Fröhlich strahlt der Stern vom wolkenbetupften Himmel und hüllt Düsseldorf in ein spätsommerliches Hoch. Die Zweige der Blutbuche gegenüber erzittern in der lauen Brise. Nichts scheint die idyllische Stimmung zu trüben. Doch was ist das? Habe ich mir etwa falsche Hoffnungen gemacht?

CDU-Schulministerin Barbara Sommer ist aus dem Urlaub zurück, zusammen mit ihrem Pressesprecher Andrej Priboschek!

Wir erinnern uns: Priboschek sollte entlassen werden, hieß es in der „Westdeutschen Allgemeinen“. Bunt durcheinander wurde die Personalie dementiert, inoffiziell bestätigt, gemauschelt, erwähnt, verschwiegen. Insgesamt zeugte der Vorgang von einem krassen Mangel an Professionalität in den Reihen des Landesschulministeriums. Einer Meldung des WDR zufolge sollen sogar schon mögliche Nachfolger zum Gespräch gebeten worden sein. Schließlich rang sich Barbara Sommer zu einer Stellungnahme durch: Priboschek solle doch im Amt bleiben. Wozu dann bitte das ganze Theater?

So ist es dann jetzt auch. Priboschek behält seinen Posten, erfuhren wir in… nein, falsch getippt, nicht etwa in der traditionellen Pressekonferenz zum Schuljahresbeginn. Diese hat Barbara Sommer dieses Jahr einfach mal verschoben! Wohl keine Lust gehabt, sich den anhaltenden berechtigten Fragen nach ihrer stümperhaften Politik zu stellen. Dabei gibt es so vieles, was zu beantworten wäre!

Etwa erhalten die Parlamentarier üblicherweise jeweils im Frühjahr Zugang zu Daten über das vorausgegangene Schuljahr, die wiederum jeweils im Herbst davor erhoben werden. Diese Statistik wurde bis heute nicht von Sommer und Co. veröffentlicht. Da drängt sich die Vermutung auf, dass hier unangenehme Fakten verschwiegen werden: SPD-Fraktionsvorsitzende und Bildungsexpertin Ute Schäfer vermutet, die Statistik könne offenbar die Behauptung der Koalition nicht belegen, dass die Durchlässigkeit des Schulsystems von unten nach oben zunimmt.

Am Freitag werden, so meldet die dpa, erstmal Plakate enthüllt. Sie gehören zu einer neuen Schulkampagne, mit der die CDU ihr krasses Versagen in der Schulpolitik schönreden will. Eine nette Fassade kann das marode bröckelnde Innere auch nicht mehr anhübschen.


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3 Kommentare

  1. Dieter 7. August 2008 · 10:35 Uhr

    Herr Rüttgers und Frau Sommer, beide sind über, überflüssig.
    Wär so eine Schulpolitik treibt und macht, der soll schnell den Platz räumen, blamiert hat Frau Sommer sich doch nicht das erste Mal????

  2. Weblog der NRWSPD 7. August 2008 · 14:21 Uhr

    […] ich habe mich geirrt. Gestern schrieb ich an dieser Stelle, Barbara Sommer (CDU), Schulministerin des Landes NRW, habe ihre traditionell in der letzten […]

  3. Weblog der NRWSPD 8. August 2008 · 13:03 Uhr

    […] Sommer-Mist im Spätsommer Merle um 13:01 Keine Kommentare | Permalink | Trackback URL  Mein Kommentar Mein Name (Pflicht): […]

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