Nach den heftigen Diskussionen über die Beziehung Obamas zu dem Prediger Jeremiah Wright und dessen rassistische Äußerungen der letzten Jahre, hat sich der Präsidentschaftskandidat gestern in einer Grundsatzrede an die amerikanischen Wähler gewandt.

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In seiner rund 40-minütigen Rede betonte Obama, dass es immer noch grundlegende Probleme zwischen Schwarzen und Weißen in der amerikanischen Gesellschaft gibt, die es zu überwinden gilt. „Wut und Bitterkeit der Rassentrennung bestehen noch“ und dürften nicht weiterhin verdrängt oder ignoriert werden.
Er selbst sei in seinem Leben häufig mit Ressentiments bezüglich seiner Hautfarbe konfrontiert worden, stehe aber aufgrund seiner Wurzeln (schwarzer Vater / weiße Mutter) für die mögliche Überwindung dieser Grenzen. Die Verfassung zitierend, rief Obama die Amerikaner auf, eine „bessere Einheit“ zu bilden, weil „wir die Herausforderungen unserer Zeit nur zusammen bewältigen können.“ Obama warnte gleichzeitig davor, die Rassenfrage zum zentralen Wahlkampfthema zu machen, da es wichtigere Probleme, wie Gesundheitsfürsorge und Terrorismus gebe, die gelöst werden müssten.

Bezüglich der Reden seines religiösen Ziehvaters Wright distanzierte sich Obama von dessen rassistischen Äußerungen, warb jedoch gleichzeitig um Verständnis für Wright und all diejenigen, die immer noch mit „der Bitterkeit und den Vorurteilen, die damit einhergehen, in Amerika schwarz zu sein“ konfrontiert seien. Er verstehe die Reaktion Weißer und Schwarzer auf dessen Äußerungen, verwies jedoch gleichzeitig darauf, diese Probleme nur gemeinsam gelöst werden könnten.

Die Rede war, sowohl optisch, als auch rethorisch aus dem Vorwahlkampf herausgelöst und sollte ALLE Amerikaner erreichen.
Das Rednerpult war frei von jeglichem Schriftzug oder Konterfei und der Hintergrund wurde von acht amerikanischen Flaggen auf blauem Grund dominiert. So waren die Reaktionen beider politischen Lager auf Obamas Rede auch grundsätzlich positiv und wurde als historisch bedeutend für die weitere Entwicklung der amerikanischen Gesellschaft gewertet.

Auf die Umfragewerte Obamas, die seit dem Beginn seiner Kampagne zum ersten Mal stagnieren, hatte die Rede jedoch keinen positiven Einfluss. Er fällt das erste Mal im direkten Vergleich zum republikanischen Gegenkandidaten Mc Cain zurück und auch sein Abstand zu Hillary Clinton ist geschwunden.


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Ein Kommentar

  1. Jens 22. März 2008 · 6:42 Uhr

    Diese Rede hat dank verschiedener Video-Portale Millionen Menschen online erreicht.

    http://www.politicsonline.com/content/main/politicker/politicker.asp

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