Am Wochenende war Frank-Walter Steinmeier, stellvertedender Parteivorsitzender und Mitglied des Präsidiums, Bundesminister für Auswärtiges im Rahmen der „Nah bei den Menschen“-Tour zu Gast im Ruhrgebiet.
Wir veröffentlichen hier den Beitrag von Frank-Walter Steinmeier und der Kollegen aus Berlin vom Deutschland-Dialog-Tour-Blog über den Besuch von Frank-Walter Steinmeier:

Blick in die „Herzkammer der Sozialdemokratie“
Im ICE von Berlin nach Gelsenkirchen hänge ich meinen Gedanken über das Ruhrgebiet nach. Eine Region voller Mythen, die nach Schweiß und Anstrengung riechen, dicht besiedelt von herzlichen Menschen mit trockenem Humor. Seit früher Jugend kenne und mag ich diesen Landstrich. Aber der „Kohlenpott“, wie der in meiner Jugend hieß, hat sein Gesicht verändert. Er hat einen beispiellosen Strukturwandel vollzogen. Hier finden Innovationen statt, hier haben sich die Menschen aufgemacht, um ihre Region erneut nach vorne zu bringen. Hier wird Integration gelebt, und hier kümmern sich die Menschen in Sportvereinen, in der Freiwilligen Feuerwehr oder im Kleingarten noch umeinander.

Steinmeier Ankunft in Gelsenkirchen

Ich freue mich auf die Reise, um das neue Gesicht des Ruhrgebiets noch besser kennen zu lernen und mit den mit Menschen vor Ort zu sprechen.

Gelsenkirchen
Im Solar- und Glaswerk Scheuten in Gelsenkirchen wird sofort klar, was sich hier in der Region getan hat. An einem Standort, an dem früher vor allem Kohle abgebaut wurde, bleibt Energiegewinnung auf der Tagesordnung. Aber in diesem Unternehmen stellen 300 qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer heute hochmoderne Solarzellen her.

Steinmeier bei Scheuten Solar

Die Politik des Oberbürgermeisters Frank Baranowski (SPD), der Forschung und Innovation in der Solarstadt Gelsenkirchen fördert, trägt Früchte. Unser Besuch zahlt sich aber auch konkret aus: Die Geschäftsführung verspricht auf Bitte von Joachim Poß, künftig ihr Engagement für Ausbildungsplätze zu verstärken.

Bochum
Bei meiner zweiten Station bin ich zu Gast beim VfL Bochum. Das Fanprojekt des Vereins ist ein beeindruckendes Beispiel, wie Sport und Fußballbegeisterung junge Menschen zusammenschweißen kann – gemeinsam gegen Rassismus und für Zivilcourage. Schülerinnen und Schüler, Spieler und Vereinsleitung arbeiten dabei Hand in Hand. Spontan lade ich zwei junge Vertreter des Fan-Projekts ein, mich im September bei meiner Reise als Außenminister nach Südafrika zu begleiten. Mein Wunsch ist: Das Vorbild von Bochum soll auch in dem Land, das die nächste Fußball-WM ausrichtet, zum Nachdenken und Nachmachen anregen.

Duisburg
Der Abstecher nach Duisburg-Bruckhausen zu ThyssenKrupp bringt die Klischeebilder aus den Schimanski-Tatorten wieder ins Bewusstsein: trostlose Industriebrachen unter grauem Himmel. Stattdessen erlebe ich einen der modernsten Hochöfen der Welt, der gerade in Betrieb ging, und hochmoderne Stahlanlagen im bedeutendsten Stahlwerk Europas. Stahl aus Duisburg ist ein Hightech-Produkt, das weltweit nachgefragt wird. Volle Auftragsbücher, sichere Arbeitsplätze – die Erfolgsstory von ThyssenKrupp zeigt, wie richtig es war, dass die SPD die klassische Industrie gegen den Rat vieler Fachleute niemals fallen lassen hat.

Dortmund
Mit 200 Sozialdemokraten diskutieren wir Wege, wie die SPD wieder in die Offensive kommt. Ich mache den Genossinnen und Genossen Mut. Wir können Vollbeschäftigung erreichen, wenn wir jetzt die Weichen für eine richtige Politik stellen, wie gerade erst bei der Bahnreform. Wir können Wahlen gewinnen, denn wir haben einen Kompass für den Weg unseres Landes in eine gute Zukunft – und die Union hat lediglich Angela Merkel, aber keine Idee. Gemeinsam sind wir der Meinung: Die SPD wird wieder Wahlen gewinnen, weil die Menschen dieses Land weder den Marktradikalen noch den Marktschreiern und Populisten anvertrauen wird. Dafür – und nicht nur dafür ?- werden wir gebraucht. Das Schicksal von Dortmund begleitet uns in Gedanken auch auf dem Rückweg nach Berlin. Vom Bahnhof Spandau geht es direkt ins Olympiastadion zum Pokalendspiel zwischen der Dortmunder Borussia und Bayern München. Ein schöner Abschluss meiner Reise: Denn indem ich der Borussia die Daumen drücke, bin ich sogar im Stadion den vielen mitgereisten Menschen und Fans aus dem Revier noch nahe. Update: Leider hat das Daumen drücken nicht geholfen :-(


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