Barbara Sommer

Alle schreiben sie vom „Sommer-Theater“ und sind stolz auf das Wortspiel mit dem Namen der ewig lächelnden nordrhein-westfälischen Schulministerin Barbara „Püppi“ Sommer. Das hab ich mir jetzt mal verkniffen. Ich wage vorsichtig daran zu erinnern: Hallo! Das ist gar kein Theater! Nix Bühne! Auch keine Schauspieler! Alles echt! Echte CDU-Landespolitik!

Das musste ich jetzt mal klarstellen. Danke.

Also, was ist noch mal passiert diese Woche? „Püppis“ Pressesprecher weg, dann doch nicht? Pinkwart Superminister, dann doch nicht? Keiner mag „Püppi“, dann doch alle? Spreng als Berater, ach nein, halt ein Kumpel, der mal ein paar ganz allgemeine Tipps gibt, rein freundschaftlich, so bei nem Glas Brause.

Mal langsam. Und genüßlich:

Geballte Inkompetenz. Eine Chronik der aktuellen Ereignisse im Schulministerium

Vorher und immer

Wir erinnern uns: Kopfnoten-Chaos, Oktaeder des Grauens, Zentral-Abi-Pannen, alles Mus und Grus. Verschlimmert durch eine unerträgliche Informationspolitik: Da wird die Möglichkeit, die umstrittene Mathe-Abiturklausur zu wiederholen, eingeräumt, um kurz danach wieder verneint, um wiederum bejaht zu werden. Zum Schluss verlassen keine Stellungnahmen und Mitteilungen das Schulministerium, die nicht vorher von der Staatskanzlei abgenickt wurden.

Sonntag, 6. Juli 2008

Die in Essen erscheinende „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ) berichtet über die bevorstehende Ersetzung von Andrej Priboschek, Sprecher von Ministerin Sommer. Und beruft sich auf eine sichere Quelle in Düsseldorf. Nun gut, aber: Der Fisch stinkt vom Kopf, denkt man sich da. Es folgt ein Dementi. Also doch nicht gefeuert -?

WDR.de weiß „aus Regierungskreisen“, bei Wahlgewinn 2009 könne ja Wissenschaftsminister Pinkwart von der FDP als Superminister das Ressort übernehmen. Merkwürdig, da Pinkwart für die Abschaffung der Hauptschule ist, die CDU so überhaupt nicht. Wiederum dementiert von Regierungssprecher Hans-Dieter Wichter.

Montag, 7. Juli 2008

Spreng! Ja, der Spreng solls machen, soll die „Püppi“ peppen. Spreng, Ex-BamS-Chefredakteur, Stoiber-Berater, Rüttgers-Berater. Sommer-Berater? Neeeeiiiiin, aber nicht doch, man kenne sich, man habe sich ganz allgemein nur mal so unterhalten. Vorher natürlich das obligatorische Dementi, aber das kennen wir ja schon.

Inoffizielle Bestätigung aus Regierungskreisen: Priboschek muss gehen, sobald ein Nachfolger gefunden ist. Dem WDR zufolge haben bereits Gespräche mit möglichen Kandidaten stattgefunden.

Dienstag, 8. Juli 2008

Stellungnahme der CDU zur Idee, Pinkwart zum Superminister zu machen: „absurd“. Haben wir uns irgendwie gedacht. Und Sommer ist auf einmal eine ganz Tolle, die dem Murks „ihr Gesicht verliehen“ habe. Ein Gesicht, das jetzt verbraucht ist.

Mittwoch, 9. Juli 2008

Die Zeitungen vermelden: Die CDU will „im Lichte der Empirie“ über die Kopfnoten entscheiden. Los doch.

Donnerstag, 10. Juli 2008

Sommer träumt bei einer Theateraufführung in einer Düsseldorfer Ganztagsgrundschule vor sich hin: „Manchmal wäre ich schon gerne wieder Lehrerin“. Das ist doch mal eine gute Idee!


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3 Kommentare

  1. Weblog der NRWSPD 6. August 2008 · 15:31 Uhr

    […] Wir erinnern uns: Priboschek sollte entlassen werden, hieß es in der “Westdeutschen Allgemeinen”. Bunt durcheinander wurde die Personalie dementiert, inoffiziell bestätigt, gemauschelt, erwähnt, verschwiegen. Insgesamt zeugte der Vorgang von einem krassen Mangel an Professionalität in den Reihen des Landesschulministeriums. Einer Meldung des WDR zufolge sollen sogar schon mögliche Nachfolger zum Gespräch gebeten worden sein. Schließlich rang sich Barbara Sommer zu einer Stellungnahme durch: Priboschek solle doch im Amt bleiben. Wozu dann bitte das ganze Theater? […]

  2. Weblog der NRWSPD 8. August 2008 · 13:01 Uhr

    […] Priboschek stand unter Kritik, nachdem sich im Zusammenhang mit den Pannen beim Zentralabitur die Öffentlichkeitsarbeit des Schulministeriums als völlig chaotisch entpuppte. […]

  3. Weblog der NRWSPD 20. August 2008 · 16:52 Uhr

    […] Barbara Sommer, Schulministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, hat privates Interview-Training auf Kosten des CDU-Landesverbandes erhalten. Das berichtet der Kölner Stadtanzeiger. Der frühere ZDF-Moderator und Coach Alexander Niemetz schulte nach Informationen des Focus die Ministerin. 10.000 Euro seien dafür abgerechnet worden. Zuvor gabs ja auch schon mal Nachhilfe von Ex-BamS-Chef und Stoiber-Berater Michael Spreng. […]

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