vom Frauen und Famillien „Gedöhns“ sind uns allen noch sehr präsent. Die Ehrlichkeit die Schröder seiner Zeit damit walten ließ, wird sich heute wohl kaum ein SPD Politiker mehr herausnehmen, jedoch widerspricht hier auch bis heute niemand klar und deutlich.

    Ich habe Frau Ypsilanti gewählt, weil ich Sie tatsächlich (und das tue ich immer noch) für eine ehrliche mit neuer Kraft und Entschlussfreudigkeit ausgestattete, sachverständige Politikerin hielt. Das nun wieder die „Rechten“ in der SPD (Clement, Steinbrück, Steinmeier und der sog. Seheimer Kreis) den Ton angeben hat mich der Illusion beraubt, in einer SPD könnten anständige, von ihren Ideen her überzeugte Menschen zu etwas kommen.
    Wie bisher müssen, in der Männergesellschaft SPD, Frauen dem Bild der Frau in den 60er Jahren entsprechen um Erfolge haben zu dürfen ohne von den eigenen (idR männlichen) Genossen abgeschossen zu werden.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.