Nach Sängern, Tänzern und Models geraten jetzt auch Möchtegern-Politiker ins Visier der Castingmaschinerie. Das ZDF hat sich die Rechte an dem TV-Format „The Next Great Leader“ gesichert, in der junge Leute ihr Talent als Nachwuchspolitiker unter Beweis stellen sollen. Mittels gehaltener Reden und Debatten soll derjenige Kandidat ermittelt werden, der laut Jury und Publikum das Zeug dazu hat, in Zukunft die Geschicke des Landes zu lenken.

Der Chefredakteur des ZDF, Nikolaus Brender, begründet die Show mit dem Ziel, „junge Leute mittels dieser Sendung für Politik zu interessieren.“

Dass dies gelingt, ist allerdings äußerst fragwürdig. Vielmehr birgt ein solches Format die Gefahr, dass das Bild von Politik noch mehr verzerrt wird, als es durch das Fernsehen sowie schon geschieht. Denn innerhalb der Show wird natürlich nicht wirklich Politik gemacht, kann es nicht wirklich um politische Inhalte gehen: das Einzige was die Kandidaten leisten können, ist, politische Debatten nachzuahmen und die Rhetorik und das Auftreten von Spitzenpolitikern zu imitieren. Politik verliert damit vollständig ihre Authentizität. Sie wird zum reinen Medienspektakel und ihre Köpfe zu bloßen Entertainern. Dies kann wohl kaum der richtige Weg sein, um die Politikmüdigkeit der Deutschen zu überwinden.


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