Barbara Sommer, Schulministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, hat privates Interview-Training auf Kosten des CDU-Landesverbandes erhalten. Das berichtet der Kölner Stadtanzeiger. Der frühere ZDF-Moderator und Coach Alexander Niemetz schulte nach Informationen des Focus die Ministerin. 10.000 Euro seien dafür abgerechnet worden. Zuvor gabs ja auch schon mal Nachhilfe von Ex-BamS-Chef und Stoiber-Berater Michael Spreng.

Carina Gödecke, Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Fraktion im Landtag, hat dazu eine Anfrage an die Landesregierung gestartet: Sie forderte eine Aufstellung aller externen Beratungskosten, die für Sommer angefallen sind. Und Ministerpräsident Rüttgers nahm dazu Stellung, ich zitiere mit Vergnügen: “Die Landesregierung bedient sich grundsätzlich nur dann externen Sachverstands, wenn die jeweiligen Leistungen nicht mit eigenen personellen Mitteln erbracht werden können”.

Hier wird deutlich, wie wenig Kompetenz und Eigenverantwortung Rüttgers seiner eigenen Ministerin zutraut. Sommer braucht jemanden zum Händchenhalten vor öffentlichen Auftritten, einen Coach, der ihr Statements einflüstert und die Körpersprache korrigiert.

Offenbar fallen Monat für Monat Ausgaben in solcher Höhe für Sommers Privat-Training an. Da möchte man schon gerne wissen, an welcher Stelle diese Kosten im Landeshaushalt aufgeführt werden. Bisher ist diese Frage nicht ausreichend geklärt worden. Nur generelle Zahlen liegen vor: Bis Anfang Juni hat die Landesregierung nämlich sage und schreibe 394.000 Euro für die “politische Beratung der Hausspitze” ausgegeben. In den ersten beiden Quartalen des Vorjahres waren es nur 147.000 Euro. Frau Sommer wird beraten und beraten – und zeigt sich doch beratungsresistent.


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3 Kommentare

  1. Weblog der NRWSPD 8. Oktober 2008 · 14:16 Uhr

    […] Frau Sommer Nachhilfe nötig hat, ist ja schon lange bekannt. Doch welche riesige Summe das den Steuerzahler bis jetzt gekostet hat, sagt sie nun selbst: Seit […]

  2. Lilly Risse 26. August 2009 · 21:00 Uhr

    Der Artikel ist lächerlich. Wenngleich sich über Kostenfaktoren streiten ließe, bleibt es doch wohl unbenommen, sich coachen und / oder weiterbilden zu lassen. Jeder Manager, jeder Schulleiter und immerhin einige Lehrer nehmen mehr oder weniger kostspielige Supervisionen, Fort- und Weiterbildungen in Anspruch. Die Kritik entbehrt jeder Sinnhaftigkeit.

  3. Rosi Maier 26. August 2009 · 21:03 Uhr

    Korrekt! Schließlich wird man nicht als Minister(in) geboren.

Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.