Archiv: September 2008

50 neue Leser der taz haben Grund zur Freude: Sie erhalten die Zeitung jetzt sieben Monate gratis. Das berichtet der Spiegel auf seiner Internetseite.

Denn die tageszeitung verlor eine Wette: Vor der Bayernwahl versprach sie allen unbegrenzten Neu-Abonnenten so viele Gratis-Monate wie die CSU an angefangenen Prozentpunkten unter der absoluten Mehrheit bleibt. Nur 43,4% der Stimmen erreichte die CSU am Sonntag, das macht einen Gesamtverlust von 17,3 % im Vergleich zum Jahr 2003. Und 7% fehlten zur absoluten Mehrheit. Das macht jetzt Ausgaben von 11.375 Euro für die Zeitung.

Das ist ein bisschen schade für die taz, die neuen Abonnenten und das schlechte Wahlergebnis sind es aber wert.


Nach einem verheerenden Wahlergebnis für die CSU in Bayern ist nun die Zeit der über 40 Jahre dauernden Monarchie vorbei. Die Demokratie ist auch im Freistaat eingezogen. Bundeskanzlerin Merkel zeigt sich sichtlich bedrückt und kündigt nun Konsequenzen an. Gut, dass Jürgen Rüttgers Mitte September in der Passauer Neuen Presse noch verkündet hatte: „Wir machen es den Bayern nach.“ Ob er das jetzt immer noch möchte? Auch seine prognostische Kraft strafen die Wahlergebnisse nun Lügen. Denn auf die Frage:„Welche Rolle spielt die magische 50-Prozent-Marke für Bayerns Einfluss im Bund?“, antwortet er: „Die Frage stellt sich nicht, die CSU wird erheblich über 50 Prozent Zustimmung bekommen.“

Tja, Herr Rüttgers, mal wieder geirrt!


Foto by: schmich

„Eltern, die ihre Kinder für alt genug halten, zur Demo zu gehen, dürfen sich nachher nicht beschweren“, sagte CDU-Generalsekretär Hendrik Wüst. „Polizisten sind keine Super-Nannys.“ Diese „netten“ Aussagen findet man in einem taz-Artikel über die 13 Stunden Polizeigewahrsam, die 72 Jugendliche und drei Kinder nach der Gegendemonstration zum Anti-Islamisierungskongress in Köln erleben mussten. Über zehn Stunden standen sie in keinem Kontakt zu ihren Eltern. Da fragt man sich: Welche Sicht auf die Welt gibt Herr Wüst da preis? Verwechselt da nicht jemand Ursache und Wirkung? Natürlich sind Polizisten keine Kindermädchen, aber hätten sie nicht gerade deshalb eher dafür sorgen müssen, dass die Eltern ihre Aufsichtspflicht wahrnehmen können und sich wirklichen Straftätern zuwenden? Ist es nicht eher sogar löblich, dass die ach so politikverdrossene Jugend, teilweise von weit her angereist, gegen den Kongress der Rechten protestieren wollte?

Wir leben doch hier in einem Rechtsstaat, oder, Herr Wüst? Und in einem Rechtsstaat können Eltern doch davon ausgehen, dass man ihre teilweise übrigens schon volljährigen Kinder nicht ohne Grund wie Verbrecher behandelt. Wissen Sie was, das ist sogar gesetzlich garantiert!

Und noch was, Herr Wüst: Schauen Sie sich mal die Super-Nanny an! Die geht nie so mit Kindern um, da gibt es allerhöchstens die stille Treppe!


Foto by: gotplaid?

Schau nett aus und sei still – das war die Aufgabe der besten Absolventinnen und Absolventen aller Schulformen, die von Rüttgers zur Bestenehrung 2008 eingeladen wurden.

„Trotz bester Noten war ihnen das Sprechen verboten. Für die Regierung Rüttgers sind unabgesprochene Beiträge bei seinen Jubelveranstaltungen ein Störfaktor. Politik ist aber keine Einbahnstraße. Die Bestenehrung wäre eine gute Gelegenheit gewesen, sich der konstruktiven Kritik der jungen Menschen zu stellen. Die Einser-Absolventen durften sich wohl noch nicht einmal für ihre Auszeichnung bedanken“, kritisierte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Ute Schäfer. Schon beim Kinderforum im September 2007 bezahlte Rüttgers den Kindermoderator mit 100 Euro und legte vorher die Fragen fest. Das ganze liebe Geld für die PR-Beratung scheint aus dem Fenster geworfen, seit der große Zensor auch Mittwoch wieder zugeschlagen hat.
„Die schwarz-gelbe Landesregierung scheut das Offene Wort wie der Teufel das Weihwasser. Der Maulkorb für die Schülerinnen und Schüler bei der Bestenehrung 2008 ist ein weiterer Tiefpunkt in der Öffentlichkeitsarbeit des CDU-Ministerpräsidenten und seiner Schulministerin“, so Ute Schäfer weiter.

Die Frage ist nun: Welche Show inszeniert Rüttgers als nächstes? Wir warten drauf und werden nicht schweigen!


Wenn ihr mal sehen wollt, wie „schön“ man ganz ohne Chirurgenmesser, Jungbrunnen oder Diät innerhalb nur weniger Minuten werden kann, dann solltet ihr euch dieses Video nicht entgehen lassen! Auch für Wahlkampfzwecke geeignet! Produziert hat es Martin Mißfeldt.

Voilá – innerhalb von 30 Sekunden wird aus Angie Paris!
via spreeblick


So nun gibt es im zweiten Teil die beiden großen Parteien im schönen Bayern:

SPD und CSU.

