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Otto Wels, Audioauszug der historischen Rede

Am 23. März 1933 hielt der Parteivorsitzende der SPD, Otto Wels, im Reichstag eine mutige Rede gegen das Ermächtigungsgesetz Hitlers, das die Abschaffung der Demokratie der Weimarer Republik zum Ziel hatte.

Otto Wels wurde am 15. September 1873 in Berlin geboren und starb am 16. September 1939 in Paris. Wels arbeitete einige Jahre als Tapezierer, bevor er sich nach dem Besuch der Parteischule der SPD ab 1906 hauptamtlich als Politiker engagierte. 1912 wurde er in den Reichstag gewählt und 1919 übernahm er den Parteivorsitz über die Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Wels kämpfte für den Erhalt der Republik und gegen den Nationalsozialismus. 1933 hielt er seine letzte Rede im Reichstag, in der er mutig für die Sozialdemokratie die Ablehnung des Nationalsozialismus begründete.

Von den 120 sozialdemokratischen Abgeordneten 1933 war es am 23. März nur noch 94 möglich an der Sitzung des Reichstages in der Kroll-Oper teilzunehmen. Die übrig gebliebenen Mitglieder der SPD-Fraktion, die noch nicht verhaftet, ermordet oder zur Flucht ins Exil gezwungen waren, stimmten geschlossen gegen das Ermächtigungsgesetz Hitlers.
Im August 1933 wurde Otto Wels die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt.

Otto Wels wurde zum Symbol der Sozialdemokratie und steht bis heute für das mutige Aufbäumen und den Kampf für die parlamentarische Demokratie. Das Bekenntnis des Parteivorsitzenden „…zu den Grundsätzen der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit, der Freiheit…“ gelten für die Sozialdemokratie noch heute.

Anlässlich des 75. Jahrestages gedachte die SPD und dessen Vorsitzender, Kurt Beck, der Verfolgten des Terror-Regimes der Nationalsozialisten. Die SPD-Bundestagsfraktion gibt dazu eine Broschüre unter dem Titel „Otto Wels – Mut und Verpflichtung. 23. März 1933 – Nein zur Nazidiktatur“ heraus.

Nach einem Vorwort des Bundestagsfraktionsvorsitzenden, Peter Struck, berichtet Josef Felder aus dem Jahre 1982 über die Umstände des 23. März 1933. Im Anschluss folgt ein Auszug aus der Biografie von Antonie Pfülf über den 23. März. Antonie Pfülf und Josef Felder waren Zeitzeugen und gehörte zu jenen 94 Reichstagsabgeordneten, die geschlossen gegen das Ermächtigungsgesetz stimmten.

Nachdem die beiden Zeitzeuge über die Umstände dieses denkwürdigen Tages berichtet haben, ist ein Auszug der Rede (Audio-Link) des SPD-Vorsitzenden und –Abgeordneten Otto Wels aus dem Protokoll des Reichstages vom 23. März 1933 abgedruckt.

Um den Bogen zur Gegenwart zu schlagen, ordnet die Sprecherin der Arbeitsgruppe Rechtsextremismus, Gabriele Fograscher, die Rede in den aktuellen Kampf gegen Rechtsextremismus und –Radikalismus ein.

Im Anhang befindet sich das „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“ (Ermächtigungsgesetz), wie es im Reichsgesetzblatt I S. 141 verkündet wurde, sowie eine namenhafte Auflistung aller 94 sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten, die als einzige Fraktion gegen das Gesetzt gestimmt hat.

Die Broschüre steht im Internet zum Download bereit. Außerdem bietet die Vorwärts Buch GmbH eine ausführliche Dokumentation zum Ermächtigungsgesetz an (Das Ermächtigungsgesetz 1933. Eine Dokumentation zum 75. Jahrestag).


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