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Nachdem wir uns hier im Blog schon ein paar mal mit Einbürgerungstests auseinandergesetzt haben und beispielsweise auf die Frage eingegangen sind, ob nackt sein deutsch ist, wollen wir heute eine großartige Satire über deutsche Einbürgerungstests vorstellen. Der Kurzfilm „Der Test“ wurde schon mehrfach auf europäischen Filmfestivals mit Preisen und Ehrungen ausgezeichnet.

Der Regisseur, Güclü Yaman, nutzt authentische Fragen aus hessischen und baden-württembergischen Einbürgerungstests für seinen Kurzfilm „Der Test“. Die Satire karikiert sehr gut den deutschen Sicherheitswahn, Bürokratie und Überheblichkeit hiesiger Behörden gegenüber einbürgerungswilligen Migranten.

Die Story ist kurz erzählt: Der türkische Familienvater Levent Tekin möchte den deutschen Pass haben, um seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland zu verbessern. Seine Frau weist ihn eindringlich darauf hin, genau diese Tatsache vor dem Beamten nicht einzugestehen. Stattdessen muss er sich einer Anhörung unterziehen an der sicher viele von uns gescheitert wären. Er ist gut vorbereitet, aber nervös. Bis zur letzten Minute übt er im Warteraum mit seiner Frau. Den Test selbst muss er aber alleine machen. Unter anderem muss er dabei das bundesdeutsche Mehrheitsprinzip erklären und dessen Unterschiede zu den Wahlen in der DDR.

Eine sehr schöne Szene spielt im Warteraum der Büros. Tekin soll den Begriff „Demokratie“ definieren. Leider fällt ihm die Definition nicht ein, so dass sich ein ebenfalls wartender Kandidat einmischt. Er liest aus seinem mitgebrachten Buch vor: „Die Demokratisierung der Gesellschaft ist der Beginn der Anarchie, das Ende der wahren Demokratie. Wenn die Demokratisierung weit genug fortgeschritten ist, dann endet sie im kommunistischen Zwangsstaat.“
Nun stellt sich natürlich die Frage, wer so etwas behauptet hat. Nun, es wird überraschen, aber es war niemand geringeres als der ehemalige CSU-Vorsitzende und bayerischen Ministerpräsident Franz Josef Strauß, der sich so in einem Interview im Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatt am 11. Januar 1978 äußerte.

Der Kurzfilm ist inklusive Porto für 5,90 € (Hartkarton) oder für 8,95 € (DVD-Box) zu erhalten und eine echte Empfehlung.


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