Die SPD

Besucht man diese Seite fühlt man sich sofort zuhause: das vertraute Rot lacht einem entgegen, durch die Klarheit weiß man sofort wo man ist. Alles was man braucht, findet man auf den ersten Blick. Und das was es hier nicht gibt, das braucht man auch nicht. Das Kompetenzteam für die Wahl ist hier zu finden, das Wahlprogramm und das SPD TV. Auch Ottfried Fischer findet das gut und unterstützt in einem Wahlvideo. Auf der Homepage des Spitzenkandidaten Franz Maget findet man auch endlich mal einen Blog, indem er von seinen Erlebnissen im Wahlkampf berichtet.


4 Tage, 2 Stunden und 10 Minuten sind es im Moment noch bis zur Landtagswahl in Bayern. Da ist es mal wieder Zeit für die fast schon traditionelle Vorstellung der Webauftritte der antretenden Parteien.

Im ersten Teil gibts nun die Grünen, die Linke, die FDP und die Freien Wähler.


Ein kleines Make-over tut jedem mal gut, nun war auch die vorwärts- Homepage dran. Soll ja immer vowärts gehen, der Name ist Programm.

Nun bereichern namhafte Schreiber mit ihren Blog- Einträgen den neuen Auftritt :Juli Zeh, erfolgreiche und scharfsinnige Autorin, schreibt über ihr Gefühl einer von der Poltitik unumworbenen Klasse anzugehören und Sascha Lobo, Werber, Autor, Blogger und Mitglied des SPD Online-Beirates, über ein gelungenes Experiment, verlogene Konservative und verunsicherte Medien. Werner Loewe, Geschäftsführer der „Vorwärts“, sorgt sich in seiner Kolummne „Gut gebrüllt Loewe“ um den Alkoholkonsum der CSU. Am Zahn der Zeit ist auch die Möglichkeit das twittern der Autoren live mitzuverfolgen.

Unter der Rubrik „Vor Ort“ bekommt man- wie der Name schon verheißt- die neusten Infos und Artikel aus allen Regionen. Im „Hintergrund“ gibts Artikel und weitergehende Informationen zum Klimawandel, zur Frauenpolitik, zur Sozialen Sicherung und vielem mehr… Und die Aktion „MitBiss- Kulinarisches vom vorwärts“ schreibt einem sogar jeden Donnerstag einen Einkaufszettel für das aktuelle 3-Gänge- Menü.

Wer lieber Bilder schaut als liest, dem wird nun auch geholfen. Unter Videos und dem Motto „10 Jahre SPD- Bundesregierung“ gibt es Interviews mit der Prominenz.

Die wichtigste Botschaft am Ende bleibt:

Das neue Outfit ist großartig!


Foto by: kris.hoet

Nie im Leben hatte ich es geglaubt- die Presse hatte schon seit Tagen von 40.000 Demonstranten gesprochen. Doch als ich – extra früh aus dem Ruhrpott angereist- am Samstag um 9 Uhr den Kölner Bahnhof verließ, konnte ich meinen Augen kaum trauen.

Alle um mich herum hatten das gleiche Ziel: der Roncalli- Platz neben dem Dom, auf dem ab 10 Uhr die Kundgebung stattfinden sollte. Selber Kind der Schüler- Anti- Irak- Krieg- Demonstrationen war von solchen Massen natürlich begeistert und gesellte mich zunächst zu den schwul –lesbischen Kölner- Chören, die bei strahlendem Sonnenschein vor dem Dom ein morgendliches Ständchen sangen. Mit meinem Brötchen in der Hand und der Sonnenbrille im Gesicht bekam der Begriff „Demo- Tourist“ da ganz neue Bedeutungen.


Das Passagierschiff "Moby Dick". Quelle: www.b-p-s.de

Die "Moby Dick".

Der geplante Kongress der rechts-populistischen Bürgerbewegung „Pro Köln“ am Mittag in Köln gestaltet sich anders als von den Veranstaltern gewünscht. Die zunächst im Kölner Norden geplante Pressekonferenz musste nach einem polizeilichen Verbot vor das Bezirksrathaus in Rodenkirchen verlagert werden. Dort demonstrierten rund 150 Personen mit Sprechchören und Pfiffen gegen die Veranstaltung. Auch Farbbeutel kamen zum Einsatz. „Pro-Köln“-Vertreter, darunter ein Ratsmitglied, wurden zeitweise körperlich angegriffen.

Daraufhin wurde die Pressekonferenz auf das am Rheinufer liegende Passagierschiff „Moby Dick“ verlegt. Als dort Gegendemonstranten Farbbeutel und Steine auf das Schiff mit Funktionären von «Pro Köln» warfen, entschied der Kapitän des als Walfisch gestalteten Schiffes der Bonner Personenschifffahrtsgesellschaft, von der Anlegestelle in Rodenkirchen abzulegen. Nur einige wenige Journalisten waren an Bord gelangt, auch ein Teil der „Pro-Köln“-Anhänger blieb am Ufer zurück. Seither versucht das Schiff eine andere Anlegestelle anzulaufen, um die restlichen Anhänger und Journalisten aufzunehmen.

Laut „Pro Köln“ hat die Wasserschutzpolizei angeordnet, das Schiff müsse den Niehler Hafen anlaufen, weil es nicht mehr fahrtauglich sei, berichtet der Online-Auftritt des Kölner Stadtanzeigers. Die Polizei äußert sich dazu anders:


Alles was zwischendurch passiert. Wir schreiben’s auf.